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Saison 1969/70: Trainerentlassung von Hans Merkle beim 1. FC Köln

Hans Merkle und seine Trainerentlassung 1970 beim 1. FC Köln

Bildquelle: Eric Koch / Anefo, CC0, via Wikimedia Commons [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Hans Merkle war insgesamt für zwei Jahre Trainer beim 1. FC Köln. Nach einer enttäuschenden Premierensaison 1968/69 konnte Merkle den FC in der Saison 1969/70 fast zur Meisterschaft führen. Am Ende trennten sich die Wege, wobei die Trennung aber nicht auf einer Entlassung basierte.

Als Hans Merkle zur Saison 1969/70 neuer Trainer vom 1. FC Köln wurde, trat er ein schweres Erbe an. Denn Merkles Vorgänger Willi Multhaup führte die Domstädter in der Vorsaison zum Gewinn des DFB-Pokals und in der Bundesliga landeten die Kölner am Ende der Spielzeit 1968/89 auf dem 4. Platz. Merkle, der zuvor den Schweizer Klub Young Boys Bern trainierte, sollte den 1. FC Köln als Spitzenmannschaft etablieren. Das ging in seiner Premierensaison als 1. FC Köln Trainer zumindest auf nationaler Bühne gründlich daneben.

Im Europapokal war erst gegen den FC Barcelona Endstation

Zwar konnte der "Effzeh" in der Saison 1969/70 im Europapokal der Pokalsieger für Furore sorgen und schied erst im Halbfinale gegen den großen FC Barcelona aus, doch die Doppelbelastung forderte auf nationaler Ebene ihren Tribut.

Im DFB-Pokal schied Hans Merkle mit dem 1. FC Köln als Titelverteidiger prompt in der 1. Runde gegen den VfB Stuttgart aus und in der Bundesliga landeten die Geißböcke nur auf dem 13. Platz. Es war die schlechteste Platzierung für die Kölner der bisherigen Bundesligageschichte, wobei man bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern musste.

Trainer Merkle führte 1. FC Köln fast zur Meisterschaft 1970

Eine Trainerentlassung von Merkle wäre sicher nicht allzu überraschend gewesen, doch der 1. FC Köln hielt an seinem Trainer fest und so saß der damals 51-Jährige auch in der Saison 1969/70 auf der Trainerbank der Rheinländer. Das Vertrauen sollte sich auszahlen und die Kölner spielten in der Bundesliga eine starke Saison, in der man lange Zeit auf Meisterkurs lag. Auch dank der enormen Heimstärke – 14 der 17 Heimspiele wurden gewonnen – sowie dem torgefährlichen Trio um Wolfgang Overath (12 Tore), Neuzugang Bernd Rupp (16) und Hennes Löhr (19) rangierte die Merkle-Elf nach dem 27. Spieltag auf dem 1. Platz, doch im Endspurt ging dem 1. FC Köln die Puste aus.

Es folgten vier Niederlagen am Stück, darunter auch zwei Pleiten in den wichtigen Spielen gegen Bayern München (0:2) und Borussia Mönchengladbach (2:0), die später Meister wurden. Hans Merkle landete am Ende der Saison 1969/70 mit dem 1. FC Köln auf einem guten 4. Platz, wobei sich aber durchaus auch Enttäuschung breit machte, da der Meistertitel drin gewesen wäre.

 

 

Hans Merkle: Rücktritt als Köln-Trainer im Sommer 1970

Auch im DFB-Pokal lief es rund und die Geißböcke standen zum dritten Mal im Endspiel. Doch das Finale wurde aufgrund der WM 1970 erst am 29. August 1970 und somit in der neuen Saison ausgetragen. Dort unterlagen die Kölner sensationell dem Zweitligisten Kickers Offenbach mit 1:2. Zu diesem Zeitpunkt war Hans Merkle aber nicht mehr Bundesligatrainer vom 1. FC Köln. Es handelte sich aber nicht um eine Trainerentlassung, vielmehr ist Merkle freiwillig zurückgetreten und er hat seinen zum 30. Juni 1970 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängert.

Neuer Trainer vom 1. FC Köln wurde Ernst Ocwik, während Merkle seine Karriere als Bundesligatrainer beendete. Für ihn ging es als Verbandstrainer des Fußballverbandes Schleswig-Holstein und später als Leiter der Sportschule Malente weiter, wo sich die deutsche Nationalmannschaft 1974 auf die WM vorbereitete und diese bekanntlich gewann.

Merkle 78 Spiele als Trainer des 1. FC Köln an der Seitenlinie

In seinen 78 Spielen als Trainer des 1. FC Köln holte der gebürtige Karlsruher 1,60 Punkte im Schnitt. Damit holte er im Schnitt nur 0,01 Punkte weniger als sein Vorgänger Willi Multhaup, der statistisch gesehen auf 1,61 Punkte pro Partie kam.

Nach seinem freiwilligen Abgang beim 1. FC Köln sollte er keine weitere Bundesligamannschaft mehr trainieren. Zuvor war er Trainer bei den Schwaben Augsburg, dem SS Reutlingen, Kickers Offenbach und in der Schweiz übernahm er für 4 Jahre den BSC Young Boys Bern. Am 10. Mai 1993 verstarb der Fußballlehrer im Alter von 74 Jahren im niedersächsischen Großburgwedel.


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