Trainerentlassung von Kuno Klötzer bei Fortuna Düsseldorf riss Wunden auf

Porträt zu Kuno Klötzer

Bildquelle: Rob Croes / Anefo [CC0] [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Fortuna Düsseldorf konnte nach dem Aufstieg in die Bundesliga zur Saison 1966/67 den Klassenerhalt nicht schaffen und stieg postwendend wieder ab. Zwar hielten die Vereinsoberen die ganze Spielzeit über an ihrem Trainer Kuno Klötzer fest, doch nach der Saison kam es zur Trainerentlassung. Die Rheinländer wollten den Neuaufbau mit einem anderen Trainer starten.

Nachdem Kuno Klötzer Fortuna Düsseldorf bereits zwischen 1953 bis 57 trainierte, kehrte er zur Saison1963/1964 zum Klub zurück. Der Verein kickte zu jener Zeit in der Regionalliga West, und nachdem der Verein zweimal knapp den Aufstieg verpasste, war es dann im Sommer 1966 endlich soweit. Fortuna Düsseldorf schaffte den Sprung in die Bundesliga.

 

Von Beginn an war klar, dass es für F95 in der höchsten Spielklasse nur gegen Abstieg gehen würde. Umso überraschender war es, dass die Fortunen einen tollen Saisonstart hinlegten. So konnte die Klötzer-Elf gleich vier der ersten sieben Spiele gewinnen und Düsseldorf rangierte nach dem 7. Spieltag auf einem starken 4. Platz.

Nach Traumstart ging es für Fortuna steil bergab

Doch danach zogen schwarze Wolken am Fortuna-Firmament auf und für die Mannschaft ging es nach einer fünf Spiele andauernden Pleitenserie im Tableau rapide bergab. So fand sich die Truppe von Trainer Kuno Klötzer nach dem 12. Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz und aus dem Abstiegssumpf gab es für die Fortuna kein Entkommen.

Durch den wichtigen 4:0-Auswärtserfolg am 24. Spieltag gegen den Mitaufsteiger und direkten Abstiegskonkurrenten Rot-Weiss Essen keimte bei Fortuna Düsseldorf und Klötzer kurzfristig Hoffnung auf, zumal die Abstiegsplätze verlassen wurden, die Hoffnung währte aber nicht lange. Vielmehr handelte es sich um ein kurzes Strohfeuer. Denn zwischen dem 25. bis 32. Spieltag blieb die Fortuna ohne Sieg und rutschte wieder auf einen Abstiegsplatz.

F95: Kuno Klötzer nach Abstieg entlassen

Fortuna Düsseldorf beendete die Saison 1966/67 mit 25:43 Punkten auf dem 17. Platz und musste zusammen mit RW Essen den Abstieg antreten. Zwar hatte der Verein trotz akuter Abstiegsnot die ganze Saison über am Trainer festgehalten, doch für den geplanten Neuaufbau in der Regionalliga West wollte das Präsidium den Trainerposten neu besetzen. Entsprechend kam es zur Trainerentlassung von Klötzer, der durch Manfred Kraft ersetzt wurde. Kuno Klötzer heuerte seinerseits zur Runde 1967/68 beim Wuppertaler SV in der Regionalliga West an.

Als Kuno Klötzer seine Saisonabschlussrede halten wollte, kam ein Vereinsverantwortlicher und unterrichtete Klötzer über seine Trainerentlassung. Klötzer selbst fühlte sich vor dem Kopf gestoßen, wie er 2007 gegenüber Fortuna Düsseldorf äußerte: „Kurz nachdem wir wieder in Düsseldorf waren, wollte ich gerade meine Saisonabschlussrede halten. Doch dann kam ein Offizieller des Vereins und sagte, ich sei entlassen. Die Rede konnte ich mir sparen“. Gekränkt und getroffen war er auch Jahre nach der Trainerentlassung über das Vorgehen der Fortunen-Bosse.

Klötzer holt ersten europäischen Vereinstitel für den Hamburger SV

In Bezug auf seine weitere Karriere konnte Kuno Klötzer für Highlights sorgen. So gewann er beispielsweise 1977 mit dem Hamburger SV den Europapokal der Pokalsieger. Ferner gelang es ihm auch, den DFB-Pokal mit den Rothosen zu gewinnen. In seiner Trainerkarriere betreute er 15 Mannschaften in 30 Jahren.

Darunter Klubs wie Hertha BSC, Hamburger SV, Hannover 96, den 1. FC Nürnberg oder auch Traditionsvereine wie den SV Werder Bremen, Preußen Münster, nur um ein paar Vereine genannt zu haben. Dem HSV war er auch bis zu seinem Tod sehr eng verbunden. Bis zuletzt lebte „Ritter Kuno“, wie er von vielen Menschen genannt wurde, mit seiner Ehefrau Anneliese in Norderstedt bei Hamburg.

Seinen Terminplan richtete er nach den Heimspielen des Hamburger SV aus, die er oftmals besuchte. Zu Beginn des Jahres 2011 erlitt Klötzer einen Herzinfarkt, von dem er sich nicht mehr wirklich erholen sollte. So verstarb einer der erfolgreichsten Trainer der Bundesliga am 6. August 2011. Klötzer wurde stolze 89 Jahre alt und noch heute erinnern sich viele Weggefährten und Fans an den aufrichtigen ehemaligen Trainer.


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