SG Flensburg verteidigt Meistertitel! Dramatischer Abstieg des VfL Gummersbach

SG Flensburg erneut Meister - Dramatischer Abstieg von Gummersbach

Bildquelle: Wenflou [CC0] [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die SG Flensburg-Handewitt hat in der DKB Handball Bundesliga im packenden Fernduell mit dem THW Kiel die Nerven bewahrt und erfolgreich den Meistertitel verteidigt. Doch noch dramatischer ging es am letzten Spieltag im Tabellenkeller zur Sache. Mit bitterem Ende für den VfL Gummersbach. Der Traditionsklub muss wegen eines einzigen Tores erstmals den Gang in die 2. Liga antreten. Grenzenloser Jubel herrscht dagegen bei den Eulen Ludwigshafen.

Die SG Flensburg-Handewitt hat sich die Meisterschale auf der Zielgeraden nicht mehr aus den Händen reißen lassen. Am 34. Spieltag setzte sich der Titelverteidiger nach einer hart umkämpften Partie mit 27:24 beim Bergischen HC durch und retteten seinen Vorsprung von 2 Punkten auf Verfolger THW Kiel ins Ziel. Die Kieler waren auf einen Ausrutscher des Nordrivalen angewiesen, um diesen doch noch abzufangen.

Diese blieb allerdings aus, sodass der THW trotz seines 30:26-Heimsieges am Ende in die Röhre guckt.

Lauge mit Gala-Auftritt zum Flensburg-Abschied

Matchwinner für Flensburg, die nach 2004 und 2018 zum dritten Mal Deutscher Meister sind, war wieder einmal Spielmacher Rasmus Lauge. Der scheidende dänische Weltmeister, der die Förde nach vier Jahren Richtung Champions-League-Finalist Telekom Veszprem nach Ungarn verlassen wird, glänzte bei seiner Abschiedsvorstellung als Ballverteiler, war Dreh- und Angelpunkt und steuerte selbst drei Treffer zum 32. Sieg im 34 Ligaspiel bei.

Somit reichte dem THW Kiel selbst der 31. Saisonsieg nicht aus. Kleiner Trost für den Rekord-Champion: Die 62 Zähler sind neuer Bestwert für einen Vizemeister. Zudem gewannen sie den DHB-Pokal. Doch das Double wurde verpasst. Die beiden Nordlichter aus Flensburg und Kiel werden nächste Saison die deutschen Farben in der Champions League vertreten.

Füchse zittern sich in EHF-Pokal! Auch SCM, Löwen & Melsungen dabei

Im EHF-Pokal und somit ebenfalls auf internationaler Bühne sind dagegen der SC Magdeburg als Dritter sowie die Rhein-Neckar Löwen, MT Melsungen und Füchse Berlin auf den Plätzen vier bis sechs der Abschlusstabelle vertreten. Der SCM (31:24 bei FA Göppingen) und Melsungen (31:27 gegen TBV Lemgo Lippe) fuhren am letzten Spieltag noch einmal Siege ein, während es für die Löwen (26:28 beim SC DHfK Leipzig) und die Füchse (25:27 gegen HSG Wetzlar) Pleiten setzte.

Besonders die Berliner mussten um das Europapokalticket bangen und haben in der Endabrechnung nur aufgrund des um 14 Treffer besseren Torverhältnisses gegenüber dem punktgleichen Aufsteiger Bergischer HC die Nase vorn.

Abstiegs-Drama um VfL Gummersbach: Ein Tor fehlt!

Noch enger ging es am finalen Spieltag im denkwürdigen Abstiegskrimi zu. Am Ende erwischte es die SG BBM Bietigheim und den VfL Gummersbach. Für das Bundesliga-Gründungsmitglied aus Gummersbach ist es nach 53 Jahren Ligazugehörigkeit der erste Abstieg der Vereinshistorie. Besonders dramatisch: Ein einziges Tor machte gegenüber den Eulen Ludwigshafen den Unterschied aus.

Der VfL Gummersbach trennte sich beim direkten Abstiegskonkurrenten aus Bietigheim mit 25:25. Die Eulen behielten indes mit 31:30 gegen GWD Minden hauchdünn die Oberhand. Irre: Für die Ludwigshafener war ein Remis zwischen Bietigheim und Gummersbach das einzige Szenario, um doch noch der drohenden Zweitklassigkeit zu entrinnen. Und so sollte es auch kommen. Damit aber nicht genug des unfassbaren Kampfes um den Klassenerhalt, der aus der Feder von Alfred Hitchcock zu entsprungen schien. Denn die Eulen erzielten erst 30 Sekunden vor dem Abpfiff den Siegtreffer und Minden vergab mit der letzten Aktion sogar noch den Ausgleich.

Gummersbach im fatalen Irrglauben

Aber weiter geht’s: Denn der VfL Gummersbach hatte bei seinem Gastspiel in Bietigheim in den letzten zehn Sekunden noch einmal Ballbesitz. Doch statt noch einen schnellen letzten Angriff zu starten, wähnte sich der Traditionsklub offenbar in Sicherheit. Im Glauben, ein Unentschieden würde reichen. Zumal es zu diesem Zeitpunkt im Parallelspiel von Ludwigshafen ebenfalls remis stand. Das sollte sich auf denkbar bittere Art und Weise rächen.

Somit trudelten bei Abpfiff alle drei Abstiegskandidaten mit jeweils 14 Punkten über die Ziellinie, sodass die Tordifferenz über den Abstieg aus der DKB Handball Bundesliga entschied. Bietigheim hat mit -174 Toren die mieseste Bilanz, während Gummersbach auf -154 kommt. Die Eulen haben am Ende 802:955 und somit -153 Tore in der Statistik zu stehen. Unfassbar!


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