Jenö Csaknadys zweite Trainerentlassung beim 1. FC Nürnberg (1966/67)

Jenö Csaknady zum zweiten Mal beim 1. FC Nürnberg entlassen

Bildquelle: HerrMay [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Nach dem 12. Spieltag der Saison 1966/67 wurde Jenö Csaknady als Trainer beim 1. FC Nürnberg entlassen. Der Ungar war mit dem Club in den Abstiegsstrudel geraten und musste Anfang November seinen Platz auf der Trainerbank räumen.

Jenö Csaknady, der schon in der Saison 1963/64 Nürnberg-Trainer war und die Franken aber auf eigenen Wunsch verließ, übernahm zum 1. Juli 1965 zum zweiten Mal den Trainerposten des 1. FCN. Nach einer durchwachsenen Saison konnte Csaknady die Spielzeit mit Nürnberg immerhin auf dem 6. Platz beenden. Doch in der Saison 66/67 sollte alles besser werden und Csaknady war diesbezüglich äußerst optimistisch. Das untermauerte seine Ankündigung zum Trainingsauftakt, als er vollmundig verlauten ließ: „Ich bin überzeugt, dass wir heuer unter den Großen mitmischen werden. Auf jeden Fall werden wir besser abschneiden als im Vorjahr.“

1. FC Nürnberg mit Berg- und Talfahrt

Dieser verheißungsvollen Ansage folgte aber erstmal ein Fehlstart und der 1. FC Nürnberg verlor sein Auftaktspiel beim VfB Stuttgart mit 0:1. Doch dann ging es mit dem Club und Csaknady steil bergauf. Nach dem 8. Spieltag standen fünf Siege auf der Habenseite und Nürnberg hat sich bis auf den 3. Platz vorgearbeitet. Würde es der FCN tatsächlich schaffen, „unter den Großen mitzumischen“?

Nein, denn dem Hoch folgte schnell ein Tief und die Mannschaft kassierte Niederlagen in Hannover und Gladbach und im Heimspiel gegen den kriselnden KSC reichte es nur zu einem enttäuschendem 2:2-Unentschieden. Am 5. November 1966 lief das Fass dann über. Lediglich 10.000 Zuschauer werden Zeuge einer erbärmlichen Vorstellung der Csaknady-Truppe, die gegen den Aufsteiger Rot-Weiß Essen nur ein mageres 1:1 herausholte. Angesichts der schwachen Vorstellunge und sportlichen Talfahrt wurde Jenö Csaknady nach dem 12. Spieltag als zweiter Club-Trainer der noch jungen Bundesliga-Geschichte entlassen.

Trainerwechsel beim Club: Auf Jenö Csaknady folgten Vincze und Merkel

Als Interimstrainer wurde Csaknadys ungarischer Landsmann Jenö Vincze, der zuvor die Amateurmannschaft des 1. FC Nürnberg coachte, bestimmt. Aber auch Vincze konnte den FCN nicht wieder in die Erfolgsspur führen. In den vier Spielen bis zur Winterpause blieb die Mannschaft sieglos und kassierte stattdessen zwei Pleiten gegen Eintracht Frankfurt und Eintracht Braunschweig. Mit einer Bilanz von 14:18 Punkten hatten die Franken lediglich einen Zähler mehr als der VfB Stuttgart, Karlsruher SC und MSV Duisburg, die das Tabellenende zierten.

Anfang 1967 wurde Vincze dann von Max Merkel abgelöst. Der Österreicher wurde zuvor beim TSV 1860 München gefeuert und erhielt beim Club einen Vertrag bis zum Ende der Saison 1966/67, der ihm ein sensationelles Monatsgehalt von 11.000 DM bescherte.

Von der Trainerbank auf die "Schulbank"

Jenö Csaknady setzte dagegen seine Trainerkarriere in Griechenland beim AEK Athen fort, mit denen er zuvor schon große Erfolge feiern konnte. Allerdings verweilte er dort auch nur zwei Monate, um dann nach Deutschland zurückzukehren. In der Bundesliga übernahm der Disziplin-Fanatiker aber keinen Job mehr als Trainer.

Zurück in Deutschland arbeitete Csaknady nach seiner Trainerkarriere 20 Jahre lang als Gymnasiallehrer in Frankfurt am Main. Am 7. Januar 2001 verstarb Jenö Csaknady im Alter von 76 Jahren in Mainaschaff!