Handball-EM: 34:22! Deutschland lässt Österreich keine Chance - Bitter überragend!

Deutschland feiert Sieg über Österreich bei Handball-EM 2020

Bildquelle: Kuebi = Armin Kübelbeck [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Mit einem starken Auftritt und glänzend aufgelegten Johannes Bitter im Tor hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Handball-EM einen Prestigesieg gelandet. Co-Gastgeber Österreich wurde mit 34:22 von der Platte gefegt, wodurch sich der Weltmeister von 2007 das Ticket für das Spiel um Platz fünf sichern konnte. Vor allem nach dem Wechsel trumpfte das dominant agierende DHB-Team auf.

Im vorletzten Hauptrundenspiel konnte Deutschland ein Ausrufezeichen setzen: Mit einem überlegenen 34:22-Sieg gegen Österreich bewies die DHB-Sieben Moral, zumal das Erreichen des Hauptziels schon vor der Partie außer Reichweite war. Denn nach der bitteren 24:25-Pleite am Samstag gegen Kroatien und den Sieg der Spanier gegen Weißrussland (37:26) am Montag hatte sich noch vor Anwurf die letzte theoretische Chance auf den deutschen Halbfinaleinzug in Luft aufgelöst.

DHB-Team startet nervös

Doch gerade in der Anfangsphase waren Zweifel angebracht, ob die favorisierten Deutschen gegen Österreich noch einmal alles in die Waagschale werfen würden. Denn die Truppe von Bundestrainer Christian Prokop wirkte nervös, ließ Körpersprache und letzte Entschlossenheit vermissen und verteidigte fahrig. Die Folge: Die Österreicher führten nach sieben Minuten mit 4:2 und konnten den Vorsprung bis zur 12. Minute verteidigen. Entsprechend euphorisch war die Stimmung in der mit 9.000 Zuschauern ausverkauften Wiener Stadthalle.

Der in die Kritik geratene DHB-Coach Prokop reagierte und nahm Johannes Bitter für den glücklosen Andreas Wolff in den Kasten. Der Stammkeeper konnte in den ersten 15 Minuten nur einen Wurf parieren. Zudem wurde auf eine aggressive 5:1-Verteidigung umgestellt. Die Maßnahmen erwiesen sich als goldrichtige Entscheidung.

Mit Bitter kommt die Wende

Deutschland kämpfte sich regelrecht in das nun immer hitziger werdende Nachbarschaftsduell und konnte in der 21. Minute erstmals in Front gehen - Jannik Kohlbacher traf zum 11:10. Zur Halbzeit stand es 16:13 und die Deutschen hatten das Geschehen mehr und mehr unter Kontrolle bekommen. Vorne wurde schnell und effektiv gespielt und hinten stand die Abwehr stabil. Wenn die Gastgeber durchkamen, war oftmals bei Bitter Endstation, der tolle Paraden zeigte und seine Vorderleute emotional immer wieder anpeitschte.

So sollte es in der 2. Halbzeit weiter gehen. Das DHB-Team legte einen Blitzstart hin und konnte nach drei Treffern in Folge durch Johannes Golla (2) und David Schmidt auf ein Fünf-Tore-Polster (19:14) blicken. Deutschland ließ nicht locker und dominierte das Geschehen. Bitter erwies sich weiter als überragender Rückhalt und die Offensive traf zuverlässig. Nach 40 Spielminuten waren die Prokop-Schützlinge auf 23:16 weggezogen. Die Vorentscheidung.

 

 

Bitter zum Man of the Match gewählt

Die DHB-Männer hielten das Tempo weiter hoch und warfen sich den Frust von der Seele. Hendrik Pekeler stellte in der 49. Minute auf 29:19 und besorgte damit ein komfortables Polster. Deutschland brachte die Partie souverän über die Zeit und konnte gegen schwächelnde Hausherren zudem Selbstvertrauen tanken. Am Ende stand ein hochverdienter 34:22-Erfolg zu Buche.

Ein Extralob verdiente sich Johannes Bitter der insgesamt 15 Paraden zeigte und somit weit über die Hälfte aller Würfe der Österreicher zunichtemachte. Der 37-jährige Routinier wurde völlig zurecht zum Spieler des Spiels gekürt. „Wir freuen uns über diesen Sieg“, erklärte der überragende Bitter am ARD-Mikrofon und verwies auf die bittere Schlappe gegen Kroatien: „Wir waren in einem Loch. Heute haben wir uns gepuscht.“ Auch Prokop lobte seine Schützlinge nach der starken Leistung: „Es war rein mental eine große Herausforderung. Die Mannschaft hat konstant und konzentriert durchgezogen.“

Erst gegen Tschechien, dann Spiel um Platz 5

Timo Kastening war mit sechs Toren erfolgreichster Werfer in den deutschen Reihen, dahinter reihte sich Tobias Reichmann (5) ein, der alle fünf Siebenmeter im Kasten unterbrachte.

Für Deutschland geht es bei der Handball-EM am Mittwoch mit dem letzten Hauptrundenspiel gegen das punktlose Schlusslicht Tschechien weiter. Diese Begegnung hat allerdings nur noch statistischen Wert. Denn dem DHB-Team ist in seiner Gruppe der Hauptrunde mit 4 Punkten der 3. Platz nicht mehr zu nehmen und wird somit am kommenden Samstag im schwedischen Stockholm das Spiel um Platz fünf bestreiten. Spanien und Kroatien (beide 8 Punkte) stehen dagegen als Halbfinal-Teilnehmer fest.

In der anderen Hauptrundengruppe streiten Norwegen, Ungarn und Slowenien um die Halbfinaltickets.


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