Hallen-DM: Klosterhalfen mit 3.000m-Rekord - Favoritensiege für Schwanitz & Storl

Konstanze Klosterhalfen stürmt in deutscher Rekordzeit zum Hallen-Titel

Bildquelle: jenaragon94 [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathletik in Leipzig überzeugten die DLV-Athleten zwei Wochen vor der Europameisterschaft mit guten Leistungen. Für Furore sorgte allen voran Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen, die mit deutscher Rekordzeit über 3.000 m triumphierte. Im Hochsprung erlebte Imke Onnen einen wahren Höhenflug, während sich David Storl und Christina Schwanitz über Favoritensiege im Kugelstoßen freuen konnten.

Konstanze Klosterhalfen hat hatte bei der Hallen-DM in Leipzig bereits am Samstag für ein echtes Highlight gesorgt und sich zwei Tage vor ihrem 22. Geburtstag vorzeitig beschenkt. Denn über die 3.000 m zeigte sie eine Fabelleistung und lief mit 8:32,47 Minuten neuen deutschen Rekord (siehe unten eingebundenes Video)! Damit blieb Klosterhalfen gleich mehr als drei Sekunden unter ihrer alten Rekordzeit (8:36,01), die sie im letzten Jahr aufstellte. Zugleich war es Weltjahresbestleistung!

Klosterhalfen mit eindrucksvollem Finish

Mit deutlichem Abstand folgte Alina Reh (8:43,47) auf dem 2. Platz. Klosterhalfen zeigte vor allem auf den Schlussrunden ein bärenstarkes Finish - die letzte Runde meisterte sie in 30,9 Sekunden! „Ziel war, die letzten beiden Runden schnell zu laufen. Vorher sollte ich im Feld bleiben. Ich bin Alina Reh superdankbar, eine bessere Tempomacherin kann man nicht finden“, kommentierte Klosterhalfen, die seit November in den USA lebt und dort bessere Voraussetzungen findet, um sich in der absoluten Weltklasse-Elite zu etablieren, nach erfolgreicher Titelverteidigung.

Hochsprung: Onnen wie im Rausch - Przybylko siegt im Thriller

Ein dickes Ausrufezeichen konnte auch Imke Onnen im Hochsprung setzen. Die 24-Jährige sicherte sich mit 1,96 Meter den Titel. So hoch war die Hochspringerin von Hannover 96 und Deutsche Hallenmeisterin von 2015 noch nie in ihrer Karriere geflogen. „Ich kann es gar nicht fassen. Ich habe mich in den Wettkampf hineingesteigert. Es war ein richtiger Schock, als die Latte bei 1,96 Meter liegen geblieben ist“, sagte Onnen nach ihrem „perfekten Wettkampf“.

Silber ging an Christina Honsel, die ihre gute Form bestätigte und die 1,90 m souverän überquerte. Bei 1,92 m fiel zweimal, bei 1,94 m einmal die Latte.

Im Hochsprung der Herren lieferten sich Mateusz Przybylko und Falk Wendrich einen packenden Zweikampf. Der Europameister Przybylko scheiterte genau wie Wendrich an 2,26 Meter, hatte aber insgesamt weniger Fehlversuche und somit das bessere Ende für sich. Aber sowohl der Meister als auch Vize-Meister erfüllten die Hallen-EM-Normen.

Storl & Schwanitz lassen im Kugelstoßen nichts anbrennen

Im Kugelstoßen gab es hingegen deutlich weniger Spannung, aber dafür haben David Storl und Christina Schwanitz die Titelkämpfe mit umso stärkeren Auftritten siegreich gestaltet. Storl schnappte sich mit einer persönlichen Saisonbestleistung von 21,32 Metern in souveräner Manier seinen bereits siebten Hallen-Titel. Der 28-jähriger Lokalmatador ließ der Konkurrenz in Leipzig keine Chance und verwies Tobias Dahm mit fast zwei Metern Vorsprung auf Rang zwei.

Auch der Sieg von Christina Schwanitz war nie Gefahr. Die 33-Jährige bewies mit 19,54 Metern, dass sie längst noch nicht zum 'alten Eisen' gehört. Schwanitz pulverisierte ihre persönliche Hallen-Weltbestleistung um satte 23 Zentimeter und wird nun als absolute Topfavoritin zur Hallen-Europameisterschaft nach Glasgow (1. bis 3. März) fahren. Silber ging an Vorjahressiegerin Alina Kenzel, die trotz eigener Bestleistung von 17,94 Meter Schwanitz nicht gefährden konnte.

Springen: Mihambo mit Problemen - Gierisch siegt souverän

Im Weitsprung der Frauen wurde indes Europameisterin Malaika Mihambo ihrer Favoritenrolle gerecht. Der 24-Jährigen reichten bereits 6,72 Meter zum Sieg, nachdem sie mit zwei Fehlversuchen denkbar schlecht gestartet war und über den gesamten Wettbewerb „nicht richtig meinen Rhythmus gefunden“ hatte. Erst kürzlich war Mihambo ein Satz auf 6,99 Metern geglückt. Komplettiert wurde das Podium durch Annika Gärtz, der im letzten Versuch eine erhebliche Steigerung auf 6,47 Meter glückte, und Merle Homeier (6,38 m).

Auch Kristina Gierisch wurde im Dreisprung erwartungsgemäß Deutsche Meisterin. Ihr reichten 14,38 Meter zum Titel. Dennoch sammelte die Hallen-Europameisterin, die in der Vorwoche mit 14,59 Metern einen neuen deutschen Rekord aufstellte, noch einmal wichtiges Selbstvertrauen vor den Titelkämpfen in Glasgow, wo sie trotz starker Konkurrenz ein klares Ziel verfolgt: „Die Mädels in Europa sind alle unheimlich stark dieses Jahr. Das wird eine Tagesform-Entscheidung. Ich führe momentan die europäische Jahresbestenliste an, bin Titelverteidigerin - ich glaube, mehr muss ich dazu nicht sagen.“

Sprint: Dutkiewicz gewinnt vor Roleder

Im Hürdensprint kam es zum Duell der Dauerrivalinnen Cindy Roleder und Pamela Dutkiewicz. Diesmal triumphierte die 27-jährige Dutkiewicz, die nach 7,90 Sekunden ins Ziel kam und somit ihre eigene Weltjahresbestzeit hauchdünn und lediglich um eine Hundertstelsekunde verpasste. Dahinter reihte sich Roleder (8,00 Sekunden) auf dem 2. Platz ein. Das Duo zählt in Glasgow zu den heißesten Medaillenanwärterinnen.

Im 60 Meter-Sprint konnten sich hingegen erstmals Kevin Kranz in 6,59 Sekunden in Abwesenheit von von Julian Reus sowie Lisa Marie Kwayie (7,19 Sekunden) bei den Frauen, wo mit Titelverteidigerin Tatjana Pinto und Vize-Europameisterin Gina Lückenkemper aber zwei starke Athletinnen fehlten, zum deutschen Hallen-Meister aufschwingen.


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