Alle Ergebnisse, ausführlicher Undercard-Bericht und Video zu Bellator 216

Ergebnisse zu Bellator 216

Bildquelle: Hrhr prph [CC0] [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Bellator die Zweite für dieses Wochenende hieß es vergangene Nacht! Nach dem etwas ruhmlosen Ausklang bei Bellator 215, wo ein unbeabsichtigter Tritt in die Weichteile den Main Event jäh beendet hatte, war nun Wiedergutmachung angesagt. Dafür sollte ein Main Event zwischen Michael Page und Paul Daley sorgen, zwei der besten Weltergewichte aus England, die nun erstmalig die Klingen kreuzten. Das Ganze garniert mit gleich zwei netten Fights im MMA-Schwergewicht.

Bellator 216 stieg, wie schon Bellator 215 am Vortag, im Mohegan Sun Center in Uncasville, Connecticut. Der Main Event war dabei nicht nur ein echtes "Grudge Match", sondern auch ein Viertelfinale des laufenden Bellator GP der Weltergewichte, bei dem für den Gesamtsieger neben dem Titel von Turnierteilnehmer und Bellator Weltergewichts Champion Rory MacDonald in Aussicht steht. Dem Sieger des Turniers winken überdies eine Million Dollar Preisgeld, die Rapper 50 Cent mal eben in den Pot geschmissen hat. In den ersten Viertelfinals konnten sich bereits Douglas Lima (gegen Andrey Koreshkov) und Neiman Gracie (gegen Ed Ruth) durchsetzen. Der Sieger des gestrigen Main Events wird in der nächsten Runde auf Douglas Lima treffen.

Erfolgreiches Debüt für Loureda

Den Start machten die Frauen im Fliegengewicht. Colby Fletcher (1-2) traf auf Valerie Loureda (Debüt). Loureda eine US-amerikanische Meisterin im Taekwondo. Fletcher mit einem Hintergrund im Thaiboxen. Entsprechend spielte sich diese Angelegenheit nur auf den Beinen ab und kam auch nicht aus der ersten Runde heraus. Der Kampf auf langer Distanz geführt, da Fletcher einen großen Reichweitenvorteil hatte. Loureda setzte dem jedoch ihre durch Taekwondo geschulten Kicks entgegen. Letztlich jedoch war es eine linke Gerade, die Loureda zum Sieg verhalf, als sie Fletcher klar traf und ihren Weg auf den Boden noch mit einem Body Kick beschleunigte.

Dort feuerte sie umgehend schwere Hammerfäuste nach unten. Fletcher drehte sich nur weg. Doch als der Ringrichter nach einigen Sekunden sah, dass sie sich nicht intelligent verteidigte, resultierte der TKO. Eine sehr emotionale Loureda feierte ihren ersten Sieg mit Tränen der Freude. Auch Papa Loureda, der selber schon im Taekwondo aktiv war, konnte sich ein Tränchen nicht verkneifen.

Yaroslav Amosov bleibt ungeschlagen

Anschließend kam es zu einem Kampf im Weltergewicht. Yaroslav Amosov (20-0) aus der Ukraine gegen Brasiliens Erick Silva (20-9). Silva ein erfahrener UFC Kämpfer, der dort 15. Mal angetreten ist, mit seinem ersten Kampf bei Bellator. Hier gab es sogleich eine muntere erste Runde. Beide Kämpfer zwar exzellente Bodenkämpfer (Amosov ein hoch dekorierte Sambo Champion/Silva ein Schwarzgurt in BJJ und Judo). Doch spielte sich die erste Runde komplett auf den Beinen ab. Silva übernahm zunächst die Mitte und agierte druckreich. Schon früh erlitt Amosov einen Cut im Gesicht. Amosov landete zwar einige der präziseren Schläge, doch Silva konnte über Druck und das Volumen kommen. Auch den Versuchen von Amosov, den Kampf zum Boden zu bringen, konnte er sich erwehren. Eine enge, umkämpfte erste Runde mit leichten Vorteilen für Silva, auch wenn Amosov zum Ende der Runde stärker aussah.

In der Zweiten hatte Amosov dann scheinbar genug vom Kampf auf den Beinen und er initiierte einen Clinch, wo er geschickt im Stand hinter Silva kam und dessen Rücken nahm. Sogleich kontrollierte er ein Bein von Silva, das er mit seinen Beinen umklammerte, um den Kampf auf die Matte zu bringen. Dort stellte Amosov seine erstklassige Top Control unter Beweis. Zwar konnte Silva Situationen vermeiden, in denen eine Aufgabe hätte drohen können. Doch Amosov konnte mit vielen rechten Händen punkten. Zwischenzeitlich donnerte er Silva, der wieder auf die Beine kam, umgehend mit einem Slam zurück auf die Matte. Die dritte Runde bot dann mehr vom Selben. Zum wiederholten Male in seiner Karriere zeigte Silva zufiel Zuversicht, den Kampf auf den Beinen auszutragen, anstatt sich auf seine Stärken im Bodenkampf zu besinnen und selber den Takedown zu suchen. Wieder gelang es Amosov, den Rücken zu nehmen und den Kampf auf den Boden zu bringen und dort zu halten. Es resultierte ein klarer Punktsieg für Amosov, der Runde zwei und drei souverän verbuchen konnte.

Kongo verdient sich erneuten Titelkampf

Anschließend kam es zu einem Rückkampf im Schwergewicht. Cheick Kongo (29-10) traf auf Vitaly Minakov (21-0), den früheren Bellator Schwergewichts Champion, der diesen Titel nur aufgrund von Inaktivität verloren hatte. 2014 hatte Kongo ihn schon einmal um diesen Titel herausgefordert, verlor den Kampf aber deutlich über fünf Runden. Nun eine Neuauflage, bei der der Gewinner wohl einen Titelkampf gegen Ryan Bader bekommen sollte. Die erste Runde war knapp. Keiner konnte deutliche Vorteile erzielen. Minakov versuchte, seine rechte Klebe anzubringen, brachte sie auch ein paar Mal ins Ziel, ohne jedoch voll zu treffen. Kongo nutzte seinen Reichweitenvorteil, um das Tempo zu verwalten und agierte immer dann offensiv, wenn er seinen Mann am Käfig stellte.

Die Zweite dann extrem passiv. Minakov zu versessen darauf, mit seiner Rechten auf Kopfgeldjagd zu gehen. Dabei schmiss er fast nur einzelne Hände und war oftmals völlig außer Reichweite. Jedoch ging der Vorwärtsdrang komplett von ihm aus. Allein in der letzten Minute der Zweiten ging Kongo vermehrt nach vorne, wobei er auch einige Treffer verbuchen konnte und so vielleicht genug getan hatte, um diese langsame Runde noch zu stellen. In der der Dritten brachte Minakov den Kampf auf die Matte, nachdem er einen Kick von Kongo gefangen hatte. Kongo musste hart arbeiten, um vom Rücken aus wieder an den Käfig zukommen und sich dort nach oben zu arbeiten. Dort angelangt nutze er die verbliebene Zeit, um mehrere Hände und schwere Knie im Clinch gegen den Zaun zu landen. Am Ende feierte er einen Punktsieg, der aber eingedenk des geringen Outputs in diesem Fight denkbar knapp war. Minakov musste letztlich dafür bezahlen, dass er auf den Beinen zu ideenlos und durchsichtig war. Er erlitt seine erste Niederlage nach 22 Kämpfen!

Auch „Cro Cop“ siegt in seinem Rückkampf

Der Co-Main Event war ebenfalls ein Rückkampf im Schwergewicht. Mirko "Cro Cop" Filipovic (37-1-2) traf auf Roy Nelson (23-16). Unter dem Banner der UFC hatte im UFC Schwergewicht noch Roy Nelson das bessere Ende für sich gehabt. Nun traf er abermals auf die alte Legende aus Pride Tagen. Beide mit über 40 Jahren (Nelson 42, Cro Cop gar 45) natürlich weit über ihren Zenit hinaus. Nelson zunächst der Mann, der nach vorne ging. Er stellte „Cro Cop“ öfters am Käfig, konnte ihn jedoch nicht runter bringen. Die Wirkungstreffer in Runde eins allerdings bei „Cro Cop“, der im Clinch gegen den Zaun mehrfach klare Aufwärtshaken landen konnte. Auch einig Ellbogenstöße konnte er in diesen Situationen ins Ziel bringen. „Cro Cop“ dadurch wirkungsvoller.

In Runde zwei profitierte „Cro Cop“ weiterhin von seiner Dominanz und Kraft im Clinch. Immer wieder schaffte er es, von Nelson initiierte Clinches zu drehen und selber mit Aufwärtshaken und Knien zu punkten. Nelson auf den Beinen immer dann mit Problemen, wenn er „Cro Cop“ die Initiative überließ. Allerdings wurde der Kampf im Verlauf der Runde bissiger, was Gelegenheiten für beiden Kämpfer auf den Beinen eröffnete. „Cro Cop“ weiterhin erfolgreich dabei, Takedown Versuche abzuwehren. In der Dritten waren beide sichtbar konditionell gezeichnet. Roy Nelson ging weiterhin nach vorne und schaffte es spät in der Runde, „Cro Cop“ endlich auf die Matte zu bringen. Doch mit nur noch einer Minute Zeit und bereits aus dem letzten Loch pfeifend, konnte er damit nicht mehr genug anfangen, um dem Kampf noch eine entscheidende Wendung zu geben. „Cro Cop“ gewann nach Punkten und feierte somit ein erfolgreiches Bellator-Debüt.

MVP zieht in die nächste Runde ein

Zeit für den Hauptkampf des Abends! "MVP" Michael Venom Page (13-0) traf auf Paul Daley (40-16-2), um den Einzug ins Halbfinale des Bellator Welterweight Grand Prix unter sich auszumachen. Die erste Runde schon fast ein Schmierentheater. Der lange MVP übernahm die Mitte und tänzelte in seiner Manier umher, um auf Konter zu lauern. Doch Daley, der die gesamte Runde gar nichts schmiss, weigerte sich anzubeißen. So plätscherten fünf der ereignislosesten Minuten hin, die man als MMA Fan je gesehen hat. In der Zweiten ging der als Stand-up-Kämpfer bekannte Daley dann überraschenderweise dazu über, den Bodenkampf zu suchen. Und tatsächlich konnte er die Runden zwei und drei mit seiner Top Control dominieren. Zum Ende der Zweiten landete er dabei einige gute Treffer. Ebenso inmitten von Runde drei.

In Runde vier drehte MVP dann den Spieß um, als er seinerseits einen Takedown Versuch von Paul Daley konterte und selber mit Ellbogenstößen zum Boden punkten konnte. Kaum zu glauben! Zwei berüchtigte Striker aus England trafen aufeinander und es gab stattdessen ein Wrestling-Match! In Runde fünf landete Daley wiederum den Takedown und konnte bis Mitte der Runde Top Control wahren, ohne jedoch dabei nennenswerte Attacken zu verbuchen. Daher konnte MVP diese letzte Runde noch stehlen, als er den Rücken von Daley nahm und ihn bis zum Ende der Runde ringerisch in die Defensive drängen konnte. Am Ende gewann MVP diesen Kampf knapp aber verdient. Paul Daley hatte insbesondere die erste Runde, in der er nicht einen Schlag geschmissen hatte, einfach hergeschenkt, was sich auf den Punktzetteln bitter rächte.


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