Die Trainerentlassung von Gyula Lorant 1967 beim 1. FC Kaiserslautern

Gyula Lorant und seine Zeit beim 1. FC Kaiserslautern

Bildquelle: FOTO:FORTEPAN / ERKY-NAGY TIBOR [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Während seiner Trainerlaufbahn war Gyula Lorant ein bekanntes Gesicht in der Bundesliga. Gleich sieben Bundesligisten trainierte der Ungar zwischen 1965 bis 1980 in der höchsten deutschen Spielklasse. Seine erste Station war der 1. FC Kaiserslautern, die er zur Saison 1965 übernommen hatte. Nach zwei Spielzeiten kam es zur Trennung, wobei es sich nicht um eine Trainerentlassung handelte. Denn vor allem in der Saison 1966/67 konnten die Roten Teufel sportlich voll überzeugen und ihr bis dahin bestes Ergebnis in der noch jungen Bundesliga feiern.

Als Nachfolger von Werner Liebrich übernahm Gyula Lorant im Sommer 1965 das Zepter beim 1. FCK und er beendete die erste Spielzeit auf dem 15. Platz. In seiner zweiten Saison als FCK-Trainer lief es für Lorant auf dem Betzenberg aber deutlich besser.

Lorant sorgte mit 1. FC Kaiserslautern für Furore

Fast die gesamte Hinrunde hatte der 1. FC Kaiserslautern einen Platz in der Spitzengruppe und stand sogar nach dem 5. Spieltag mit 9:1 Punkten auf dem 1. Platz. Eine faustdicke Überraschung, die nicht zuletzt auch der der Arbeit von Trainer Lorant zu verdanken war. Zum Ende der Hinrunde ging den Pfälzern aber etwas die Puste aus, und als man zwischen dem 12. bis 17. Spieltag sechs Spiele in Folge keinen Sieg einfahren konnte, rutschte der 1. FC Kaiserslautern auf den 9. Platz ab. Dieser war zugleich die schlechteste Platzierung in der Saison 1966/67 und nach dem der Klub zuvor immer gegen den Abstieg gespielt hat, waren Fans und Vorstand über die guten Leistungen sehr erfreut.

In der Rückrunde ging es mit dem 1. FC Kaiserslautern unter Gyula Lorant wieder leicht bergauf, wobei die Saison einer kleinen Achterbahnfahrt glich. So kassierten die Roten Teufel in der Rückrunde vier Niederlagen, den acht Siege gegenüberstanden. Am Ende der Saison 1966/67 sprang mit dem 5. Platz und 38:30 Punkten die bis dato und mit Abstand beste Leistung heraus, nachdem Lautern in den ersten drei Spielzeiten auf dem 12., 13. und 15. Platz landete.

FCK-Trainer Lorant wechselte nach Duisburg

Entsprechend saß FCK-Trainer Gyula Lorant fest im Sattel und eine Trainerentlassung stand nicht zur Debatte. Dennoch kam es zur Trennung. Denn der ehemalige ungarische Nationalspieler suchte eine neue Herausforderung und fand diese auf der Trainerbank des MSV Duisburg, die er für die kommende Spielzeit coachte. Nachfolger von Lorant auf dem Betzenberg wurde Otto Knefler. Doch bereits zur Saison 1969 feierte Gyula Lorant sein Comeback in Kaiserslautern und wurde erneut Trainer.

Gyula Lorant sollte nach seiner Zeit beim 1. FC Kaiserslautern noch weitere Vereine aus Deutschland trainieren. So saß er sogar zweimal bei den Lauterern auf der Trainerbank, coachte Tasmania Berlin, den 1. FC Köln, Kickers Offenbach, Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und Schalke 04. Im Ausland war der Ungar ebenfalls tätig. Gerade zu Beginn seiner Trainerzeit war er bei Honved SE und bei Debrecen Trainer.

Markante Sprüche als Bayern-Trainer - Herzinfarkt auf der Bank

Die Zeit beim FC Bayern München war jedoch nicht ruhmreich. Viel eher blieb er den Bayern-Fans, aber auch Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit einem Spruch in Erinnerung, weswegen er laut der „Süddeutschen Zeitung“ fast als Mannschaftsarzt den Klub verließ. So erzählt der Bayern-Doc über Lorant Folgendes: „Wegen Gyula Lorant hätte ich beinahe aufgehört. Er hat mir mal erklärt, dass man einen herausgesprungenen Meniskus am besten mit der Eckfahne wieder reinhaut."

Gyula Lorant haute öfter den einen oder anderen Spruch raus. So soll Lorant auch Folgendes zum Besten gegeben haben: „Der Ball ist rund. Wäre er eckig, wäre er ja ein Würfel.“ Oder auch: „Bundesligaspiele sind keine russische Wahlen, bei denen immer gewonnen wird.". Lorant wusste durchaus zu polarisieren. Jedoch konnte er in der Bundesliga keine nennenswerten Erfolge feiern.

Zwischendurch zog es ihn nach Griechenland, wo er zweimal PAOK Saloniki betreute. Hier sollte es ein tragisches Ende mit ihm nehmen. Am 31. Mai 1981 trat er als Trainer mit seinem Team in der griechischen Liga gegen Olympiakos Piräus an. Auf der Trainerbank erlitt der damals 58-jährige einen unerwarteten Herzinfarkt. Noch am selben Abend verstarb Gyula Lorant den Folgen der Herzattacke.

Welch ein tragisches Ende von Gyula Lorant, der vielen als herausragender Trainer in Erinnerung blieb.


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