Löwen mit Kantersieg zum Saisonstart - Flensburg mit Mühe - Füchse patzen

In der heimischen SAP-Arena machen die Rhein-Neckar Löwen mit Lemgo kurzen Prozess

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Zum Auftakt der neuen Saison der Handball-Bundesliga gab es für die Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg-Handewitt die erwarteten Siege. Auch Aufsteiger Bergische HC starte siegreich in die neue Spielzeit. Während Hannover in Gummersbach einen Last-Minute-Sieg bejubelte, legten die Füchse Berlin einen Fehlstart bei Frisch Auf Göppingen hin. Für weitere Überraschung sorgten Leipzig und Magdeburg.

Die Rhein-Neckar Löwen erwischten einen Traumstart in die neue Bundesliga-Saison. In der heimischen SAP-Arena siegte der DHB-Pokalsieger ohne Mühe gegen den TBV Lemgo mit 28:21 (16:8). Damit hat die Truppe von Trainer Nikolaj Jacobsen, die erst vor wenigen Tagen im Supercup gegen Meister SG Flensburg-Handewitt (33:26) triumphierte, ihre starke Frühform eindrucksvoll untermauert.

Löwen machen kurzen Prozess mit Lemgo

Schon nach elf Minuten und angesichts einer komfortablen 7:1-Führung waren die Weichen gegen einen nervös aufspielenden TBV auf Sieg gestellt. Obwohl sich die Mannheimer noch bis zum Pausentee eine kurze Schwächephase leisteten, war die Partie angesichts einer 16:8-Halbzeitführung vorzeitig entschieden. Auch im zweiten Durchgang kam keine Spannung mehr auf und die Hausherren ließen Lemgo kaum zur Entfaltung kommen, sodass der Auftaktsieg zu keinem Zeitpunkt in Gefahr geriet. Jannik Kohlbacher war mit zehn Treffer der herausragende Akteur auf dem Parkett für den Meister von 2016 und 2017.

„Wir haben das über 45 Minuten super gemacht. Dann haben wir vorne zu viele Bälle weggeworfen, aber das kommt mit der Zeit“, erklärte der Matchwinner nach der Partie am Mikrofon von „Sky“.

Flensburg mit Mühe in Minden

Auch Meister SG Flensburg-Handewitt ist mit dem erwarteten Sieg in die neue Saison gestartet. Der Titelverteidiger aus Schleswig-Holstein war zum Auftakt bei GWD Minden gefordert, wo man mit 31:28 (18:15) die Oberhand behielt. Bei den Flensburgern haperte es allerdings im Spielfluss, was nach dem Umbruch im Sommer mit sechs Zu- und Abgängen aber nicht weiter überraschte. Allen voran in puncto Stabilität und Spielverständnis waren bei den Gästen noch Defizite zu erkennen, was sich schon bei der Supercup-Pleite gegen die Löwen andeutete.

So lag die SG in Minden auch nach 19 Minuten mit vier Toren im Hintertreffen. Doch obwohl die Defensive als auch die Offensive einige Schwächen offenbarte, haben die Norddeutschen erfolgreich zur Aufholjagd geblasen und profitierten dabei von technischen Fehlern der Ostwestfalen im Offensivspiel. Die Sieggaranten auf Flensburger Seite, die auch schon in der vergangenen Saison bei GWD Minden ihre liebe Mühe und Not hatten (24:23), waren der erfolgreichste Schütze Holger Glandorf (9 Tore) und der zweite neue Keeper Benjamin Buric mit starken Paraden im zweiten Durchgang.

Aufsteiger mit unterschiedlichem Saisonstart

Die beiden Aufsteiger der Handball-Bundesliga sind derweil unterschiedlich aus dem Startblock gekommen. Der Bergische HC verbuchte gegen die Eulen Ludwigshafen einen 27:23 (11:12)-Sieg, der allerdings hart erkämpft werden musste. Für die Vorentscheidung sorgten die Bergischen, die insbesondere in der zweiten Hälfte eine überzeugende Vorstellung ablieferten, mit einem Zwischenspurt in der Schlussphase, als Arnor Gunnarsson, Maciej Maidzinski und Kristian Nippes in der 53. Minuten eine 23:19-Führung herauswarfen. Damit waren die letzten Zweifel beseitigt. Sehr zur Freude von BHC-Coach Sebastian Hinze: „Wir hatten nie ein Problem mit der Körpersprache und dem Selbstbewusstsein und haben den Vorsprung verdient über die Zeit gebracht.“

Liga-Neuling SG BBM Bietigheim zog hingegen im ersten Saisonspiel bei der HSG Wetzlar mit 21:24 (10:10) den Kürzeren.

Gummersbach verpasst haarscharf Sensation gegen Hannover

TSV Hannover-Burgdorf feiert mit Daniel Brack einen Last-Minute-Sieg

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Der VfL Gummersbach zeigte vor heimischer Kulisse gegen die favorisierte TSV Hannover-Burgdorf eine Glanzleistung, musste sich aber in letzter Sekunde knapp mit 25:26 (14:11) geschlagen geben. Dabei führten die Hausherren zwischenzeitlich mit 20:16 und schnupperten an der Sensation. Doch Altmeister Gummersbach gingen am Ende etwas die Kräfte aus, sodass die Niedersachsen die Partie noch drehen konnten. Mit dem Schlusspfiff besorgte Timo Kastening den Siegtreffer für die Recken.

„Die Umstellung auf die 5:1 Abwehr am Ende war der Schüssel zum Sieg. Wir haben nicht unseren besten Handball gespielt, aber die zwei Punkte geholt“, erklärte Hannover-Trainer Carlos Ortega. Dem pflichtete Co-Trainer Iker Romero bei: „Gummersbach war lange Zeit die bessere Mannschaft, aber in den letzten zehn Minuten konnten wir uns nochmal erheblich steigern. Wir sind glücklich, die Punkte mit nach Hannover nehmen zu können.“

Fehlstart für Füchse Berlin - Melsungen verliert gegen Magdeburg

Dagegen legten die Füchse Berlin bereits am Donnerstag einen klassischen Fehlstart hin. Der Geheimfavorit und Vorjahrersdritte, der u.a. auf seinen verletzten Kapitän Hans Lindberg verzichten musste, musste sich bei Frisch Auf Göppingen mit 18:21 (9:11) geschlagen geben. Auch der SC DHfK Leipzig erlebte eine Negativ-Überraschung gegen den TVB Stuttgart. Nach abwechslungsreichen 60 Minuten setzten sich die Schwaben mit 27:26 in fremder Halle durch, wobei die Gastgeber zum Ende des Spiels auseinanderbrachen und aufgrund dem Fehlen von gleich fünf Stammkräften letztlich mit leeren Händen dastanden.

Das trifft auch auf die MT Melsungen zu, die mal wieder mit hohen Erwartungen, aber einer 23:28-Heimschlappe gegen den SC Magdeburg starteten. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt hinterließen einen starken Eindruck und siegten dank ihrer Topschützen Robert Weber und Matthias Musche (j1 7 Tore) souverän.

Rekordmeister THW Kiel, der in dieser Saison wieder als Top-Favorit auf die Meisterschaft gehandelt wird, wird erst am kommenden Sonntag mit dem Gastspiel bei den Eulen Ludwigshafen sein Stelldichein geben.


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