Biathlon-Staffel: Pfeiffer & Doll bringen DSV-Team aufs Podium - Frauen enttäuschen

Arnd Pfeiffer hat die deutsche Biathlon-Staffel wieder in die Spur gebracht

Bildquelle: Christian Bier [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die ersten Staffelrennen der noch jungen Biathlon-Saison förderten gegensätzliche Ergebnisse zu Tage. Während die deutschen Herren nach einer starken Aufholjagd von Arnd Pfeiffer und Benedikt Doll beim Weltcup in Hochfilzen noch Dritter wurden, herrscht im Lager der Frauen weiter Tristesse. Die DSV-Skijägerinnen verpassten das Podium klar und wurden nur Siebte. Die Erkenntnis: Ohne Laura Dahlmeier ist nicht viel zu holen.

Die deutschen Herren können mit dem ersten Staffelrennen zufrieden sein. Nach 4 x 7,5 Kilometer reihte sich das Quartett beim zweiten Biathlon-Weltcup der Saison im österreichischen Hochfilzen auf dem 3. Platz ein. Das Quartett um Simon Schempp, Johannes Kühn, Arnd Pfeiffer und Benedikt Doll leistete sich am Sonntag lediglich sechs Nachlader, allerdings musste Kühn einmal in die Strafrunde.

Pfeiffer & Doll führen DSV-Quartett auf 3. Platz

Den Sieg schnappte sich Olympiasieger Schweden (5 Nachlader) mit 3,6 Sekunden Vorsprung auf die norwegische Staffel (7 Nachlader), bei denen Topstar Johannes Thingnes Bö allerdings nicht am Start war. Die deutsche Staffel hatte hingegen einen Rückstand von 28,8 Sekunden auf den Sieger. Nachdem Simon Schempp in ungewohnter Rolle des Startläufers, die sonst dem an Rückenproblemen leidenden Erik Lesser vorbehalten ist, mit einigen Problemen zu kämpfen hatte und sich zwei Nachlader leistete, hatte Johannes Kühn als zweiter Läufer noch mehr Schwierigkeiten. Nach dem Stehenschießen musste er sogar in die Strafrunde und Deutschland hatte zur Straffel-Halbzeit als 14. über eine Minute Rückstand auf die Spitze. „Das Problem war, umso länger ich gestanden bin, desto wackeliger bin ich geworden. Die Nachlader waren extrem schwer“, schilderte Kühn am ZDF-Mikrofon.

Doch Arnd Pfeiffer zeigte ein tadelloses Rennen mit zwei fehlerfreien Schießen und starker Laufleistung. Schon am Samstag überzeugte der 31-Jährige als Zweiter in der Verfolgung und brachte die DSV-Auswahl auf den 7. Platz und somit auf Tuchfühlung zu den Podestplätzen. Aber auch Benedikt Doll, der am Freitag Dritter im Sprint wurde, zeigte eine bärenstarke Leistung. Der Schlussläufer blieb nervenstark (1 Nachlader) und konnte die deutsche Aufholjagd mit dem 3. Platz krönen. Somit haben Biathlon-Herren drei Podiumsplätze beim Weltcup in Hochfilzen gesammelt und ihre starke Frühform weiter untermauert. „Das gibt uns viel Selbstvertrauen. Wir können mehr als zufrieden sein“, erklärte Peiffer, der zugleich erinnerte: „Es gab Jahre, da hatten wir bis Weihnachten gar kein Podest, das kam schon oft vor.“

DSV-Staffel nach Preuß-Aussetzer nur Siebte

Genau das erleben derzeit die erfolgsverwöhnten deutschen Biathlon-Frauen, die auch in Hochfilzen bei allen Wettbewerben ohne Top-3-Platzierung blieben. Auch die Staffel ging leer aus und erlebte am Sonntag ein wahres Debakel. Am Ende reichte es für die DSV-Athletinnen nur für einen enttäuschenden siebten Rang und blieben damit weit hinter den Erwartungen zurück. Schließlich hat die deutsche Frauenstaffel erstmals seit knapp drei Jahren das Podium verpasst!

Allen voran Zweitläuferin Franziska Preuß leistete sich mit zwei Strafrunden nach dem Schießen einen dicken Aussetzer, und wurde vom 2. auf den 15. Platz durchgereicht. Insgesamt leisteten sich das Frauen-Quartett um Vanessa Hinz, Preuß, Karolin Horchler und Denise Herrmann über die 4 x 6 Kilometer neun Nachlader (2 Strafrunden). Im Ziel betrug der Rückstand auf den Sieger Italien mit der Weltcup-Spitzenreiterin Dorothea Wierer satte 2:05 Minuten. Zweiter wurde Schweden vor Frankreich.

Hoffnung auf baldiges Dahlmeier-Comeback

„Das ist extrem bitter, mit tut das wahnsinnig leid. Man kann es aber leider nicht mehr ändern“, erklärte eine niedergeschlagene und untröstliche Preuß. Somit zeigt sich, dass bei den deutschen Biathletinnen ohne Laura Dahlmeier derzeit nicht viel geht und das Comeback der Vorzeigeathletin sehnlichst erwartet wird. In Hochfilzen reihte sich für das Frauenteam des DSV eine Enttäuschung an die nächste. Denn vor dem Staffel-Debakel war der 9. Platz von Franziska Hildebrand in der Verfolgung und der 11. Rang von Vanessa Hinz im Sprint die besten Resultate.

Umso erfreulicher, dass das Comeback von Dahlmeier näher rückt. Die 25-Jährige könnte gar schon bei der anstehenden Veranstaltung in Nove Mesto von Donnerstag bis Sonntag wieder mitwirken. Aber spätestens bei den Wettbewerben in Oberhof vom 10. bis 13. Januar im nächsten Jahr ist wieder mit der siebenmaligen Weltmeisterin zu rechnen.


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