Jenö Vincze wurde in der Saison 1966/67 beim 1. FC Nürnberg entlassen

Jenö Vincze beim 1. FC Nürnberg entlassen

Bildquelle: Markus Unger from Vienna, Austria [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

In der Saison 1966/67 ging es beim 1. FC Nürnberg hoch her. Insgesamt wurden drei Trainer verschlissen und sportlich blieben die Franken weit hinter den hohen Erwartungen zurück. Das wurde auch Jenö Vincze zum Verhängnis, der im November nach der Trainerentlassung von Jenö Csaknady zum neuen Trainer des 1. FC Nürnberg ernannt wurde. Doch schon nach vier Spielen ereilte Vincze das gleiche Schicksal wie seinem ungarischen Landsmann Csaknady.

Nach einem mageren 1:1 gegen Aufsteiger Mainz 05 am 12. Spieltag sahen sich die FCN-Verantwortlichen zum Handeln gezwungen und entschieden sich für eine Entlassung von Cheftrainer Jenö Csaknady. Als Nachfolger schaute man sich in den eigenen Reihen um und vertraute auf Jenö Vincze, der bis dahin die Amateurmannschaft des 1. FC Nürnberg trainierte, sich nun aber als Übungsleiter der Profimannschaft empfehlen konnte.

1. FC Nürnberg auch unter Neu-Trainer Vincze enttäuschend

Als Vincze, der mit Ungarn bei der WM 1938 als Spieler Vizeweltmeister wurde, den Cheftrainer-Posten Anfang November 1966 übernahm, lag der Club nur auf dem 12. Platz und damit deutlich hinter den Erwartungen. Schließlich wollte man oben mitmischen. Doch der sportliche Aufschwung blieb unter dem neuen 1. FC Nürnberg Trainer Jenö Vincze aus.

Gleich im ersten Spiel unter seiner Regie kassierte der 1. FCN eine 0:1-Heimpleite gegen Eintracht Frankfurt. Auch in den folgenden beiden Partien des 14. und 15. Spieltags konnte der damals 58-Jährige die Nürnberger nicht in die Erfolgsspur führen und es gab weder gegen Werder Bremen (4:4) noch gegen den amtierenden Meister 1860 München (2:2) einen Sieg zu verbuchen.

Als die Franken dann das letzte Spiel vor der Winterpause gegen Eintracht Braunschweig sang- und klanglos mit 0:4 verloren, war die Amtszeit von Vincze als FCN-Trainer in der Saison 1966/67 auch schon wieder beendet – nach gerade einmal 53 Tagen. Es kam zur schnellen Trainerentlassung, zumal sich die Club-Verantwortlichen doch deutlich mehr ausgerechnet hatten als zwei Punkte unter Jenö Vincze.

Außerdem wurde die Tabellensituation immer brenzliger, da der 1. FC Nürnberg nach dem Ende der Hinrunde mit 14:18 Punkten nur auf dem 14. Rang lag und lediglich einen Zähler mehr auf dem Konto hatte als der VfB Stuttgart, Karlsruher SC und MSV Duisburg, die die letzten drei Plätze belegten.

FCN: Max Merkel folgte auf Entlassung von Vincze

Anfang 1967 gelang dem 1. FC Nürnberg einen echter Coup und es wurde Max Merkel verpflichtet, der zuvor bei 1860 München entlassen wurde. Der Österreicher erhielt ein Vertrag bis zum Ende der Saison 1966/67, der ihm ein monatliches Gehalt von 11.000 DM bescherte.

Für Jenö Vincze sollte der 1. FC Nürnberg dagegen die erste und letzte Station als Bundesligatrainer gewesen sein. Nach seiner kurzen Amtszeit bei den Franken war er noch bis Anfang der 1970er Jahre bei verschiedenen Vereinen in der Regionalliga Süd als Trainer tätig. So trainierte er zum Beispiel den 1. FC Schweinfurt 05 oder auch die SpVgg Bayreuth. Zudem stand Vincze als Trainer beim 1. FC Herzogenaurach unter Vertrag, ehe er zum Abschluss seiner Trainerlaufbahn noch den ADV Herzogenaurach trainieren sollte. Über das Privatleben des Ungarn ist leider kaum etwas bekannt. Jenö Vincze verstarb mit 80 Jahren am 30. November 1988.


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