Bericht und alle Ergebnisse der UFC Fight Night 141 aus China

Ergebnisse zur UFC Fight Night 141

Bildquelle: X2o [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Heute war ein Festtag für UFC-Fans aus Deutschland. Endlich konnte man das Ganze Mal zu gesitteter Stunde verfolgen, ohne sich die ganze Nacht um die Ohren hauen zu müssen, denn die UFC Fight Night 141 wurde in Peking, China veranstaltet! Bereits um Viertel nach neun morgens ging es mit den Vorkämpfen los. Und zu sehen gab es einiges. Auch einen Kampf mit deutscher Beteiligung in der Main Card.

Was vor allem auffiel: Die Chinesen sind mittlerweile weit besser im Geschäft, was MMA anbelangt. Ich kann mich noch an die ersten Vorstöße der UFC nach Fernost erinnern. Damals war doch ein klarer Unterschied in der Qualität der Kämpfer nicht zu übersehen, da MMA in China noch extrem marginalisiert war. Hier hat sich seither einiges getan. Und das merkt man überdeutlich an der Qualität der Kämpfer, die auch in China nun weit besser ist.

Überhaupt kein Vergleich dazu, wie es noch vor einigen Jahren aussah! Und mit dem Erfolg von ONE Championship in der Region, kann man echt gespannt sein, was da noch so alles kommen mag.

Smolka meldet sich zurück, Holland gewinnt Ringschlacht

Den Anfang machten die Bantamgewichte Louis Smolka (14-5/Groß-Britannien) und Su Mudaerji (10-3/China). Mudaerji ein ehemaliger Sanda-Kämpfer mit den besseren Händen. Smolka jemand, der nach einiger Zeit zur UFC zurückgekehrt war. Er hatte vorher einen Kampf mit dem Alkoholismus und musste diesen erst überwinden. Nun war er zurück und wollte wieder da weitermachen, wo er aufgehört hatte. Smolka ließ sich gar nicht erst auf einen längeren Schlagabtausch ein. Er nahm auf dem Weg zum Takedown mehrere Schläge hin, die er aber gut verkraftete. Nahezu die gesamte erste Runde konnte Smolka in Top Control zubringen, womit er den Gastank von Mudaerji sogleich auf die Probe stellte.

In der Zweiten ging Smolka direkt wieder zum Takedown und zur Matte zurück. Mudaerji wehrte sich am Boden zwar mit Haken und Ösen, als er Ellbogen von unten abfeuerte und nach Aufgabegriffen suchte. Aber letztlich war er es selbst, der in einer Armbar gefangen wurde. Ein anschließend sehr emotionaler Louis Smolka kehrte somit erfolgreich zur UFC zurück!

Weiter ging es mit den Mittelgewichten John Phillips (21-7/Wales) und Kevin Holland (13-4/USA). Klarer Reichweitenvorteil für Holland. Phillips mit nur einer Strategie: Hin zum Mann mit Pendelbewegungen und versuchen ihn auszuknocken. Nicht besonders raffiniert aber zweifelsohne druckreich. Denn Phillips konnte einstecken! Holland jedoch mit guten Bewegungen und weit mehr Varianz in seinen Attacken. Doch wann immer Phillips wirklich traf, richtete er Schaden an. Jedoch ging die Erste an Holland, der mehr traf und Phillips sogar phasenweise am Rande des TKO hatte, als dieser gegen den Zaun stand und angeklingelt war. Holland nutzte seine überlegene Reichweite in dieser Phase gut aus. Zum Ende der Ersten war Phillips zudem am Boden, nachdem ihn ein Flying Knee getroffen hatte. Phillips jedoch mit einem absoluten Betonschädel. In Runde zwei wurde es dann eher ein Kampf, in dem Phillips sich wohlfühlte. Holland zu oft am Zaun. Dort zwar mit zum Teil richtig guten Meidbewegungen, doch nahm er auch klare Treffer hin. Ein Kampf, ganz nach dem Geschmack der meisten anwesenden Fans. In Runde drei machte Holland aber ernst und nahm den Kampf früh nach unten, wo er im Laufe des Bodenkampfs den Rücken von Phillips nehmen konnte. Als Phillips wieder hochkam, ging es direkt wieder runter für ihn. Holland mit Full Mount Position. Aber klasse Konter von Phillips, der selber die Top Position zurückerobern konnte! Holland jedoch weiterhin aktiv am Boden. Er konnte die Initiative zurückerobern und sicherte sich abermals den Rücken, wo er mit einem Rear Naked Choke den Sieg klarmachen konnte.

Xiaopan siegt deutlich, Pingyuan hingegen mit Glück

Es folgte ein Kampf im Strohgewicht der Frauen: Japans Syuri Kondo (6-1) gegen Chinas Yan Xiaonan (9-1). Xiaonan eine echte Pionierin für das Frauen-MMA in China. Kondo mit bewegtem Karate und Pro Wrestling Hintergrund. Die Japanerin war auf den Beinen klar im Nachteil. Umso verblüffender, dass sie den Kampf eben dort annahm. Xiaonan landete Kombination nach Kombination. Kondo nur mit einzelnen Schlägen. Volumen und Trefferquote klar bei der Frau aus China. Auch in der Zweiten landete Xiaonan weit mehr. Allerdings verlegte sie sich jetzt mehr auf das Kontern, wodurch Kondo etwas an Initiative gewann. Dennoch die Vorteile klar bei Xiaonan. In der Dritten mehr vom Selben. Kondo akzeptierte den Kampf auf den Beinen. Und das war ein Kampf, den sie klar verlor. Das sahen auch die Kampfrichter so.

Zunächst folgte ein Kampf im Bantamgewicht. Martin Day (8-2) aus den USA gegen Chinas Liu Pingyuan (12-5). Enge erste Runde mit Anteilen für beide. Day auf den Beinen mit vielen Kicks, die immer sehr unvermittelt kamen. Auf den Beinen lief es etwas besser für ihn, da er dort etwas flüssiger und variabler war. Dafür Vorteile für Pingyuan, wenn er seinen Gegner gegen den Zaun und in den Clinch zwingen konnte. Mit einer Guillotine aus dem Stand war Day sogar kurz am Rande der Aufgabe gewesen. In der Zweiten punktete Day vor allem mit guten Körpertreffern. Pingyuan dadurch sichtbar verlangsamt. Day außerdem mit dem weit besseren Distanzmanagement. Er riss diesen Kampf nun wirklich an sich und landete einen Niederschlag. In der Pause zwischen der Zweiten und Dritten offenbarte sich, dass Pingyuans Hand gebrochen war. Doch er entschied sich, weiterzukämpfen. Zunächst Day jedoch weiterhin mit mehr Treffern. Doch dann schaffte Pingyuan es tatsächlich, einen Kick abzufangen und eine Rechte im Konter zu landen, die Day auf den Boden beförderte. Dort konnte er noch einmal mit einem Choke drohen und anschließend den Rücken des Gegners nehmen. Nach dem Kampf wurde Pingyuan die Split-Decision zugesprochen. Was einen Hauch zu großzügig von den Kampfrichtern war. Ein knapper Sieg für Day oder zumindest ein Unentschieden wäre repräsentativer gewesen.

Kantersieg für Weili, Coulter beweist abermals Schlagkraft

Dann stand Jessica Aguilar (20-6/Mexiko) gegen Zhang Weili (17-1/China) im Strohgewicht der Frauen auf dem Plan. Weili mit einem beeindruckenden Sieg. Der 18. Sieg in Serie für sie! Schon früh presste sie Aguilar gegen den Käfig, wo sie einen Ellbogen landete, der einen Cut öffnete. Anschließend landete sie den Takedown, wo es weiter Ellbogenstöße aus der Seitenkontrolle hagelte. Aguilar komplett im Hintertreffen. Letztlich musste sich durch eine Armbar abklopfen. Dominanter Sieg für Weili, die damit einen gewaltigen Satz nach oben in den UFC-Rankings machen dürfte.

Weiter ging es mit den Halbschwergewichten: Rashad Coulter (8-4/USA) gegen Hu Yaozong (3-1/China). Yaozong 13 Jahre jünger und Silber-Medaillen Gewinner. Coulter für seine schweren Hände bekannt. Bereits nach der ersten Runde war die Überraschung groß, dass es eine Zweite geben würde. Denn beide hatten einander wehtun können. Vor allem Coulter mit einigen heftigen, akkuraten Rechten. Doch Yaozong mit unfassbarer Toughness, hielt dagegen und landete ebenfalls. Coulter jedoch der präzisere der beiden. Er landete einen Niederschlag. Runde zwei konnte Coulter gut mit seinem Jab arbeiten. Selbst der hatte Dunst! Doch zum Ende der Runde war Yaozong noch mal auf dem Weg nach vorne und konnte selber ein paar gute Treffer landen. Insbesondere weil Coulter sich zu leicht in den Käfig drängen ließ. Coulter hatte, außer seinen Händen nicht viel anzubieten, auch wenn diese gewiss nicht zu verachten waren. Das sollte sich in Runde drei phasenweise rächen, da Yaozong das Bein von Coulter gut bearbeiten konnte. Dadurch nahm er ihm einiges an Power. Coulter auch immer wieder mal am Käfig, wo er sich gar zu leicht hintreiben ließ. Am Ende gewann Coulter nach Punkten. Vor allem wegen seines Knockdowns in Runde eins, der ihm wohl eine 10-8 Runde gesichert hatte.

Yanan geht nächsten Schritt, Morono siegt eindrucksvoll in der Fremde

Es folgte ein Kampf im Fliegengewicht der Frauen: Lauren Mueller (5-0) aus den USA gegen Chinas Wu Yanan (9-2). Mueller startete aggressiv und übte viel Druck aus. Yanan jedoch mit guten Kontern und Bewegungen. Ein offener Kampf auf den Beinen. Danach wurde gegen den Zaun gerungen, wo Yanan etwas mehr Kontrolle ausüben konnte. Als der Kampf wieder ins Zentrum rückte, landete Mueller einen Niederschlag. Doch als sie Yanan zur Matte folgte, reagierte diese glänzend und fand direkt in dieser Transition eine Armbar. Mueller musste abklopfen. Großartiger Sieg für Yanan!

Der letzte Vorkampf wurde im Weltergewicht ausgetragen: Alex Morono (14-5/USA) gegen Song Kenan (14-4/China). Morono konnte die Erste klar für sich behaupten. Wesentlich mehr Volumen von ihm. Kenan braucht wirklich einige Minuten, um überhaupt seine Distanz halbwegs zu finden. Morono mit viele Bewegung und sowohl guten Kontern als auch mit guten Schlägen, wenn er Druck machte. Auch klasse Varianz und in der Auswahl seiner Schläge und Ziele. Das machte ihn schwer auszurechnen. Insbesondere weil er sich auch gut bewegte und Finten effektiv einsetzte. In Runde zwei zeigte Morono auch großartige Kopf- und Pendelbewegungen, als Kenan ihn am Zaun stellte. Morono nahm bis dahin wirklich kaum Schaden auf den Beinen und das lag an seinen klasse Bewegungen und seiner überragenden Defensive. Kenan musste sich etwas einfallen lassen, denn er lag nun zweifelsohne zwei Runden hinten. In der Dritten marschierte Kenan entschlossener nach vorne. Dadurch wurde der Kampf weniger taktisch, was ihm zupassekam, da er nun auch seinerseits deutlichere Treffer anbringen konnte. Doch war Kenan, dessen Nase wohl gebrochen war, nicht mehr mit der besten Kondition unterwegs. Zumal Morono nun auch Takedowns und Clinches forcierte und Kenan noch mehr zum Nachdenken mit auf den Weg gab. Morono gewann klar und verdient nach Punkten! Eine sehr disziplinierte Vorstellung von ihm.

Jingliang und Yadong zeigen ihr Talent

Die Main Card startete sogleich mit deutscher Beteiligung im Weltergewicht: David Zawada (16-4) aus Deutschland gegen Li Jingliang (15-5) aus China. Hier konnte Zawada schon früh in der Ersten einen guten Knockdown landen, als er eine Rechte ins Ziel brachte. Doch Jingliang ein bekanntermaßen zäher Bursche, kam wieder hoch und konnte Zawada aus defensiver Clinch-Position heraus schließlich auf die Matte bringen. Doch Zawada kam wieder hoch und konnte den Kampf auf den Beinen mit seiner Rechten und mit einigen guten Knien weiter bestimmen. In der Zweiten meldete sich Jingliang mit gutem Output zurück. Zawada konnte zwar mit guten Meidbewegungen einigem entgehen. Und auch Knie und Hände landeten wieder seinerseits. Insbesondere arbeitete er vermehrt zum Körper. Doch Jingliang krallte sich in diesen Kampf zurück und hatte Zawada insbesondere zum Ende der Runde unter Druck. Jingliang nun mit mehr Zuversicht. Zawada musste aufpassen, da Jingliang als Kämpfer bekannt war, der im Laufe eines Kampfes seinen zweiten Wind findet. Und tatsächlich war der Chinese weit aktiver. Zawada in der Dritten fast nur noch im Rückzug und mit weit weniger Output als ehedem. Schließlich beendete Jingliang den Kampf mit einem wuchtigen Side Kick zum Körper, der Zawada sämtlichen Wind aus den Segeln nahm.

Es folgte ein Kampf im Bantamgewicht. Der Amerikaner Vince Morales (8-2) gegen Chinas Song Yadong (13-4). Song Yadong, gerade einmal 20 Jahre jung, wird als eines der größten Talente Chinas gehandelt! Ihm stand nun ein Test gegen einen recht erfolgreichen MMA-Kämpfer mit Wrestling Hintergrund bevor. Zunächst kein wahnsinnig großer Output von beiden. Doch Yadong verstand es gut, mit Schnelligkeit und Präzision den Reichweitenvorteil von Morales zu egalisieren. Insgesamt mehr Anteile für den Chinesen, von dem auch die Offensive ausging. Die Zweite war auf dem Papier enger. Aber sämtlicher Vorwärtsdruck und somit die Kontrolle über das Pacing lag nahezu ausschließlich bei Yadong. Morales musste aus der Distanz raus, da Yadong den Kampf dort zu sehr bestimmen konnte. Überdies auch nun eine sichtbare Schwellung im Gesicht von Morales. Doch in der Dritten war es dann Yadong, der den Kampf kurzerhand mit einem gut getimten Takedown auf den Boden brachte. Dort konnte Morales zwar zunächst konnten, fand sich aber alsbald selber bald am Boden wieder. Insbesondere weil er zu viel in aussichtslose Submission Versuche investierte. Zurück auf den Beinen gab Morales noch einmal Gas und konnte einen nun müden Yadong noch mal unter Druck setzen. Doch das war nicht genug, um dem Kampf hier noch eine entscheidende Wendung zu geben. Der Sieg für Yadong war eine klare Sache.

Overeem und Ngannou machen es kurz

Zeit für den Co-Main Event! Eine Angelegenheit zwischen zwei Schwergewichten. Sergei Pavlovich (12-0) aus Russland traf auf Hollands Alistair Overeem (43-17). Eine absolute Gelegenheit für den Russen, sich in die Nähe des Rampenlichts zu befördern. Doch dazu musste er den immens erfahrenen "Demolition Man" überwinden. Aber Pavlovich jemand, der durchaus keinen leichten Weg zu seinen zwölf Siegen hatte und schon einige erfahrenere Gegner überwinden konnte. Doch gegen Overeem sollte die ungeschlagene Siegesserie zu einem Ende kommen. Overeem, den die Buchmacher vorher als Underdog sahen, strafte diese Einschätzung Lügen, als er den Kampf im Wesentlichen dominierte. Aus einem Clinch heraus landete er einen Outside Leg Trip und brachte den Russen zu Boden. Dort fand er einen Weg vorbei an dessen Guard und einige schwere Fäuste später war der Sieg vorzeitig in der Ersten klar gemacht!

Im Main Event stand der Rückkampf zwischen Curtis Blaydes (10-1/USA) gegen Francis Ngannou (11-3/Kamerun) an. Der erste Kampf musste vom Ringarzt beendet werden, als das rechte Auge von Blaydes komplett zugeschwollen war. Dies resultierte in Blaydes bisher einziger Niederlage. Ngannou jemand, der in der Zwischenzeit um den Titel kämpfen konnte. Ein Sieg hier würde ihn (aber ebenso Blaydes) abermals in die Nähe eines Titelkampfs befördern. Diesmal sollte es jedoch schnell und eindeutig werden. Eine mächtige Konter-Rechte von Ngannou traf Blaydes seitlich am Kopf. Trotz dessen, dass er diese halb geblockt hatte, waren seine Beine komplett weg! Den nachfolgenden Schlägen hatte er keine erkennbare Verteidigung mehr entgegenzusetzen, die über ein bloßes Abdecken des Gesichts hinausging. Zumal Blaydes Ngannou auch den Rücken zugedreht hatte. Eine reine Instinkt-Handlung. Das TKO die folgerichtige Konsequenz! Da konnte Blaydes protestieren, wie er wollte. Er ließ dem Ringrichter keine andere Wahl.


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