Angelique Kerber scheitert zum achten Mal im neunten Versuch gegen Azarenka

Kerber fliegt nach Niederlage gegen Azarenka bei Monterry Open raus

Bildquelle: NAPARAZZI [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Zwei gutklassige Finals bei den WTA-Turnieren in Charleston (USA) und Monterrey (Mexiko) haben womöglich auch einige der deutschen Tennisfans dafür entschädigen können, dass die deutsche Nummer 1 Angelique Kerber den Sprung ins Endspiel bei den Monterrey Open bei ihrer Dreisatzniederlage gegen Victoria Azarenka (Weißrussland) zuvor knapp verpasst hatte. Durch das 4:6, 6:4, 1:6 gelang es der Kielerin zwar nicht, noch näher an die Top 4 der Weltrangliste der Damen heranzukommen. Doch der Eindruck, den sie auf dem Hartplatz im sonnigen Monterrey hinterlassen hatte, lässt für die kommenden Wochen bis hin zum nächsten Grand-Slam-Turnier in Paris auf viel Gutes hoffen.

Im Endspiel hatte ihre Angstgegnerin Azarenka (acht Niederlagen Kerbers in neun Duellen) jedoch gegen die wie entfesselt aufspielende Spanierin Garbiñe Muguruza häufiger das Nachsehen in den Grundlinienduellen, die eher an gekonntes Preisschießen erinnert hatten, ehe sie beim Stand von 1:6, 1:3 angeschlagen aufgeben musste. Im Finale von Charleston setzte sich derweil Madison Keys (USA) 7:6, 6:3 gegen Caroline Wozniacki (Dänemark) durch, die nach einem sehr engen ersten Durchgang der Power und Präzision der dann fast fehlerfrei angreifenden Kontrahentin nichts Adäquates entgegenzusetzen hatte.

Attraktives Angriffstennis im Finale von Monterrey

Oft fehlt selbst im aktuellen Spitzentennis der Damen bei wenigstens einer der beiden Gegnerinnen mindestens eine Komponente, die als Voraussetzung für hervorragendes Angriffstennis gilt; das, wenn relativ fehlerarm vorgetragen, durch das beste Verteidigungstennis aufgrund des Wesens der Feldkontrolle in dieser Sportart kaum zu schlagen ist.

Im Finale der Monterrey Open zwischen Victoria Azarenka und Garbiñe Muguruza traf das nicht zu: Im druckvollen und auf Winner ausgerichteten Grundlinientennis beider Kontrahentinnen folgte ein grandioser Schlag dem nächsten. Und das auf beiden Seiten – trotz des deutlich klingenden 6:1 für die Spanierin im ersten Durchgang. Beide schlugen über diese nur sieben Spiele jeweils mehr als zehn Winner, suchten den Punkt stets im eigenen Erfolgserlebnis, nicht etwa im Fehler der Gegnerin.

Azarenka und Muguruza heiße Kandidatinnen für die nächsten großen Turniere

Dass es gerade auf Seiten von Azarenka jedoch einige nicht erzwungene Fehler zu viel gegeben hatte, machte den viel zu großen Unterschied im Ergebnis aus. Schließlich sorgten die Unforced Errors bei der Weißrussin auch mehr und mehr für Missstimmung. Gepaart mit der angeschlagenen Wade zu Beginn des zweiten Durchgangs führte der Gemütszustand schließlich zur Aufgabe des Matches beim 1:6, 1:3.

Doch konnte sie nicht die aufsteigende Formkurve der ehemaligen Weltranglisten-Ersten verbergen. Selbstredend ist erst recht Garbiñe Muguruza in der Form von Monterrey in den nächsten Wochen und Monaten eine der heißen Kandidatinnen, um bei den höher dotierten Turnieren der WTA-Serie im Mittelpunkt des Interesses zu stehen.

Madison Keys steigert sich auf Position 14

Gleiches gilt auch für Madison Keys, wenn sie ihre Leistung vom Turniersieg in Charleston (South Carolina) konservieren kann. Dort hatte sie sich von Match zu Match steigern können. Während sie noch in der zweiten Runde gegen die formstarke Deutsche Tatjana Maria wenige Punkte vorm Ausscheiden aus der Konkurrenz gestanden und nur mit Mühe noch einen Dreisatzsieg errungen hatte, ließ sie insbesondere im zweiten Durchgang des Finales ihrer Gegnerin Caroline Wozniacki keine Chance mehr beim 7:6, 6:3.

 

 

Angriffsspiel schlägt in Charleston kühles Taktieren

Noch im ersten Durchgang hatte die Dänin, immerhin ehemalige Nummer 1 der Welt, mit ihren Trümpfen dagegengehalten: viel Taktik, Routine, Kaltschnäuzigkeit. Eine ihr eigene Qualität etwa ist das Ass mit dem zweiten Aufschlag in engen Spielsituationen. Eine mentale Stärke, die sonst auf der Tour nur sehr selten zu finden ist – und womit sie im ersten Satz zumindest noch ihren Weg bis in den Tiebreak gefunden hatte. Keys hingegen bestach durch das druckvollere Angriffsspiel, mit dem sie sich letztlich im Tiebreak eine Nasenlänge voraus schob (7:5).

Im zweiten Satz verringerte Keys, die mit dem Sieg in Charleston auf Rang 14 der Welt geklettert ist, ihre Fehlerquote noch einmal massiv. Hatte sie die Rallye einmal unter Kontrolle, unterliefen ihr quasi überhaupt keine unerzwungenen Fehler mehr, lediglich von der Grundlinie aus landete mal der eine oder andere Ball im Aus. Bei eigenem Aufschlag punktete sie nach Belieben, während Wozniacki mehr und mehr zu kämpfen hatte, ihre Aufschlagspiele durchzubringen.

Netzroller sorgt für das entscheidende Break

So war es beim Stand von 3:2 für Keys kein Wunder, dass die Amerikanerin dieses eine entscheidende Break erzielte. Etwas Glück für sie, dass sie schließlich von einem Netzroller profitierte. Doch bei anderen Gelegenheiten wäre das Break sehr wahrscheinlich ebenso nur eine Frage der Zeit gewesen.

Einen deutschen Erfolg gab es indes in der Tenniswoche auch: Anna-Lena Grönefeld sicherte sich eben bei jenem Sandplatzturnier in Charleston den Sieg in der Doppelkonkurrenz an der Seite von Alicja Rosolska (Polen) und rückte auf Rang 26 in der Weltrangliste der Doppelspielerinnen vor.


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