Entlassung von Wilhelm "Ömmes" Schmidt beim MSV Duisburg (1964/65)

Trainerentlassung beim MSV Duisburg 1964/65 Wilhelm

Bildquelle: Jack de Nijs / Anefo [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Nach der Trainerentlassung von Rudi Gutendorf während der Saison 1964/65 vertraute der MSV Duisburg bzw. der Meidericher SV auf Wilhelm Schmidt, der bis dahin die Amateure der Zebras trainierte. Unter dem Interimstrainer ging es mit dem MSV wieder etwas bergauf, dennoch trennte man sich nach der Saison vom Interimstrainer.

Nach dem der Meidericher SV in der Premierensaison der Bundesliga 1963/64 sensationell Zweiter wurde, verlief das zweite Jahr im Fußball-Oberhaus alles andere als erfolgreich. In der Hinrunde dümpelte der Klub im Abstiegskeller herum und als Konsequenz der schlechten Leistung musste Rudi Gutendorf nach dem 22. Spieltag seinen Hut nehmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der MSV aber wieder ins Mittelfeld der Tabelle vorgearbeitet, dennoch kam es zur Trainerentlassung. Als Nachfolger entschied man sich für den bisherigen Amateurtrainer Wilhelm „Ömmes“ Schmidt, der das Traineramt für den Rest der Saison ausüben sollte.

MSV unter Schmidt mit starkem Schlussspurt

Schmidt hatte acht Spiele Zeit, sich für eine längere Trainerbeschäftigung zu empfehlen, aber die sportlichen Erfolge blieben überschaubar. Zwei der ersten drei Spiele unter seiner Führung gingen verloren und erst am 26. Spieltag konnte Willi Schmidt durch einen knappen 3:2-Erfolg über Borussia Dortmund seinen ersten Sieg feiern. Das war zugleich der Aufgalopp der Zebras zu einem starken Saisonendspurt. Es folgten erst zwei Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg und das stark aufspielenden Werder Bremer, die am Ende Deutscher Meister wurden, bevor es zum Abschluss noch zwei Siege gab. Duisburg gewann 2:1 auf Schalke und im letzten Saisonspiel trumpfte der MSV groß auf und bezwang auch den TSV 1860 München souverän mit 3:0. Für "Ömmes" Schmidt ein sehr versöhnlicher Abschluss.

Über Privatleben von "Ömmes" Schmidt kaum etwas bekannt

Am Ende hatte Duisburg 32:28 Punkte und somit Platz 7 in der Abschlusstabelle sicher. Dennoch entschied sich der Vorstand, die kommende Saison mit einem neuen Trainer anzugehen. Als Nachfolger für Schmidt, der knapp vier Monate im Amt war, wurde Hermann Eppendorf vom BVB verpflichtet, der seinerseits seinen Trainerposten bei den Schwarz-Gelben gekündigt hat.

Für Willi Schmidt hatte sich dagegen das Kapitel als Profi-Trainer erledigt. Er begnügte sich mit der Arbeit im Amateurbereich des in MSV Duisburg umbenannten Vereins. Infos zu seiner Zeit nach der Trainerkarriere sind recht dürftig. Über den mittlerweile 91-jährigen, der übrigens auch in Duisburg geboren wurde, ist aktuell nichts bekannt. Sicher ist nur, dass er noch am Leben ist und die Spiele seiner Zebras wahrscheinlich privat verfolgt.


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