Auch Suljovic fliegt bei Darts-WM früh raus - Lewis ohne Mühe - Reyes muss zittern

Favoritensterben bei der Darts-WM 2019: Auch Mensur Suljovic ist früh raus

Bildquelle: Sven Mandel [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Das Favoritensterben bei der Darts-WM 2019 geht munter weiter. Am Donnerstagabend hat sich mit Mensur Suljovic der nächste namhafte Akteur in der 2. Runde verabschiedet. Der Mitfavorit musste sich überraschend Ryan Searle geschlagen geben. Christo Reyes konnte hingegen ein frühes Aus gerade noch so verhindern, während Adrian Lewis mit Ted Evetts kurzen Prozess machte. Auch Altmeister Mervyn King löste das Ticket für die nächste Runde.

Mit Mensur Suljovic muss der nächste Top-Spieler frühzeitig die Heimreise antreten. Der an Nummer sieben gesetzte 46-Jährige verlor sein Auftaktmatch gegen Ryan Searle sensationell mit 1:3. Dabei legte „The Gentle“ furios los. Er eröffnete die Partie im Ally Pally in London mit einer 180-Aufnahme und durfte sich über ein frühes Break freuen. Der gebürtige Wiener ließ im weiteren Verlauf des ersten Satzes nichts anbrennen und entschied diesen mit 3:1 zu seinen Gunsten. Dabei verbuchte Suljovic gleich sechs 180er!

Searle dreht Partie - Suljovic schwächelt beim Checkout

Doch Searle schlug im zweiten Durchgang zurück und schaffte den 1:1-Ausgleich, wobei es gleich drei Breaks gab. Der WM-Debütant wurde immer stärker und behielt auch im dritten Satz die Oberhand (3:1), während Suljovic zunehmend den Faden verlor. Als der Engländer im vierten Satz auf 2:0 davonzog, nahm die Sensation immer mehr Form an. Zwar konnte Suljovic noch einmal auf 1:2 verkürzen, doch bei eigenem Anwurf machte der 31-jährige Außenseiter schließlich den Deckel drauf und gewann verdient.

Mensur Suljovic, der bei einer Darts-WM noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen war, hatte am Ende zwar starke zehn 180er in der Statistik zu stehen, haderte aber insbesondere beim Checkout. Lediglich sechs seiner 25 Würfe auf die Doppelfelder landeten im Ziel (24 Prozent). Searle, Nummer 61 der Weltrangliste, kam auf einen Checkout-Wert von 33 Prozent. Suljovic hatte zudem einen unterdurchschnittlichen Schnitt von 90,83 Punkten pro Aufnahme, während es Searle auf 91,38 Punkte brachte. In der nächsten Runde trifft der Engländer auf William O'Connor aus Irland.

Schon neun gesetzte Spieler bei Darts-WM 2019 ausgeschieden

Beim wichtigsten Darts-Turnier des Jahres sind bereits neun gesetzte Spieler frühzeitig gescheitert. Vor Suljovic waren u.a. auch Topstars wie der australische Publikumsliebling Simon Whitlock, der Weltranglistendritte Peter Wright aus Schottland sowie der niederländische fünffach Weltmeister Raymond van Barneveld gescheitert.

Lewis siegt souverän

Adrian Lewis hat sich hingegen keine Blöße gegeben und fertigte in seinem ersten Match Ted Evetts locker mit 3:0 ab. Allerdings hatte der Weltmeister von 2011 und 2012 in den ersten beiden Sätzen durchaus Mühe, konnte diese aber jeweils knapp mit 3:2 Legs zu seinen Gunsten entscheiden.

Danach hatte Evetts dem Favoriten nichts mehr entgegenzusetzen und „Jackpot“ verwandelte seinen ersten Matchdart auf die Doppel-16. Lewis überzeugte mit einer Doppelquote von 53 Prozent, kam darüber hinaus auf einen Drei-Darts-Average von 97,2 Punkten und sammelte insgesamt sechs 180er. In der 3. Runde wartet Darius Labanauskas. Der Litauer hatte Raymond van Barneveld eliminiert. Im anschließenden Achtelfinale würde Lewis auf den Sieger der Partie Michael van Gerwen und dem deutschen Hoffnungsträger Max Hopp treffen.

Austria-Frust: Auch Rodriguez scheitert knapp

Mit Rowby-John Rodriguez musste zuvor auch der zweite Österreicher im Teilnehmerfeld die Segel streichen. Wie Landsmann Suljovic verlor „Little John“ sein Duell in der zweiten Runde gegen den spanischen Kontrahenten Cristo Reyes mit 2:3. Der Weltranglisten-68. erwischte zwar den besseren Start und schnappte sich die ersten beiden Sätze. Doch danach drehte Reyes richtig auf, während dem 24-jährigen Rodriguez die mangelnde Erfahrung anzumerken war und er große Probleme beim Auschecken hatte - „Little John“ ließ nicht weniger als 25 seiner 33 Möglichkeiten für ein Checkout liegen.

Reyes schaffte hingegen allein im entscheidenden fünften Durchgang zwei 100+ Checkouts und setzte sich verdientermaßen durch, wenngleich sein Average von 90 Punkten schwach war. Bemerkenswert: In den ersten 20 Legs gab es gleich 17 Breaks!

„Es tut sehr, sehr weh, dass ich verloren habe“, erklärte ein niedergeschlagener Rodriguez nach dem Aus im Gespräch mit „Sport1“. „Cristo ist aber ein guter Freund von mir, ich wünsche ihm alles Gute.“ Das wird er auch gebrauchen. Schließlich wartet in der 3. Runde kein Geringerer als Titelverteidiger Rob Cross.

King ringt Dekker nach Achterbahnfahrt nieder

Ebenfalls eine Runde weiter ist Mervyn King. Der 52-jährige Altmeister erlebte bei seinem 3:2-Erfolg im Zweitrundenmatch gegen Jan Dekker, der zum Auftakt Lisa Ashton rausgeworfen hatte, aber eine Berg- und Talfahrt. Die ersten beiden Sätze sicherte sich King, verpasste aber die vorzeitige Entscheidung und vergab im vierten Satz gleich sechs Matchdarts. Der „Double-Dekker“ aus den Niederlanden schaffte den 2:2-Satzausgleich und witterte auf einmal wieder Morgenluft. Doch der „König“ machte trotz eines bitteren Fehlwurfs im entscheidenden Leg mit seinem achten Matchdart den Sack doch noch zu.

Hier alle Ergebnisse vom acht Tag der Darts-WM auf einen Blick:

Nachmittagssession

    • Jermaine Wattimena - Michael Barnard 3:0
    • Alan Norris - Steve Lennon 3:2
    • Stephen Bunting - Luke Humphries 1:3
    • Steve Beaton - Chris Dobey 0:3

Abendsession

  • Cristo Reyes - Rowby-John Rodriguez 3:2
  • Mervyn King - Jan Dekker 3:2
  • Adrian Lewis - Ted Evetts 3:0
  • Mensur Suljovic - Ryan Searle 1:3

Darts

Werbung