Alpine Ski WM: Straßer starker Fünfter in der Kombination - Favoritensieg für Pinturault

Darf sich über Platz 5 in der Super-Kombination freuen: Linus Straßer

Bildquelle: Rolandhino1 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Linus Straßer hat bei der alpinen Ski-WM im schwedischen Are die erste Medaille für den DSV knapp verpasst. Dennoch überraschte der 26-Jährige in der Super-Kombination der Männer und kämpft sich nach dem Slalom auf den starken 5. Platz vor. Gold schnappte sich derweil Alexis Pinturault, der seine Favoritenrolle bestätigte.

Beinahe hätte Linus Straßer für einen Medaillencoup bei der Ski WM gesorgt. Der deutsche Skirennfahrer reihte sich nach der Abfahrt vorübergehend auf dem 29. Rang ein, konnte aber in seiner Paradedisziplin im Slalom deutlich Boden gut machen und schnupperten an den Podestplätzen. Nach seinem starken Auftritt machten sich bei Straßer gemischte Gefühle breit:

 

„Hätte mir vorher jemand gesagt, du kannst Fünfter werden, hätte ich gesagt: Ja cool. Jetzt, wo es Realität geworden ist, ist man natürlich so ein bisschen enttäuscht oder traurig, dass nur 34 Hundertstel auf eine Medaille fehlen.“

Pinturault rast zum Favoriten-Gold

Den WM-Titel in der Super-Kombination ging derweil an den Franzosen Alexis Pinturault (1:47,71 min), der Stefan Hadalin aus Slowenien mit 0,24 Sekunden Vorsprung auf den 2. Platz verwies. Über Bronze durfte sich Marco Schwarz (+0,46 Sekunden) freuen, der die einzigen Kombinationen in dieser Weltcup-Saison zuvor gewinnen konnte.

Bis zum WM-Gold war es für Pinturault allerdings ein hartes Stück Arbeit. Denn der 27-Jährigen musste auf dem stark verkürzten Slalom-Kurs, den die Besten in deutlich unter 40 Sekunden meisterten, einen Rückstand von 1,52 Sekunden aus der Abfahrt abholen, die er auf dem 24. Platz beendete. Doch Pinturault fand als sechster Starter im Stangenwald noch eine frische Piste ohne tiefe Spuren vor und konnte erfolgreich zur Aufholjagd blasen. Dem Allrounder reichte die zweitbeste Slalom-Zeit um sich zum Weltmeister zu krönen.

Hadalin überrascht - Straßer hader über vergebene Medaillenchance

Die Bestzeit im Slalom legte Silbermedaillengewinner Hadalin hin, der nach seinem 30. Platz in der Abfahrt das Feld förmlich von hinten aufrollte und für eine große Überraschung sorgte.

Ähnlich furios war der Auftritt von Linus Straßer, der beim Saison-Höhepunkte seinen besten Slalom-Lauf dieses Winters zeigte und sich mit der drittbesten Laufzeit noch auf den 5. Platz im Gesamtklassement verbesserte. „Im unteren Hang bin ich etwas zu hart gefahren, leider“, analysierte der DSV-Fahrer, der im Schlussabschnitt zu viel Risiko einging und die entscheidenden Zehntelsekunden auf die Medaillenplätze verlor.

Straßer: „Gutes Ergebnis, aber leider keine Medaille“

Allerdings erreichte Straßer, dem die kleine Startnummer im Slalom in die Karten spielte, im Saisonverlauf des Slamlom-Weltcups nicht einmal den zweiten Durchgang und zog letztlich ein positives Fazit: „Das ist ein gutes Ergebnis, aber leider keine Medaille. Ich bin trotzdem zufrieden, ich habe eine gute Figur gemacht.“

Und immerhin: Linus Straßer glückte im alpinen Zweikampf das beste deutsche WM-Ergebnis seit 30 Jahren. Dennoch muss der DSV bei der Ski-WM in Are weiterhin auf die erste Medaille warten, nachdem bereits Viktoria Rebensburg und Josef Ferstl als Vierte und Sechster knapp am Podest vorbei rasten.

Muffat-Jeandet enttäuscht mit Platz 6

Die Bestzeit in der Abfahrt auf der Areskutan-Piste setzte hingegen Dominik Paris. Der Italiener hatte sich somit vor dem kurzen und vergleichsweise einfach gesteckten Slalom noch leise Hoffnungen auf seine zweite WM-Medaille gemacht. „Vielleicht gelingt mir ja ein Traumlauf“, doch am Ende musste sich der Speedfahrer mit einem Rückstand von 1,51 Sekunden auf Pinturault mit Platz neun zufrieden geben.

Enttäuschend verlief die Super-Kombination, die bei Großevents vor dem Aus steht, für Victor Muffat-Jeandet. Der Franzosen wurde im Vorfeld zum engsten Favoritenkreis gezählt, landete aber noch hinter Straßer auf dem sechsten Rang.

Der zweite deutsche Starter Dominik Schwaiger konnte indes keine positiven Schlagzeilen liefern. Dem 27-Jährigen unterlief in seiner stärkeren Disziplin Abfahrt ein Patzer, sodass es unterm Strich mit 3,92 Sekunden Rückstand auf Pinturault nur für den 35. Rang reichte. Der österreichische Kombinations-Olympiasieger Marcel Hierscher hatte indes auf seine Teilnahme in dieser Disziplin verzichtet.


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