Trainerentlassung von Kurt Sommerlatt beim Karlsruher SC 1964/1965

Die Trainerentlassung von Kurt Sommerlatt beim Karlsruher SC

Bildquelle: By Carolus requiescat [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Kurt Sommerlatt war der erste Bundesliga-Trainer des Karlsruher SC, wurde aber während der Saison 1964/65 entlassen. Die Trainerentlassung kam alles andere als überraschend und erfolgte am 25. Januar 1965, als der KSC nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen auf den letzten Tabellenplatz abrutschte.

Kurt Sommerlatt war während seiner aktiven Laufbahn für den Karlsruher SC tätig und übernahm am 1. Juli 1962 als Nachfolger von Edmund Frühwirth den Trainerposten der Baden-Württemberger. Mit Sommerlatt konnte sich der KSC für die neugegründete Bundesliga qualifizieren, doch bereits im Startjahr taten sich die Karlsruher schwer und konnten am Ende gerade noch als Tabellen-13. den Abstieg verhindern.

 

Vor allem einige Spielerabgänge und die Umstellung von den bislang gewohnten Anforderungen in der regionalen Oberliga zu den deutlich gesteigerten Ansprüchen der professionellen Bundesliga mit den besten 16 Mannschaften aus Deutschland fiel dem Verein schwer, zumal alle Spieler auch voll berufstätig waren. Somit war der Klassenerhalt in der ersten Bundesliga-Saison durchaus ein Erfolg, aber die Situation für die zweite Spielzeit wurde nicht besser.

Sommerlatt nach sportlicher Talfahrt entlassen

Somit kämpfte der KSC unter Trainer Kurt Sommerlatt auch in der Saison 1964/65 von Beginn gegen den Abstieg. Doch die Luft wurde für Sommerlatt immer dünner, da seine Mannschaft zwischen dem 11. bis 19. Spieltag nur einen Sieg aus acht Spielen einfahren konnte. Mit der 0:2-Niederlage gegen Werder Bremen am 19. Spieltag war das Schicksal des Trainers besiegelt. Der Karlsruher SC rutschte mit 13:25 Punkte auf den 16. Platz und zierte somit als Schlusslicht die Bundesliga-Tabelle. Daraufhin entschlossen sich die Vereinsoberen die Reißleine zu ziehen und Sommerlatt zu entlassen. Es war die erste Trainerentlassung in der laufenden Saison.

Als Nachfolger für Sommerlatt wurde Helmut Schneider in den Wildpark gelotst, der seinerseits in der Saison 1963/64 mit dem 1. FC Saarbrücken aus der Bundesliga abgestiegen ist. Der Karlsruher SC beendete die Spielzeit 1964/65 auf dem vorletzten Tabellenplatz und hätte eigentlich absteigen müssen. Doch der Klub hatte Riesenglück, da die Bundesliga zur neuen Saison um zwei Mannschaften auf insgesamt 18 Teams aufgestockt wurde und es so keinen Absteiger gab.

KSC als einzige Bundesliga-Station für Sommerlatt

Immerhin darf sich Kurt Sommerlatt auf die Fahne schreiben, mit dem KSC den höchsten Sieg in der Bundesliga-Vereinsgeschichte eingefahren zu haben. Am 19. September 1964 feierte der KSC ein 7:0-Schützenfest bei Eintracht Frankfurt. Zugleich kassierte Karlsruhe in dieser Saison aber auch die höchste Niederlage (0:9 gegen 1860 München). Doch am 27. Februar 1965 war Sommerlatt nicht mehr Trainer des KSC.

Für Sommerlatt sollte der Karlsruher SC die einzige Bundesliga-Station in seiner Trainerkarriere bleiben. Nach seiner Entlassung war er noch als erfolgreicher Trainer in der Regionalliga Südwest tätig, wo er bis 1972 das Zepter bei FK Pirmasens, Borussia Neunkirchen und dem FC 08 Homburg übernahm.