Trainerentlassung von Josef Schneider beim Hamburger SV, die keine wahr

Josef Schneider verließ den Hamburger SV freiwillig

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Nachdem der damalige HSV-Präsident Karl Mechlen die Mannschaft befragte, ob sie mit dem Trainer noch zusammenarbeiten können und das Team dies verneinte, war die Trainerentlassung von Georg Gawliczek beschlossen. Als Nachfolger übernahm der eigentlich als Jugendtrainer eingestellte Josef Schneider im April 1966 das Amt des Bundesligatrainers. Damit stellte der HSV einen Bundesligarekord auf, denn mit Martin Wilke, Georg Gawliczek und Josef Schneider hatte man letztendlich drei Trainer in einer Saison unter Vertrag. Die Saison 1965/66 landete der Hamburger SV unter Schneider auf dem 9. Rang.

In die Saison 1966/67 startete der HSV mit sechs Punkten aus den ersten vier Spielen durchaus erfolgreich. Doch so recht wollte keine Stabilität in das Team kommen. Mehr als zwei Siege in Folge waren nicht möglich.

 

Dennoch schaffte das Team von Josef Schneider es am 16. Spieltag die Tabellenführung zu erobern und beendete die Hinrunde auf einem starken 2. Platz. Dies lag vor allem daran, dass man vom 7. bis 11. und 13. bis 17. Spieltag jeweils fünf Spiele ungeschlagen blieb.

Schneider führte HSV 1967 ins DFB-Pokalfinale

Im DFB-Pokal sorgte das Team von Trainer Schneider für eine glanzvolle Serie. In der 1. Runde siegte man im Hamburger-Derby bei Altona 93 mit 6:0 und sowohl im Achtel- als auch Viertelfinale gegen den 1. FC Köln bzw. Kickers Offenbach schafften die Hamburger erst nach einem Wiederholungsspiel den Einzug in die nächste Runde.

Nach einem 3:1 im Halbfinale gegen Alemannia Aachen zog Schneider mit dem Hamburger SV ins DFB-Pokalendspiel ein, doch dort war der FC Bayern München eine Nummer zu groß und gewann souverän 4:0 den Pokal.

Josef Schneider trat nach schwacher Rückrunde ab

Doch in der Bundesliga brachen in der Rückrunde weitaus stürmischere Zeiten bei den Rothosen an. Trainer Josef Schneider gelang mit seinem Team zwischen dem 20. bis 33. Spieltag kein einziger Sieg mehr, folgerichtig wurde der HSV in der Tabelle nach unten durchgereicht und stürzte auf den 16. Platz. Höhepunkt der schwarzen Serie war eine 0:7-Packung bei Borussia Dortmund am 32. Spieltag. Erst am letzten Spieltag nahm die Leidensserie durch einen Erfolg über Fortuna Düsseldorf ein Ende, dennoch sprang am Ende nicht mehr als ein enttäuschender 14. Platz heraus.

Diese einzigartige Niederlagenserie und Absturz in der Tabelle war auch für Josef Schneider zu viel. Obwohl der HSV keine Trainerentlassung anstrebte, verließ Schneider die HSV-Trainerbank nach nur 15 Monaten und beendete mit dem Saisonende im Juni 1967 seine Trainertätigkeit. Neuer Trainer von Uwe Seeler und Co. wurde Kurt Koch.

Privat ist über Josef Schneider kaum etwas bekannt. Der am 13. April 1914 geborene Koblenzer war zu Beginn seiner Trainerzeit auch Coach der Berliner Auswahl, übernahm am 1. Juli 1963 Hertha BSC und blieb dort bis Anfang März 1965 Trainer. Ein Jahr darauf folgte das Engagement beim Hamburger SV.