Blick in die Vergangenheit - Horst Buhtz 1967 bei Borussia Neunkirchen entlassen

Horst Buhtz 1967 bei Borussia Neunkirchen entlassen

Bildquelle: Tobias Fuchs [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Nach dem Borussia Neunkirchen als Absteiger der Saison 1965/66 feststand, haben sich die Saarländer von Trainer Horst Buhtz getrennt. Nach dessen Trainerentlassung hat Erwin Türk das Zepter übernommen und wurde mit der Aufgabe des sofortigen Wiederaufstiegs vertraut.

Horst Buhtz übernahm 1963 das Traineramt bei Borussia Neunkirchen und schaffte zur Saison 1964/65 den Aufstieg in die Bundesliga. Dort konnten die Saarländer für Furore sorgen und landete im ersten Jahr ihrer Bundesligazugehörigkeit gleich auf einen sehr starken 10. Platz. Dabei war es vor allem der Heimstärke von Neunkirchen geschuldet, konnte man doch fast alle Spitzenklubs im heimischen Ellenfeldstadion bezwingen und das Fürchten lehren. Doch nicht nur die sportlichen Erfolge des Aufsteigers sorgten für einen sehr hohen Zuspruch der Borussia.

Vielmehr war der Verein und die kleine Stadt Neunkirchen wie ein verschworener Haufen. Der Zusammenhalt und die hohe Identifikation des Publikums mit der Mannschaft waren zudem der Tatsache geschuldet, dass die Truppe von Trainer Horst Buhtz fast ausschließlich aus Spielern aus Neunkirchen oder der näheren saarländischen Umgebung bestand.

Neunkirchen-Absturz im zweiten Bundesliga-Jahr

Aber nach der so überragenden Premierensaison in der höchsten deutschen Spielklasse lief es in der Spielzeit 1965/66 deutlich schlechter für Borussia Neunkirchen. Bis einschließlich des 13. Spieltages konnte die Buhtz-Elf nur ein Spiel gewinnen und steckte im Tabellenkeller fest. Nur Tasmania Berlin, die schlechteste Bundesligamannschaft der Geschichte, stand noch hinter den Saarländern. Selbst eine kleine Siegesserie von drei Spielen zum Ende der Hinrunde konnte Neunkirchen nicht aus den akuten Abstiegsnöten befreien. Daher kann es fast schon als überraschend gewertet werden, dass der Vorstand Trainer Horst Buhtz die Treue hielt und nicht schon vorzeitig entlassen hat.

Das Vertrauen in den gebürtigen Magdeburger sollte sich in der Saison 1965/66 aber nicht auszahlen. Borussia Neunkirchen, die zwei Drittel der Saison auf dem 17. Platz lagen, konnten den Abstieg nicht verhindern, obwohl man am Ende mit 22:46 Punkten nur zwei Zähler weniger auf dem Konto als der Karlsruher SC (24:44), denen als Tabellen-16. der Abstieg erspart blieb.

Nach der Saison kam es zum großen Aderlass bei Borussia Neunkirchen und mehr als die Hälfte der Stammspieler kehrten den Verein den Rücken, um bei einem anderen Bundesligisten anzuheuern. Auch für Horst Buhtz kam das Ende und der Trainer wurde entlassen. Nachfolger von Buhtz wurde Erwin Türk.

Über Hannover 96 zum Wuppertaler SV - Seine "schönste Zeit"

Buhtz kam nach seiner Tätigkeit bei Borussia Neunkirchen bei Hannover 96 unter, wo er den Trainerposten übernahm und somit auch in der Saison 1966/67 erstklassig arbeiten konnte. Seine beste Zeit, wie er gegenüber dem Magazin „11 Freunde“ sagte, hatte Buhtz allerdings beim Wuppertaler SV. Er übernahm die Mannschaft 1968 und führte sie direkt in die Bundesliga. Dieses Kunststück ist ihm insgesamt mit vier Mannschaften geglückt. Zum einen mit Borussia Neunkirchen, dem Wuppertaler SV, mit dem 1. FC Nürnberg und mit Bayer 05 Uerdingen.

Mit den Wuppertalern konnte er sogar direkt nach dem Aufstieg in den UEFA-Cup einziehen. Allerdings flog der Klub bereits in der 1. Runde gegen Ruch Chorzów raus. Das Hinspiel verlor das Team von Horst Buhtz mit 4:1, während das Rückspiel mit 5:4 gewonnen werden konnte. Buhtz blieb bis 1974 und startete dann seine internationale Trainerkarriere.

Buhtz war der zweite deutsche Spieler in der Serie A

Nachdem er bereits als Spieler Erfahrungen im Ausland sammelte (als zweiter deutscher Spieler in der Serie A) und 1947 an der Goethe-Universität vier Studiensemester zum Turn- und Sportlehrer absolvierte, schuf er seine Grundlagen für den späteren Trainerberuf. So startete Horst Buhtz seine Laufbahn bei den Sportfreunden 05 Saarbrücken, eher er nach nur einem Jahr zu Borussia Neunkirchen wechselte. Dort blieb er drei Jahre und ging weiter zu Hannover 96, wo er bis 1968 verweilte. Danach kam wohl die glücklichste Zeit für Buhtz, und zwar beim Wuppertaler SV.

Die Geschichte um den Wuppertaler SV ist bekannt. Seine erste Auslandsstation sollte dann in der türkischen Süper Lig bei Besiktas Istanbul erfolgen. Hier blieb er zwei Jahre, wechselte für wenige Zeit 1976 zu Borussia Dortmund, wo er nicht unbedingt glücklich wurde. Es sollte noch der 1. FC Nürnberg, Bayer 05 Uerdingen, Alemannia Aachen, die Stuttgarter Kickers, wo ein gewisser Jürgen Klinsmann spielte und SC Fortuna Köln folgen.

Horst Buhtz ist viel herumgekommen und war nicht nur beim Wuppertaler SV sehr beliebt. Der Klub gründete aber nach Absprache die Horst-Buhtz-Stifung. Die Stiftung fördert die Jugendarbeit des Klubs, wo nicht nur der Fußball im Vordergrund steht, sondern eben auch die alltäglichen Dinge, die junge Fußballer zu erledigen haben. Angefangen von der Hausaufgabenbetreuung bis hin zur Jobsuche.

1987 beendete Horst Buhtz seine Trainerkarriere. Am 22. März 2015 verstarb einer der erfolgreichsten deutschen Trainer im stolzen Alter von 91 Jahren.


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