Trainerentlassung von Helmut Schneider beim KSC in der Saison 1965/66

Helmut Schneider 1965 beim KSC entlassen

Bildquelle: Christopher Voitus [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die Saison 1965/66 war gerade einmal 8. Spieltage alt, als sich die erste Trainerentlassung ereignete. Schauplatz war der Karlsruher SC, wo Trainer Helmut Schneider aufgrund von Erfolgslosigkeit entlassen wurde.

Helmut Schneider ereilte im Januar 1965 der Hilferuf aus dem Karlsruher Wildpark, wo er nach dem 19. Spieltag als Nachfolger von Kurt Sommerlatt vorgestellt wurde. Der KSC befand sich in akuter Abstiegsnot, hatte am Ende aber Glück, dass es durch die Aufstockung der Bundesliga von 16 auf 18 Mannschaften keine Absteiger gab. Der Karlsruher SC zählte im Vorfeld der Saison 1965/66 zu den Teams, die um den Klassenerhalt kämpfen mussten - und die Prognose war richtig.

KSC entließ Schneider nach Katastrophen-Start

Denn gleich am 1. Spieltag kassierten die Badener gegen Neuling Tasmania Berlin eine 0:2-Schlappe. In den zwei darauffolgenden Spielen gegen den FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach konnte die Schneider-Elf immerhin zwei Unentschieden einfahren, doch danach setzte es eine Pleitenserie von fünf Spielen, die letztendlich zur Trainerentlassung führte.

Dabei musste der Karlsruher SC zwischen dem 4. und 8. Spieltag einige herbe Klatschen einstecken wie das 1:4 gegen Borussia Dortmund und den HSV, ein 1:5 gegen den FC Bayern oder das 2:5 gegen Nürnberg. Die Niederlage gegen den 1. FCN besiegelte dann auch das Aus von Trainer Schneider. Der Karlsruher SC zierte mit mageren 2:14 Punkten das Tabellenende und wartete immer noch auf den ersten Saisonsieg.

Jugendtrainer Roth beerbte Schneider

Angesichts der nackten Zahlen und dem katastrophalen Saisonauftakt war es kein Wunder, dass beim Vorstand der Geduldsfaden riss und Helmut Schneider im Oktober 1965 entlassen wurde. Nachfolger und somit neuer Cheftrainer beim KSC wurde Werner Roth, der zuvor als Jugendtrainer im Klub arbeitete. Roth, der über keine Trainer-Erfahrung in der Bundesliga verfügte, startete die Mission Klassenerhalt gleich mit einem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, wobei im Spiel der Badener deutliche Fortschritt zu erkennen war.

Am Ende der Saison hatte der KSC 24:44 Punkte auf dem Konto und landete damit auf dem 16. Platz. Der Abstieg wurde knapp verhindert und so erwischte es neben den abgeschlagenen Tasmanen aus Berlin auch noch Borussia Neunkirchen, die nur zwei Punkte weniger als Karlsruhe hatten. Grundstein für den Klassenerhalt war die Heimstärke. Im Wildpark feierte der KSC unter Trainer Roth noch weitere Heimsiege gegen Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, Tasmania Berlin, Schalke 04, Bayern München, Hannover 96, VfB Stuttgart sowie den 1. FC Köln. Damit konnte der Karlsruher SC auch die katastrophale Auswärtsbilanz von 2:32 Punkten (zwei Unentschieden) weitgehend egalisieren.

Comeback bei Borussia Dortmund

Und wie erging es Helmut Schneider nach seiner Trainerentlassung beim KSC? Der damals 52-Jährige kehrte danach in die Oberliga, wo er im Vorfeld einige Erfolge verbuchen konnte. In der Saison 1968/69 kam es noch einmal zu einem Trainer-Comeback in der Bundesliga, wo er den Posten bei Borussia Dortmund übernahm. Aber auch diese Liaison war nicht von Erfolg gekrönt und eine kurzfristige Angelegenheit.

Im Jahre 1969 zog er sich aus dem Trainergeschäft zurück und konzentrierte sich auf sein Rentnerleben. Leider ist über Helmut Schneider nicht viel bekannt. Der „Sohn“ von Altrip verstarb mit 70 Jahren am 13. Februar 1984 in Mannheim!


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