Handball-WM: DHB-Team verpasst Sieg über Frankreich! Später Schock mit Schlusspfiff

Vierfacher Torschütze: Frank Wiede bot im Duell mit Frankreih eine großartige Partie

Bildquelle: Sven Mandel [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Nächstes Drama für Deutschland bei der Handball-WM: Das DHB-Team lieferte sich mit Frankreich einen packenden Kampf und schnupperte lange Zeit am ganz großen Coup. Doch mit der Schlusssirene kassierten die deutschen Handballer den bitteren Ausgleich zum 25:25 (12:10). Für den Einzug in die Hauptrunde bei der Heim-WM war der Punkt aber trotzdem ausreichend und die Ausgangslage ist sehr ordentlich.

Deutschland hat innerhalb von 26 Stunden zwei mögliche Siege liegen gelassen. Wie schon am Montag im Krimi gegen Russland (22:22) musste die Prokop-Auswahl am vierten Spieltag der Vorrunde auch im Kräftemessen mit Frankreich einen denkbar späten Ausgleich verdauen. Timothey N'Guessan versenkte mit Ablauf der Spielzeit einen Freiwurf zum 25:25-Endstand.

Gensheimer: „Haben uns wieder nicht belohnt“

Im deutschen Team, das vor einem frenetischen Publikum in der Berliner Mercedes-Benz-Arena einen furiosen Auftritt aufs Parkett legte, war die Enttäuschung nach dem späten Schock natürlich groß. „Wir haben so ein geiles Spiel abgeliefert, einen Riesenkampf hingelegt, wir hätten den Sieg verdient gehabt. Aber am Ende haben wir uns wieder nicht belohnt. Aber wir werden das schnell abschütteln“, erklärte Kapitän Uwe Gensheimer, der gemeinsam mit Martin Stobl und Fabian Wiede die meisten Treffer für Deutschland erzielte (alle 4).

„Es ist extrem bitter, zweimal ein Tor in letzter Sekunde zu bekommen“, ergänzte Wiede.

DHB-Coach Prokop lobt: „Wahnsinn von meiner Mannschaft

Zugleich machte sich nach der unfassbaren Abwehrschlacht aber auch Stolz und Mut im deutschen Lager breit. Schließlich hatte man den amtierenden Weltmeister am Rande einer Niederlage. Und Bundestrainer Christian Prokop zeigte sich von der Leistung seiner Schützling berechtigterweise angetan: „Wir haben dem Weltmeister 60 Minuten lang einen richtigen Fight geliefert. Wir wollen diese WM zu unserer WM machen. Dafür zählt die Art und Weise, die hat total gestimmt. Wahnsinn von meiner Mannschaft.“

Deutschland wohl mit starken 3 Punkten in Hauptrunde

Zuversicht ist auch angebracht: Zum einen hat sich Deutschland mit dem Remis gegen Frankreich für die Hauptrunde qualifiziert, zum anderen wird die DHB-Truppe in diese aller Voraussicht nach mit 3:1 Punkten gehen und hätte gute Chancen, den angepeilten Halbfinal-Einzug zu meistern.

Vorausgesetzt Brasilien, die dem DHB mit ihrem überraschenden 25:23-Erfolg über Russland Schützenhilfe leisteten, erfüllt seine Pflicht und schnappt sich mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Korea den 3. Platz in der Gruppe A. Deutschland bekommt es hingegen zum Vorrundenabschluss am Donnerstag mit Serbien zu tun.

In der ab Samstag beginnende Hauptrunde, die Deutschland in Köln bestreiten wird, warten mit Spanien und Kroatien aber zwei starke Kontrahenten. Zudem wird sich wohl auch Mazedonien als drittes Team aus der Gruppe B das Ticket für die Hauptrunde holen.

Deutschland & Frankreich liefern sich Abwehrschlacht

Zwischen Deutschland und Frankreich hatte sich in Berlin zuvor ein echter Thriller abgespielt. Der erste Durchgang war von zwei bärenstarken Defensivreihen geprägt, wobei der deutsche Mittelblock Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek beeindruckte und gnadenlos zupackten. Zudem war auch DHB-Keeper Andreas Wolff sofort auf Betriebstemperatur. Das Ergebnis: Bis zur 19. Minuten wurden beim Stand von 4:4 gerade einmal acht Tore gezählt!

Im weiteren Verlauf wurde die deutsche Chancenverwertung endlich besser und so erspielte sich der Gastgeber mit einem 3:0-Lauf erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung - 10:7. In die Kabine ging Deutschland immerhin noch mit einer verdienten 12-10-Führung. Die Hoffnung, den Franzosen die erste Pleite bei einer Handball-WM seit sechs Jahren zuzufügen war groß.

DHB-Team kommt schlecht aus der Kabine

Die ersten Minuten der 2. Halbzeit gehörten aber ganz klar dem Titelverteidiger, der nach wie vor auf seinen lange Zeit verletzten Superstar Nikola Karabatic verzichtete. Auf deutscher Seite schlichen sich derweil einige technische Fehler ein. In der 36. Minute übernahm Frankreich dank präziser Abschlüsse folgerichtig mit 15:14 die Führung und Deutschland musste nun wieder einem knappen Rückstand hinterherlaufen.

Dramatische Schlussphase - Böhm mit folgenschwerem Fehlpass

Nach dem kleinen Hänger fand die deutsche Handballnationalmannschaft aber wieder in die Spur und knüpfte an die starke Leistung des ersten Durchgangs an. Da sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte und der Abstand zwischen den Teams zwischen der 32. und 51. Minute maximal ein Treffer betrug, bahnte sich das Herzschlagfinale an.

In der packenden Schlussphase zog das DHB-Team mehrfach auf zwei Treffer davon und hatte beste Aussichten auf den ganz großen Coup. 30 Sekunden vor dem Abpfiff stand es bei Ballbesitz Deutschland noch 25:24, aber ein völlig unnötiger und katastrophaler Fehlpass von Fabian Böhm ins Seitenaus machte den deutschen Traum zunichte. Frankreich nutzte in Person von N'Guessan den letzten Angriff zum Ausgleich und Deutschland konnte die Früchte für einen großartigen Fight nicht ernten.


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