Nico Rosberg gewinnt GP von Großbritannien in Silverstone

Die Gefühle der deutschen Formel 1-Fans waren nach dem gestrigen GP von Großbritannien gemischt. Denn während Titelverteidiger Sebastian Vettel in einem chaotischen Rennen in Silverstone zehn Runden vor Schluss als Führender auf Siegkurs liegend wegen eines Getriebeschadens ausschied, fuhr Nico Rosberg im Mercedes zum zweiten Mal in dieser Saison als Erster über die Ziellinie und machte damit auch in der Fahrerwertung Boden gut.

Passend zum Rennverlauf musste Rosberg allerdings noch einige Zeit um seinen Sieg zittern, nachdem er wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Gelb-Phase kurz nach dem Start zu den Rennkommissaren zitiert wurde. Doch der Wiesbadener durfte relativ schnell aufatmen, da es die FIA letztlich bei einer Verwarnung beließ und auf eine im Falle einer Verurteilung mögliche Rückversetzung verzichteten.

Hinter Rosberg, der seinen dritten Grand Prix in seiner Karriere gewann, landete Vettels Kollege bei Red Bull, Mark Webber, auf dem zweiten Platz noch vor Fernando Alonso im Ferrari. Alonso konnte durch das Aus Vettels seinen Rückstand in der Fahrerwertung auf den Heppenheimer aber immerhin auf 21 Punkte verkürzen. Näher an Vettel herangerückt sind auch Kimi Räikkönen, der als Fünfter in Silverstone nun nur noch 34 Zähler Rückstand auf Vettel aufweist. Rosberg liegt unterdessen in der Gesamtwertung mit 50 Punkten weniger als der Titelverteidiger auf dem sechsten Platz noch hinter Lewis Hamilton, der in Silverstone Vierter wurde, und Webber.

Beim Großen Preis von Großbritannien belegten mit Adrian Sutil im Force India und Sauber-Pilot Nico Hülkenberg die beiden weiteren Deutschen die Plätze sieben und zehn.

Reifen von Pirelli sorgen für Ärger

Überschattet wurde das Rennen in Silverstone indes von gleich vier Reifenplatzern. Sowohl bei dem von der Pole Position gestarteten Hamilton als auch bei Felipe Massa, Jean-Eric Vergne und Sergio Perez verabschiedete sich jeweils der Reifen hinten links und das immer innerhalb eines bestimmten Streckenabschnittes. Dies nährte den Verdacht, dass die Randsteine die Reifen aufschlitzen, was wiederum dazu führte, dass sämtliche Fahrer im betreffenden Bereich angewiesen wurden, besonders vorsichtig zu Werke zu gehen.

Während besonders Hamilton seinem Ärger Luft machte und betonte, dass derlei Reifenplatzer unter Umständen auch das Leben der Fahrer gefährden können, hat FIA-Boss Jean Todt sofort nach dem Rennen zu einem Krisentreffen mit der Rennleitung und Vertretern von Reifenlieferant Pirelli gebeten. Schon bis zum nächsten Rennen am kommenden Sonntag auf dem Nürburgring sollen Reifen eingesetzt werden, die unter allen möglichen Bedingungen zuverlässig halten.


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