Washington Capitals gewinnen erstmals Stanley Cup - 4:3-Erfolg bei Golden Knight

Endlich geschafft: Capitals-Superstar Alexander Ovechkin gewinnt den Stanley Cup

Bildquelle: By Michael Miller [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Es ist vollbracht: Die Washington Capital um Superstar Alexander Ovechkin haben erstmals in ihrer 44-jährigen Klubgeschichte den Stanley Cup gewonnen. Durch einen hart erkämpften 4:3-Auswärtserfolg bei den Vegas Golden Knights haben die US-Hauptstädter den noch fehlenden vierten Sieg im Finale der NHL eingefahren und damit die Best-of-seven-Serie gegen das Überraschungsteam letztlich deutlich und souverän mit 4:1 zu ihren Gunsten entschieden.

„Es ist erstaunlich, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Alles was zählt, ist, dass wir diesen Titel endlich gewonnen haben“, jubelte eine freudetrunkener Alexander Ovechkin nach dem entscheidenden Sieg. „Diesen Moment werden wir nie vergessen. An diesen Moment werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern. Ich bin so glücklich, es ist einfach unglaublich“, ergänzte der Russe, der bislang vergebens dem Silberpokal hinterjagte.

Der 32-Jährige, der sich für den zwischenzeitlichen 2:1-Führungstreffer verantwortlich zeichnete, wurde anschließend zum MVP der Playoffs gekürt.

Dabei mussten die Washington Capitals lange um den Sieg kämpfen und lagen zehn Minuten vor Spielende mit 2:3 im Hintertreffen, ehe man den Ausgleich erzielte. Zwei Minute markierte Lars Eller das 4:3 für die Caps, die den knappen Vorsprung gegen die Knights gekonnt ins Ziel retteten. Auch wenn die Final-Niederlage für die Vegas Golden Knights bitter ist, war die NHL-Saison für das Team aus der Glücksspielmetropole ein voller Erfolg. Schließlich waren die in ihrer Premieren-Saison gleich bis ins Endspiel gestürmt - eine echte Sensation.

Vegas dreht zweimaligen Rückstand

Im ersten Drittel dominierten allerdings die Gäste aus Washington, bei denen der deutsche Goalie Philipp Grubauer wieder nur auf der Bank schmorte, und hatten die klareren Chancen. Die beste vergab Ovechkin (9.), der während eines Powerplays aber nur das oberen Torgestänge traf. Im Mitteldrittel ging es auf dem Eis im Wüstenstaat Nevada dann allerdings richtig heiß zur Sache. Vegas forcierte das Tempo, wurde aber von den Capitals eiskalt ausgekontert. Jakub Vrana (27.) verwandelte nach einem Alleingang. Doch die Hausherren ließen sich vom Rückstand nicht aus der Bahn werfen und ein abgefälschter Schuss von Nate Schmidt schlug im Gehäuse Washingtons ein (30.).

Es ging Schlag auf Schlag weiter. Denn nur 34 Sekunden später brachte Capitals-Kapitän Ovechkin seine Farben per Direktabnahme wieder in Front, doch die Golden Knights konnten in Person von David Perron schnell zurückschlagen und glichen in der 33. Minute zum 2:2. Es kam noch besser für die aufopferungsvollen Knights, die kurz vor dem Ende des 2. Drittels in Überzahl durch Reilly Smith erstmals die Führung übernahmen.

Capitals schlagen im Schlussdrittel zurück

Im Schlussdrittel zeigte sich dann aber, was Washington die ganze Saison über ausgezeichnet hat. Mit unbedingtem Siegeswillen und völlig unbeeindruckt von Rückstanden drehten die Favoriten auf und konnten in der 50. Minuten den verdienten 3:3-Ausgleich durch Devante Smith-Pelly. Eller verpasste den Knights schließlich den K.o. (53.). In der Schlussphase war Vegas zwar um den erneuten Ausgleich bemüht, fand aber gegen den dichtgestaffelten und sicher stehenden Defensivverbund der Capitals kein Durchkommen, die die Führung gekonnt über die Zeit retteten und am Ende den knapp 90 Zentimeter großen und 15,5 Kilogramm Silberpokal in die Höhe stemmten.

Auch wenn Grubenbauer im Stanley-Cup-Finale 2018 nicht zum Zuge kam, hat der deutsche Nationaltorhüter seinen Verdienst am historischen Triumph der Washington Capitals, zumal er in zwei Playoff-Partien und in 35 Spielen während der regulären Saison der NHL zwischen den Pfosten stand. Grubenbauer ist der erste deutsche Goalie, der den Stanley Cup gewonnen hat. In den vergangenen beiden Spielzeiten konnte mit Tom Kühnhackl von den Pittsburgh Penguins den begehrten Cup gewinnen, zuvor waren noch Dennis Seidenberg (2011) und Uwe Krupp (1996, 2002) erfolgreich zwei weitere Deutsche siegreich.

Knights-Märchen ohne Happy End

Das Cinderella-Märchen der Golden Knights hat hingegen kein Happy-End gefunden. NHL-Commissioner Gary Bettman versuchte das Expansion-Team aus Las Vegas nach der entscheidenden Heimpleite während der Siegerehrung zu trösten: „Ihr wart der beste Neuling der NHL-Geschichte.“


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