Diamond League: Kipyegon schrammt an WR vorbei - Fraser-Pryce mit Jahresbestzeit

Fraser-Prye erfolgreich bei Diamond Leage in Monaco

Bildquelle: filip bossuyt from Kortrijk, Belgium [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Beim Diamond League-Meeting am Mittwochabend in Monte Carlo sorgte Faith Kipyegon über die 1.500 Meter mit einer Fabelzeit für Furore. Allerdings reichte es nicht zu einem neuen Weltrekord, den die Kenianerin denkbar knapp verpasste. Auch Sprinterin Shelly-Ann Fraser-Pryce lieferte mit einem Mega-Lauf einen absoluten Höhepunkt, gleiches gilt für 200-Meter-Sprinter Noah Lyles.

Wenige Tage vor der Leichtathletik-EM in München (15. bis 21. August) gab es beim Diamond League-Meeting in Monte Carlo einige Top-Leistungen zu bestaunen. Reichlich Spektakel lieferten die Wettbewerbe über die Mittelstrecken, aber auch im Sprint zauberten die Athleten Spitzenleistungen auf die Tartanbahn.

Um 0,3 Sekunden! Faith Kipyegon verpasst 1.500 Meter Weltrekord haarscharf

Für den Höhepunkt beim traditionsreichen Meeting im Fürstentum Monaco, welches ohne deutsche Starter über die Bühne ging, zeichnete sich in erster Linie Faith Kipyegon verantwortlich. Im Rennen über die 1.500 Meter triumphierte die Weltmeisterin in einer Wahnsinnszeit. Nach 3:50,37 Minuten überquerte Kipyegon am Mittwochabend als Erste die Ziellinie.

Es ist die zweitschnellste Zeit, die jemals über diese Distanz gelaufen wurde. Mickrige 0,30 Sekunden fehlten der 28-Jährigen zum 1.500 Meter Weltrekord. Den hatte Genzebe Dibaba vor sieben Jahren ebenfalls in Monaco an gleicher Stelle aufgestellt, als die Äthiopierin 3:50,07 Minuten lief. Kleiner Trost für Kipyegon: Sie stellte sowohl eine Jahresweltbestleistung auf und darf sich zudem über einen neuen kenianischen Rekord freuen.

Kipyegon verliert entscheidende Sekunden in 3. Runde

Dabei lag Faith Kipyegon während ihres Rennens lange Zeit auf Weltrekord-Kurs. In den ersten zwei Runden drückte Tempomacherin Allie Wilson aus den USA mächtig aufs Gaspedal und spulte die ersten 800 Meter in 2:01,64 Minuten runter.

Doch in der 3. Runde büßte Kipyegon mit 63,09 Sekunden entscheidende Sekunden ein. In der Schlussrunde (61,27 Sekunden), die sie im Alleingang absolvierte, kam die zweimalige Olympiasiegerin der Bestmarke zwar ganz nah, am Ende sollte es aber nicht reichen für eine neue Bestmarke reichen.

Faith Kipyegon nach verpasstem WR „etwas geknickt“

Angesichts des knapp verpassten Weltrekords war Faith Kipyegon trotz ihrer Fabelleistung verständlicherweise dennoch etwas geknickt: „Ich bin etwas enttäuscht, dass es auf den letzten Metern nicht gereicht“, ließ sie wissen. „Aber ich freue mich über die persönliche Bestzeit.“

Mit deutlichem Abstand folgten die beiden US-Athletinnen Heather MacLean und Elise Cranny auf den Plätzen zwei und drei. Das Duo durfte sich ihrerseits über persönliche Bestzeiten freuen und blieb mit 3:58,89 Minuten und 3:59,06 Minute erstmal unter der 4-Minuten-Grenze.

100 Meter: Shelly-Ann Fraser-Pryce siegt nach Mega-Lauf

Das zweite Mega-Highlight beim Diamond League-Meeting konnten die Zuschauer im Stade Louis II im 100 Meter Sprint der Frauen bewundern. Die Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce siegte in bärenstarken 10,62 Sekunden. Neue Jahresbestzeit und insgesamt die sechsschnellste Zeit, die eine Athletin jemals über die Distanz gerannt ist. Weltmeisterin Fraser-Pryce war in ihrer langen, erfolgreichen Karriere nur einmal schneller gelaufen (10,60 Sek.).

 

 

Den 2. Platz sicherte sich Fraser-Pryce‘ Landsfrau Shericka Jackson. Die 200-Meter-Weltmeisterin lief in 10,71 Sekunden eine persönliche Bestzeit. Dicht dahinter nistete sich Marie-Josée Ta Lou von der Elfenbeinküste ein. Auch sie überzeugte restlos mit 10,72 Sekunden. Die 33-Jährige war zuvor noch sie schnell gerannt und markiert damit auch einen neuen Landesrekord.

Neue Jahresbestzeit durch Noah Lyles

Zu beeindrucken wusste ferner Noah Lyles. Der US-Amerikaner stand mit seinem über 200 Meter Fraser-Pryce nur wenig nach und spulte die Strecke in erstklassigen 19,46 Sekunden ab – Meeting-Rekord. Schneller war Lyles nur kürzlich bei seiner Gala-Vorstellung im Rahmen der Leichtathletik Weltmeisterschaften in Eugen (USA), wo sich der 25-Jährige in 19,31 Sekunden überlegen den Titel holte und am Weltrekord von Usain Bolt (19,19) schnupperte.

Den 400 Meter-Lauf der Männer entschied hingegen Shaunae Miller-Uibo zu seinen Gunsten. Der Weltmeister und Olympiasieger von den Bahamas war in 49,28 Sekunden nicht zu schlagen. Einen starken Auftritt legte auch Hürdensprint-Weltmeister Grant Holloway hin. Der US-Amerikaner siegte in 12,99 Sekunden und konnte damit erstmals in diesem Sommer die 13-Sekunden-Marke unterbieten.

Siege für Natoya Goule, Werkwuha Getachew und Jake Wightman

Weitere Top-Zeiten hielten beim Diamond League Meeting in Monte Carlo die Läufe über die Mittelstrecken bereit. Beim 800-Meter-Lauf der Frauen glänzte Natoya Goule aus Jamaika, die in 1:56,98 Minuten siegte. Den Sieg über die 3.000 Meter Hindernis schnappte sich derweil Vize-Weltmeister Werkwuha Getachew in 9:006,19 Minuten. Im Endspurt hatte die Äthiopierin die meisten Körner und verwies ihre Landsfrau Zerfe Wondemagegn (9:06,19) und die britische Elizabeth Bird (9:07,87, europäische Bestzeit) auf die Plätze.

Im 1.000 Meter-Rennen der Herren behielt Jake Wightman aus Großbritannien die Oberhand. Der 1.500-Meter-Weltmeister kam nach 2:13,88 Minuten ins Ziel. Enttäuschend verlief das Rennen hingegen für Emmanuel Korir. Der Kenianer, Weltmeister über 800 Meter, ließ auf der Schlussgerade abreißen und wurde in 2:18,19 Minuten Zwölfter und damit Letzter.

Maykel Masso gewinnt packenden Weitsprung-Wettbewerb

Reichlich Spannung bot der hochklassige Weitsprung-Wettkampf der Männer. Zwar glückten dem Olympiasieger Miltiadis Tentoglou gleich fünf Top-Sprünge (8,31 m, zweimal 8,30 m, 8,29 m und 8,27 m), doch das reichte lediglich für Platz zwei. Es siegte der Kubaner Maykel Masso, der bei seinem besten Satz eine Weite von 8,35 Meter erzielte. Dritter wurde Marquis Dendy. Der US-Amerikaner verzeichnete in seinen besten beiden Versuch die gleiche Weite wie Tentoglou (8,31 und 8,30 m), sodass der drittbeste Sprung die Entscheidung zugunsten des Griechen brachte.

Im Dreisprung der Frauen hatte derweil Weltrekordlerin Yulimar Rojas unerwartet Mühe. Nachdem die Überfliegerin aus Venezuela mit drei ungültigen Versuchen startete, bewies sie starken Nerven. Rojas sicherte sich dennoch mit 15,01 Metern die Sieg und wurde letztlich doch ihrer großen Favoritenrolle gerecht.


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