Ex-WWE Star Jack Swagger tritt demnächst bei Bellator 214 an

Jack Swagger wechselt von der WWE zu Bellator

Bildquelle: Megan Elice Meadows [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Jake Hager, besser bekannt unter seinem WWE-Namen: Jack Swagger wird Ende Januar bei Bellator als MMA-Kämpfer debütieren. Mit 36 Jahren ist er ein später Konvertit. Allerdings war Brock Lesnar auch kein Jungspund mehr, als er diese gewagte Transition hinlegte. Überdies hat Hager noch etwas Anderes mit Lesnar gemein: einen exzellenten Run als Ringer in der Highschool und am College, wo er sich All American Status erwarb!

Fraglos hat sich der Sport in den letzten zehn Jahren entschieden weiterentwickelt und späte Quereinsteiger haben es zunehmend schwerer, auf einem guten Level mitzuspielen. Zumal eine Karriere als Pro-Wrestler (diesbezüglich hat Swagger immerhin rund elf Jahre auf dem Buckel) durchaus ihren Tribut fordert. Spekulieren wir also wild darüber, wie Hagers Chancen stehen mögen!

Was für Swagger spricht

Hagers Meriten als Ringer sind nicht zu verachten. Überdies ist er ein klasse Athlet, der sich zu seinen Schul- bzw. Hochschulzeiten nicht nur im Ringen, sondern auch im American Football hervortun konnte. Gleichwohl er sich nach einer Verletzung nur noch auf das Ringen konzentrieren sollte. Dort dürfte seine größte Leistung in einem Rekord bestehen, den er in seinem Heimatstaat Oklahoma aufgestellt hat: Ihm gelangen in einer einzigen Saison 30 Pins, wofür ihm All-American Status zuteilwurde! Das spricht für seine ringerische Stärke und impliziert zumindest, dass er sein Gegenüber gut zu kontrollieren weiß.

Offensichtliche Vorbilder, denen unter vergleichbaren Vorzeichen ein erfolgreicher Run im MMA-Schwergewicht gelungen ist, sind Brock Lesnar und Bobby Lashley. Beide sattelten im fortgeschrittenen Alter (Lashley mit 32, Lesnar mit knapp 30 Jahren) von der WWE zu MMA um. Ebenfalls hatten beide einen Hintergrund als überragende Ringer. Lesnar war ein extrem dominanter Ringer zu Highschool- und College-Zeiten in Minnesota. Lashley tat sich in seiner Schulzeit sowie beim Militär als dekorierter Freistil-Ringer hervor. Beide konnten in den MMA Erfolge feiern. Nicht zuletzt aufgrund ihrer klasse Athletik, die im MMA-Schwergewicht nicht jeder hat. Immerhin kann man sich als schwabbeliger Fettsack auch “Schwergewicht“ nennen.

Was gegen Swagger spricht

36 Jahre sind, auch im Schwergewicht, ein extrem später Einstieg in den Sport! Und wo wir schon vom Zeitfaktor reden: Als Lashley und Lesnar jeweils in die MMA einstigen, war das Mitte der Nullerjahre. Seither hat sich viel getan und es gibt weit weniger Quereinsteiger, die im gehobenen Alter einen erfolgreichen Übergang hinlegen. Allein schon weil sie es überwiegend mit Gegnern zu tun bekommen werden, die von Anfang an oder zumindest schon sehr früh direkt MMA gelernt haben, was mittlerweile eine sehr viel differenziertere Disziplin geworden ist, als es noch vor zehn Jahren der Fall war.

Man muss überdies betonen, dass Lesnar und Lashley jetzt sportlich auch nicht unbedingt die Welt erobert haben. Ja, Lesnar war Heavyweight Champ in der UFC. Aber die UFC gab ihm auch schnellstmöglich die Chance, ein ebensolcher zu werden, als sie merkten, dass er ein kommerzieller Hit mit den Fans war. Lesnar war der Erste, der bei PPV-Verkäufen im MMA die Millionenmarke knackte! Doch war Lesnar immer limitiert. Mit den Schlag- und Tritttechniken auf den Beinen ist er niemals warm geworden. Seine überschaubare Kampfbilanz stellt sich mit 5-3 durchwachsen dar. Im Grunde genommen war Lesnar immer dann aufgeschmissen, wenn sein Gegner seine Takedown Versuche abwehren konnte (auch wenn Lesnar in der Top Control dafür brandgefährlich war).

Bobby Lashley hat mit 15-2 eine gute Kampfbilanz vorzuweisen, hat jedoch nie jemanden besiegt, dem man auch nur halbwegs solides Top-Niveau nachsagen könnte. All seine Siege kamen gegen No-Names und mittelprächtige Journeymen, die zumeist schon über ihren Zenit waren. Lashley hat also von überaus gefälligem Matchmaking profitiert. Die meisten seiner Gegner konnte er schon allein mit seinen athletischen Vorteilen überwinden.

Man sieht also, dass selbst die beiden Referenzen, die man für Hager geltend machen könnte, mit Vorsicht zu genießen sind. Dazu kommt, dass beide jeweils jünger waren, als sie einstiegen und dass der sich rasant entwickelnde, junge Sport da noch nicht so weit war wie heute.

Die Antworten gibt es bei Bellator 214

Am 26. Januar trifft Hager auf der Main Card von Bellator 214 auf J.W. Kiser. Kiser ist 39 Jahre jung, hat eine Profibilanz von 1-1, eine Amateurbilanz von 11-8 (laut Tapology) und all seine Kämpfe endeten vorzeitig (meist durch KO). Er ist also ein Prügler vom Typ “Glaskanone“- er kann austeilen, aber nicht einstecken. Ein einsteigerfreundlicher Kampf für Hager, da Kiser abseits seines wilden Kneipenschläger-Stils nicht viel zu bieten hat. Überdies hat er die Beine im Stand immer nah beieinander, wenn er gerade keine Fäuste schmeißt, was Takedowns stark vereinfacht. Dem Anschein nach hat Kiser überdies nur einen Gastank für eine intensive, wild um sich schlagende Minute. Das sollte eine lösbare Aufgabe für Hager sein, der athletisch und ringerisch wohl um Lichtjahre weiter ist.

Er wird übrigens auf eben jener Matchcard auftreten, die mit Ryan Bader gegen Fedor Emelianenko das Finale des GP der Schwergewichte zum Main Event hat. Scott Coker hat also direkt sichergestellt, dass Hager sofort in ein öffentlichkeitswirksames Rahmenprogramm eingebettet wird. Wenn er Bellators Brock Lesnar werden soll, kann es auch nicht schnell genug gehen. Schließlich wird der “All-American American“ nicht jünger!


UFC, WWE

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