Biathlon-WM: Deutschland startet mit Silber in Mixed-Staffel - Norwegen holt Gold

Deutschland holt Silber - Norwegen mit Gold bei Biathlon WM

Bildquelle: Christian Bier [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die deutschen Skijäger feiern bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund einen Auftakt nach Maß. Die Mixed-Staffel um Benedikt Doll, Arnd Pfeiffer, Denise Herrmann und Vanessa Hinz gewann hinter Top-Favorit Norwegen Silber. Dabei war für das DSV-Team der Sieg möglich, doch im Herzschlagfinale zeigte Schlussläufer Doll Nerven.

Bis zum Letzten der insgesamt acht Schießeinlagen hatte das deutsche Biathlon-Quartett, das den kurzfristigen Ausfall von der erkälteten Laura Dahlmeier verkraften musste, die Chance auf Gold und lieferte sich mit Norwegen ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Konkurrenz war zu diesem Zeitpunkt weit abgeschlagen. Doch Benedikt Doll leistete sich im finalen Stehendschießen zwei Fehler und verspielte somit alle Siegchancen.

 

Denn Norwegens Schlussläufer Vetle Christiansen räumte alle fünf Scheiben ab und brachte den Sieg souverän nach Hause.

Doll: „Bin schon erhöhtes Risiko gegangen“

„Ich bin schon erhöhtes Risiko gegangen. Vetle war leider der bessere Schütze“ erklärte Doll nach dem Rennen in der ARD.

Im Ziel hatte Deutschland, das sich insgesamt neun Nachlader leistete, nach dem spannungsgeladene Finale einen Rückstand von 13,1 Sekunden. Auch wenn die erfolgreiche Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft missglückte, war es für den DSV ein verheißungsvoller Auftakt für die Titelkämpfe. Komplettiert wurde das Podium von der Staffel aus Italien, die 1:09,6 Minuten nach Norwegen die Ziellinie überquerten.

Hinz & Herrmann mit Licht und Schatten

Vanessa Hinz ging wie gewohnt als Startläuferin in die Loipe und setzte sich direkt an die Spitze. Die 26-Jährige wollte sich dem dichten Gedränge schnellstmöglich entziehen, was ihr zunächst gelang. Im Liegendschießen blieb Hinz fehlerfrei und mischte in der Spitzengruppe mit. Doch beim Stehendschießen musste sie zweimal nachladen und übergab auf Rang sechs liegend an Denise Herrmann. „Ich hätte es gerne ein bisschen besser gemacht“, teilte Hinz danach mit.

Doch Dahlmeier-Vertreterin Herrmann konnte schnell Boden gut machen. Die erste Schießeinlage meisterte sie tadellos, stehend benötigte die 30-Jährige aber angesichts von drei Fahrkarten alle acht Patronen. Kein Problem, denn in der Loipe zeigte die ehemalige Langläuferin eine furiose Leistung und stürmte an die Spitzenposition. „Ich hatte Bombenmaterial unter den Füßen. Da war die Langläuferin gefragt und das ist gut für mich ausgegangen“, freute sich Herrmann.

Pfeiffer bietet Bö gut die Stirn

Nach dem zweiten Wechsel waren die Männer gefragt, wobei es Arnd Pfeiffer im direkten Duell mit dem norwegischen Superstar und zwölfmaligen Saisonsieger Johannes Thingnes Bö zu tun bekam. Zudem gesellte sich noch Lukas Hofer aus Österreich dazu.

Das Trio erreichte gemeinsam den Schießstand, wo Pfeiffer einmal nachladen musste. Bö blieb fehlerfrei, musste aber anschließend im Stehen einmal mehr als der 31-Jährige nachladen. So konnte Pfeiffer, der insgesamt sehr gut mit Bö mithalten konnte, den Rückstand etwas reduzieren und übergab mit überschaubaren 15,4 Sekunden Rückstand auf Doll.

 

 

Doll schließt auf, patzt dann im Stehen

Davon ließ sich Doll nicht entmutigen. Nachdem er und Christiansen im Liegendschießen einen fehlerfreien Schnelldurchgang ablieferten, trennten beide Akteure nur noch 10 Sekunden. Alle anderen Nationen waren schon klar und mit über einer Minute distanziert. Es kam zum Showdown beim finalen Schießen - mit dem besseren Ende für Norwegen.

Auch wenn mehr drin gewesen wäre, war Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner über den geglückten WM-Auftakt sehr erfreut und voll des Lobes: „Wir freuen uns auf alle Fälle riesig über die Silbermedaille, die ist absolut gewonnen und nicht Gold verloren. Das war bravourös von allen Vieren.“

Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt in Östersund nicht. Denn am Freitag geht es bei der Biathlon WM mit dem Sprint der Frauen über 7,5 Kilometer weiter. Hier will und sollte auch die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier wieder mit von der Partie sein. Zudem wird auch Denise Herrmann mit Medaillenhoffnungen an den Start gehen. Schließlich hatte sie an gleicher Stelle 2017 im Weltcup den Sprint zu ihren Gunsten entschieden.


Wintersport

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