Ausführliche Ergebnisse und Bericht zu Hell in a Cell 2018

Bericht zu Hell in a Cell 2018

Bildquelle: Megan Elice Meadows [CC BY-SA 2.0], via Flickr.com (Bild bearbeitet)

Willkommen zu Hell in a Cell 2018. Das Pay-per-View Event der WWE fand gestern Nacht im AT & T Center von San Antonio statt und hatte einige Matches auf der Matchcard. Allerdings gab es ein unvorhersehbares Ende, mit dem die Fans in der Halle nicht zufrieden waren.

Pre-Show: New Day mit Titelverteidigung gegen Aiden English und Rusev, bei denen wieder fehlende Chemie eine negative Rolle gespielt hat. Der Split dieses Teams mit anschließender Fehde ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Spannend wird zu sehen sein, wie das Creative Team diese Fehde inhaltlich gestalten wird, wenn es denn dazu kommen sollte.

Jeff Hardy gegen Randy Orton – Hell in a Cell Match

Ein Match, das mit äußerster Härte geführt wurde. Auf der einen Seite die Experimentierfreudigkeit eines Jeff Hardy, die immer dann zutage tritt, wenn er sich am Inventar bedienen darf. Demgegenüber ein "Apex Predator", dessen sadistische Ader wohlbekannt ist. Und die hier neue Tiefen annehmen sollte. Beide Männer nutzten also das Umfeld, den Käfig plus Inventar, in ihrem Sinne. Dies auch ein Grund, warum sich keiner dauerhaft dem Anderen aufdrängen konnte. Jedoch nahm das Match schon recht bald dunkle Züge an. Denn Randy Orton bekam einen Schraubenzieher in die Hände. Und nutzte diesen, um Jeff Hardys Ohrloch ein paar neue Wendungen zu geben. Das tat schon beim Zuschauen weh! Jeff Hardy wurde aber durch den Schmerz zum gewalttätigen Duracell Hasen und brannte daraufhin eine Offensive aus seinen verschiedenen Trademark Manövern ab. Darunter ein Twist of Fate und eine Swanton Bomb inklusive Stuhl auf der Brust von Randy Orton.

Doch abermals wurde Jeff Hardy seine eigene Risikobereitschaft zum Verhängnis. Denn er bediente sich einer großen Leiter, um bis an die Decke des Käfigs zu gelangen. Unter ihm Orton, der auf einem Tisch lag. Jedoch hatte der scheinbar wieder genug Zeit gehabt, seine Sinne zu ordnen, während Jeff auf dem Weg nach oben war, denn als dieser runtergerauscht kam, war Orton aus dem Weg und es gab nur eine Brust voll Tisch für Jeff Hardy. Der entsetzte Ringrichter brach daraufhin das Match sofort ab und forderte die Sanitäter an. Das nutzte Orton noch, um den verblüfften Ringrichter davon zu überzeugen, doch bitte den Pin durchzuzählen, was dieser nach vehementer Diskussion auch tat. Randy Orton pinnte den kampfunfähigen Jeff Hardy, ehe die Sanitäter sich seiner annahmen.

Becky Lynch gegen Charlotte Flair – SD Women's Championship

Nach andauernden Attacken durch Lynch, die ihre ehemalige Freundin bei jeder sich bietenden Gelegenheit angegriffen hatte, war das Maß nun voll und es kam zum Singles Match zwischen den Beiden.

Zu Beginn gab es schöne Chain Wrestling Sequenzen, beide bedrohten einander mit Aufgabegriffen. Charlotte Flair peilte dabei die Beine an, Becky Lynch die Arme. Beide waren offensichtlich bestrebt, ihre Finisher dergestalt vorzubereiten. Doch es dauerte nicht lange, bis das Match ruppiger wurde und technische Feinheiten beiseitetraten. Lynch war zunächst dominanter und weiterhin bestrebt und erfolgreich, den Arm von Flair zu bearbeiten. Wann immer Flair wieder Oberwasser zu kriegen drohte, ging Lynch dazu über, den Arm anzugreifen, was mit der Zeit Wirkung zeigte, als dieser sichtbar angeschlagen war und Flair in ihren Aktionen zunehmend behinderte.

Becky Lynch im Kampf Charlotte Flair bei Hell in a Cell 2018

Bildquelle: By Shared Account [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Ein Moonsault Versuch von Charlotte Flair, nachdem sie einen Big Boot gelandet hatte, ging ins Leere. Die anschließende Armbar von Becky Lynch wurde wuchtig durch eine Powerbomb gekontert. Danach ein offener Schlagabtausch! Als eine Attacke vom Ringseil durch Lynch daneben ging, setzte Flair einen Boston Crab an. Wenig später waren die Rollen jedoch vertauscht, als Flair sich in Lynchs Aufgabemanöver wiederfand, nachdem ein Pin-Versuch von ihr mit eben diesem Move gekontert wurde. Flair konnte sich noch unter die Seile retten.

Der Versuch eines Spear Tackles von Flair wurde schließlich vermieden und Lynch konterte ihn in einen Pin, aus dem es für Flair kein Entkommen mehr gab. Becky Lynch eroberte somit das Gold für sich! Flair wollte sich danach versöhnlich geben, doch Lynch wollte davon nichts wissen.

Raw Tag Team Championship – Ziggler & McIntyre vs. Rollins und Ambrose

Ziggler und Rollins starteten im Ring. Rollins zuerst mit dem Tag, wodurch Ziggler einige Team Aktionen einstecken musste. Danach McIntyre im Ring, forderte direkt Ambrose, was zu einem offenen Schlagabtausch zwischen den Beiden führte. Dabei geriet McIntyre in Nachteil, doch Ziggler mit einer Ablenkung brachte den Schotten zurück ins Match.

Daraufhin kam wieder Ziggler in den Ring. Ambrose wurde nun systematisch bearbeitet, konnte allerdings bald wieder Rollins in den Kampf bringen. Der legte gut los, doch wurde dann durch eine Ablenkung von McIntyre fast gepinnt, als diese Ziggler erlaubte, einen heftigen DDT zu landen. Rollins von da an mit Problemen, da er im Wechsel von Ziggler und McIntyre bearbeitet wurde. Dabei ließ vor allem McIntyre seinem Sadismus freien Lauf. Im Folgenden verstanden Ziggler und McIntyre es gut, mit allen Mitteln das Tag zu verhindern. Selbst als das Tag gelang, sah der Ringrichter es nicht, da Ziggler diesen just im richtigen Moment abgelenkt hatte.

Rollins mit immer mehr Problemen, doch schließlich gelang ihm in einer chaotischen Phase der Hot Tag. Ambrose, nun eindeutig der frischste Mann, räumte auf! Erste ein Suplex in die Ecke durch McIntyre nahm Ambrose den Wind aus den Segeln, sodass dieser wieder Rollins einwechseln musste. Danach absolutes Chaos, als Ziggler und McIntyre Rollins bei einem Suicide Dive außerhalb des Rings abfangen und dann alle Hände voll hatten, als Ambrose angesegelt kam. In der Folge gab es tolle Sequenzen im Ring mit wechselnden Teilnehmern.

Beide Teams hinderten einander daran, ihre Double Team Manöver durchzuziehen. Phasenweise kamen beide Teams wirklich nah ans Finish, doch letztlich war es ein Claymore Kick von McIntyre, den Rollins nicht kommen sah, der den Unterschied machte. Gerade als er Ziggler geschultert hatte, landete der opportunistische Schotte den Kick, sodass Ziggler als legaler Mann auf Rollins landete und ihn pinnte, obwohl er selber mehr KO als bei Bewusstsein war.

Samoa Joe vs. AJ styles – WWE Championship Match

Eingedenk der persönlichen Rivalität zwischen diesen beiden (vor allem befeuert durch Samoa Joe), brauchte das Match nicht lange, um auf Touren zu kommen. AJ ging sofort drauf! Mit technischen Finessen oder einem Abtast-Prozess hielt sich hier keiner auf.

AJ Styles zunächst mit den klaren Vorteilen. Er wollte es gar vorzeitig mit einem Phenomenal Forearm beenden, doch Samoa Joe rollte sich rechtzeitig aus dem Ring. Als dann AJ Styles auf dem Weg nach draußen war, erwischte Samoa Joe ihn und konnte daraufhin das Match an sich reißen. Offensichtlich hatte er sich als angeschlagener präsentiert, als er es war. Danach ging Samoa Joe wieder so methodisch zu Werke, wie man es von ihm in diesen Situationen kennt. Dabei beeindruckte er wie immer mit seiner Beweglichkeit für einen Mann von so viel Gewicht. Vor allem ein Running Forearm zwischen den Seilen durch, wusste zu beeindrucken. Und das mit 280 Pfund dahinter!

Styles schaffte es in dieser Phase nicht, wieder dauerhaft die Kontrolle zu übernehmen. Wann immer er ein wenig Offensive generierte, tat Samoa Joe wieder den Deckel drauf. Erst als Samoa Joe zu viel Zeit beim Versuch eines Superplexes beanspruchte, gelang es AJ Styles mit einem unorthodoxen Konter zurückzukommen. Beide Männer waren nun angeschlagen. Das Gefühl, dass hier das Ende nah sein konnte, stellte sich langsam ein. Jeder Konter und jede größere Aktion in dieser Phase nun mit entscheidendem Charakter. Wie schon beim Summer Slam ein Match mit super Spannungsbogen!

Samoa Joe bei Hell in a Cell 2018

Bildquelle: By Shared Account [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Das Match war nun wieder völlig offen. AJ Styles beeindruckte mit einer Wreck Bomb gegen Samoa Joe, anschließend mit einem Springboard 450. Aber der Versuch, danach den Styles Clash anzubringen, schlug fehl und Samoa Joe traf mit einer Running Clothesline, die AJ Styles mit der Wucht eines Zuges traf. Der Versuch eines Musclebusters von Joe wurde wiederum fast mit dem Styles Clash gekontert.

Beide waren nun schwer angeschlagen. Ein Phenomenal Forearms wurde mit dem Kokina Clutch gekontert, doch als Samoa Joe den Griff zum Boden brachte, rollte AJ Styles durch und pinnte Samoa Joe mit den Schultern. Dieser war danach außer sich, weil er darauf bestand, das AJ in dieser Situation abgeklopft hatte, was Kameraaufnahmen später auch bestätigten. Doch der Ringrichter hatte es nicht gesehen! Und auch beim Wrestling gibt es ja bekanntermaßen den Tatsachenentscheid. Wow, endlich mal eine Fehlentscheidung, von der nicht ein Heel profitiert!

Miz und Maryse gegen Daniel Bryan und Brie Bella – Mixed Tag Team Match

Maryse und Brie starteten im Ring, doch Maryse entzog sich direkt, indem sie ihren Gatten einwechselte, was natürlich bedingte, dass Daniel Bryan rein musste. Generell war Maryse immer wieder bestrebt, nicht aktiv in den Ring zu müssen, sodass das Match größtenteils von Miz und Daniel Bryan getragen wurde. Dabei gab zunächst Daniel Bryan den Ton an. Doch the Miz schaffte es, wie so oft, mit opportunistischen Manövern mehr Kontrolle zu übernehmen. Bisweilen tatkräftig unterstützt durch seine Gattin.

Wann immer Bryan es schaffte, Brie einzuwechseln, entzog sich Maryse sofort wieder, indem sich Miz wieder einwechseln ließ. Doch irgendwann hatte Brie Bella die Faxen dicke und ging einfach auf beide los, wobei Maryse diesmal nicht die Beine in die Hand nehmen konnte. Daraufhin wurden Miz und Maryse verprügelt. Doch in einem opportunistischen Move, dem einzigen den Maryse an diesem Abend angebracht hatte, konterte sie Brie Bella im Bodenkampf und pinnte sie! Ein weiterer Sieg aus dem Nichts für the Miz und Maryse!

Alexa Bliss gegen Ronda Rousey - RAW Women's Championship Match

Alexa Bliss hatte viel zu beweisen, nachdem sie im ersten Kampf beim SummerSlam 2018 in kurzer Zeit verprügelt wurde. Und auch hier wurde die überlegene Physis von Rousey schnell überdeutlich. Aber Bliss nahm jeden rettenden Strohalm, den sie finden konnte. Einerseits bearbeitete sie die angeschlagenen Rippen von Rousey. Und auch Mickey James und Alisha Fox, die Entourage, die Bliss mitgebracht hatte, sorgten immer wieder für Ablenkungen.

Danach Bliss immer wieder erfolgreich mit Angriffen, insbesondere Tritten, gegen die Rippen. Die Rippen fingen nun auch an, die Offensive von Rousey zu kompromittieren, sodass Bliss unverhofft Oberwasser bekam und nun keine Zeit verlor. Immer wieder Angriffe auf die Körpermitte! Selbst beim Auskicken aus Pinversuchen bekam Rousey nun Probleme. Bliss fand immer wieder neue Wege, den Torso anzugreifen. Selbst Fox und James griffen hinter dem Rücken des Ringrichters an. Da machte sich jedoch der Umstand bezahlt, dass auch Natalya Neidhart am Ring war und zugunsten von Rousey eingreifen konnte.

Ein Double Cross Body sorgte natürlich dafür, dass Rousey das schlechtere Ende für sich hatte. Doch gerade als Bliss sich siegesgewiss gab, kam Ronda Rousey zurück, verbiss sich den Schmerz und verpasste Bliss eine Powerbomb. Nach einem weiteren Slam gab es die Armbar und Bliss klopfte sofort ab!

Braun Strowman vs. Roman Reigns - Universal Championship

Das Match wurde von Mick Foley geleitet, einem Mann, der zu aktiven Zeiten intime Bekanntschaft mit dem Hell in Cell Match gemacht hat. Bis heute ist der Bump unvergessen, den er von der oberen Käfigkante genommen hat, als der Undertaker ihn mittels Choke Slam von dort runter befördert hat - durch den Tisch der Ansager.

Roman Reigns suchte sofort den Schlagabtausch - keine gute Idee gegen einen Hünen wie Strowman. In der Folge fiel es Reigns schwer, eine anhaltende Offensive zu etablieren, insbesondere weil Strowman ihn außerhalb des Rings immer wieder in den Käfig donnerte und draußen bearbeitete. Außer einzelnen Aktionen bekam Reigns jedoch nichts auf die Kette. Auch ein Kendo Stick änderte nicht daran, den er am Riesen Strowman zertrümmerte.

Brock Lesnar mit Paul Heyman bei Hell in a Cell 2018

Bildquelle: Miguel Discart [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Erst als Strowman sich selber in die Ringecke schraubte und Reigns rechtzeitig ausweichen konnte, nahm das Match eine Wende und wurde offener. Doch selbst zwei Superman Punches konnten Strowman nicht zu Fall bringen. Der dritte Versuch durch Reigns brachte diesem nur einen Choke Slam ein. Dennoch konnte Reigns fortan mehr Offensive zeigen, vor allem ein eventueller dritter Superman Punch, den Reigns als einen sehenswerten Konter anbrachte, zeigte durchschlagende Wirkung.

Doch gerade als Reigns draußen zum großen Schlag ansetzen wollte, fand Strowman einen Verbündeten in den stählernen Treppenstufen, von den er nun ausführlich Gebrauch machte. Schließlich landete Strowman seinen Running Power Slam. Doch als dieser noch nicht den Sieg brachte, platzierte Braun Strowman einen Tisch in der Ringecke. Nur um dann nach zwei weiteren Superman Punches (ja, die sieht man immer gar häufig, wenn Reigns kämpft) mit einem Spear selber hindurch befördert zu werden, beide Männer danach für eine Ewigkeit am Boden.

Alberner Spot mit "The Shield" - Lesnar & Heyman sorgen für Entscheidung

Draußen begann derweil eine Keilerei zwischen dem Shield gegen Ziggler und McIntyre. Ziggler und Rollins gingen den Käfig hoch, McIntyre und Ambrose kurz danach ebenso. Ambrose räumte oben mit einem Kendo Stick auf und lieferte sich einen wilden Schlagabtausch mit anschließender Double Clothesline zwischen ihm und McIntyre. Ziggler und Rollins lieferten sich kurz danach einen Schlagabtausch am Rande des Käfigs, als beiden dabei waren, wieder herunterzuklettern. Dies resultierte in einem Absturz der beiden durch die Ansagertische. Quasi ein halber Mick Foley. Ein etwas alberner Spot, um ehrlich zu sein, da beide gezielt abspringen mussten, um bis zu den Tischen zu kommen.

Als nun alles halb tot am Boden lag, kam kein Geringerer als Brock Lesnar, gemeinsam mit seinem Manager Paul Heyman, um kurzerhand die Käfigtür einzutreten und die beiden am Boden liegenden, Strowman und Reigns, mit dem Inventar zu vermöbeln und beiden einen F5 zu verpassen. Mick Foley konnte nicht eingreifen, da er von Heyman mit Reizgas ausgeschaltet wurde. Nachdem Lesnar sich ausgetobt hatte, wurde der Kampf abgebrochen, da keiner mehr fähig war, ihn fortzusetzen.

Nach dieser Sequenz ging auch die Show zu Ende, was vielen Fans in der Halle missfiel. Was nämlich nicht im Fernsehen zu sehen war, das WWE-Universum quittierte das Ende mit Unmutsbekundungen, obwohl Brock Lesnar gefeiert wurde. Eigenartig, denn fast 18 Monate lang wurde er dafür kritisiert, dass er kaum im TV zu sehen war. Alles in allem war dies ein schwacher Auftritt der WWE bei diesem Pay-per-view!


WWE