Biathlon: Preuß bejubelte 1. Sieg, Debakel für Dahlmeier! DSV-Herren verpassen Podium

Sieg im Massenstart: Franziska Preuß freut sich über ihren ersten Karrieresieg

Bildquelle: Christian Bier [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Der Biathlon Weltcup in Ruhpolding endete mit einer kleinen Sensation: Denn Franziska Preuß setzte sich im Massenstart in einem echten Ziel-Krimi mit der Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold hauchdünn durch und bejubelte ihren ersten Weltcup-Sieg überhaupt. Ein Debakel erlebte hingegen Laura Dahlmeier. Bei den Herren schaffte es kein DSV-Athlet aufs Podium. Bester Deutscher wurde Arnd Pfeiffer auf Rang sieben.

Großer Jubel bei Franziska Preuß. Die 24-Jährige feierte zum Abschluss des Heim-Weltcup in Ruhpolding einen historischen Sieg und gewann erstmals ein Weltcup-Rennen. Und das denkbar knapp. Im Massenstart über 12,5 km verwies die Bayerin Ingrid Landmark Tandrevold mit der Winzigkeit von 0,2 Sekunden Vorsprung auf den 2. Platz. Dahinter vervollständigte Paulina Fialkova aus der Slowakei das Podium.

Dahlmeier-Debakel mit sechs Strafrunden

Aber nicht nur Preuß wusste zu gefallen, denn auch Denise Herrmann auf Rang zwölf und Vanessa Hinz als 15. sorgten unterm Strich für einen gutes Ergebnis der deutschen Skijägerinnen. Laura Dahlmeier erlebte dagegen einen gebrauchten Tag und ein echtes Debakel. Die deutsche Nummer 1 im Biathlon belegte im Massenstart den 30. und somit letzten Platz und hatte 3:35,4 Minuten Rückstand auf Siegerin Preuß. Satte sechsmal musste Dahlmeier beim Rennen in der Chiemgau-Arena in die Strafrunde, was ihre verheerende Schießleistung widerspiegelt.

0 Fehler: Preuß mit glänzender Schießleistung

Ganz anders Franziska Preuß. Sie legte mit einem fehlerfreien Schießen den Grundstein für ihren Premieren-Sieg legte. Während Preuß, die zuvor in ihrer Laufbahn zweimal den zweiten Platz als bestes Ergebnis vorweisen konnte (jeweils im Massenstart), am Schießstand „einfach das Hirn ausgeschaltet“ hat, hatte sie „im Laufen alles gegeben“. Auf der Zielgerade konterte Preuß zudem eine finale Attacke der laufstarken Tandrevold mit Bravour.

„Es ist ein wahnsinnig geiles Gefühl, daheim im Wohnzimmer ganz oben zu stehen“, stand Preuß im Gespräch mit der ARD die Freude ins Gesicht. Nach dem zweiten Schießen verbesserte sie sich auf den 5. Platz und hatte zu Beginn der dritten Runde nur einen minimalen Rückstand auf die Spitzengruppe. Mit einer weiteren souveränen und schnellen Schießeinlage beim dritten Anschlag übernahm Preuß die Führung, zudem glückte auch Herrmann nach einem fehlerfreien dritten Schießen der Anschluss an die Führungsgruppe, allerdings patzte sie beim letzten Schießen. Preuß bewies dagegen Nerven wie Drahtseile, blieb ohne Fehler und machte wenig später ihren ersten Karrieresieg perfekt!

Pfeiffer wird Siebter bei nächstem Bö-Triumph

Die deutschen Herren blieben zuvor im Massenstart über 15 km ohne Podestplatz, aber Arnd Pfeiffer sicherte sich am Sonntag als Siebter eine weiteres Top-Ten-Resultat. Den Sieg schnappte sich hingegen wieder einmal Johannes Thingnes Bö. Der Norweger, der in Ruhpolding auch schon im Sprint triumphierte, musste einmal in die Strafrunde und überquerte knapp und mit 0,6 Sekunden Vorsprung vor dem Österreicher Julian Eberhard (2 Strafrunden) die Ziellinie. Auf den Plätzen drei und vier landeten die Franzosen Quentin Fillon Maillet (1/+2,8) und Martin Fourcade (1/+8,6).

Apropos Fourcade: Dieser muss um seinen Rekord von 14 Weltcup-Siegen innerhalb einer Saison bangen, da es für Bö bereits der neunte Sieg in diesem Biathlon-Winter war. Bei noch 14 ausstehenden Wettbewerben hat der Dominator und souveräne Weltcup-Gesamtführende noch ausreichend Chancen, einen neuen Bestwert aufzustellen.

Pfeiffer: „Ein Fehler zu viel“

Arnd Pfeiffer musste zwei Extrarunden drehen und kam 25,5 Sekunden nach Bö ins Ziel. Dennoch zeigte sich der 31-Jährige zufrieden: „Von der Platzierung her war es okay. Ich musste leider in jeder Runde eine Lücke schließen, dadurch war ich immer etwas unter Zugzwang. Insgesamt war es ein Fehler zu viel, um vorne mitzukämpfen.

Die anderen deutschen Starter verpassten hingegen die vorderen Platzierungen. Sprint-Weltmeister Benedikt Doll unterliefen zwei Schießfehler und er musste entsprechend zweimal in die Strafrunde, am Ende wurde er 21. Johannes Kühn schoss gleich sieben Fahrkarten und beendete das Rennen auf dem 30. und letzten Platz.

Insgesamt haben die deutschen Biathlon-Herren beim Heim-Weltcup in Ruhpolding, der der fünfte in dieser Saison war, aber mit zwei Podestplätzen ein gutes Gesamtergebnis abgeliefert. Doll sicherte sich im Sprint den 3. Platz, die DSV-Staffel wurde hingegen hinter der norwegischen Auswahl Zweiter. „Die Form passt. Wir haben uns ganz gut präsentiert“, resümierte Pfeiffer.

Ab Donnerstag geht es mit den anspruchsvollen Rennen beim Weltcup in Antholz weiter, die das zweite Saisontrimester im Biathlon beenden.


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