THW Kiel feiert Gala-Sieg in Gummersbach - Füchse Berlin patzen in Hannover

Niclas Ekberg war mit 9 Treffern bester Werfer für den THW Kiel in Gummersbach

Bildquelle: Wenflou [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Mit einem wahren Offensivfeuerwerk hat der THW Kiel den VfL Gummersbach in seine Einzelteile zerlegt. Am Ende hieß es 35:22 für die „Zebras“, die damit ihre Pflichtaufgabe am 22. Spieltag der DKB Handball Bundesliga mit Bravour gemeistert. Die Füchse Berlin leisteten sich derweil einen Ausrutscher in Hannover, wo trotz Führung der mögliche Sieg leichtfertig aus der Hand gegeben wurde. Die HSG Wetzlar und der HC Erlangen stoppten dagegen ihren Negativlauf.

Rekordchampion deklassiert Altmeister: Gleich mit 35:22 setzte sich der THW Kiel am Donnerstagabend beim abstiegsbedrohten Kellerkind VfL Gummersbach durch und warf sich damit den Frust von der bitteren Heimniederlage gegen den SC Magdeburg (25:28) von der Seele. Somit konnte der THW zumindest vorübergehend den Rückstand auf den souveränen und weiterhin verlustpunktfreien Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt auf 4 Punkte reduzieren.

Titelverteidiger Flensburg gastiert am Sonntag im Spitzenspiel beim Tabellendritten Rhein-Neckar Löwen.

THW Kiel zeigt keine Gnade mit Gummersbach

Der THW Kiel ließ in Gummersbach von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer Herr auf der Platte ist. Die Hausherren durften sich zwar über den Führungstreffer freuen, kassierten aber in der Folge gleich acht Tore in Serie. Den Nordlichtern war der Frust der Magedburg-Pleite anzuspüren und spätestens als Spielmacher Domagoj Duvnajak in der 18. Minute mit seinem Treffer zum 14:4 die erste Zehn-Tore-Führung besorgte, war das ungleiche Duell bereits vorzeitig entschieden.

Zwar ließen die Gäste danach etwas die Zügel schleifen und es schlichen sich einige technische Fehler im Angriffsspiel ein, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen sollten. Zumal der VfL Gummersbach maßlos überfordert wirkte und zum Pausenpfiff bereits mit 8:20 (!) aussichtslos im Hintertreffen war.

Pekeler glaubt an Titel: „Rechnen uns noch Chancen aus“

In den zweiten 30 Minuten gab der THW Kiel weiter Gas. Doch die 40-Tore-Marke sollte nicht geknackt werden. Der Rekordmeister beließ es am Ende bei 35 Toren. Bester Torschütze des Tabellen-Zweite war der Schwede Niclas Berg mit neu Toren, davon fünf Siebenmeter. Auch wenn dem THW Kiel im Titelrennen nur noch eine kleine Restchance auf die Meisterschaft zugesprochen wird, steckt die Truppe von Trainer Alfred Gislason bei noch zwölf verbleibenden Ligaspielen längst nicht auf. „Wir schielen schon noch drauf und rechnen uns noch Chancen aus“, gab sich Kreisläufer Hendrik Pekeler im Gespräch mit dem „NDR“ kämpferisch.

Der VfL Gummersbach muss nach dieser blutleeren Vorstellung weiter stark um den Klassenerhalt bangen. Als 16. liegen die Oberbergischen in der Handball Bundesliga Tabelle weiter nur 3 Punkte über dem Strich.

Hannover ringt Füchse Berlin nieder

Deutlich mehr Spannung hatte die Partie zwischen dem TSV Hannover-Burgdorf und den Füchsen Berlin im Köcher. Nach hart umkämpften 60 Minuten setzten sich die Niedersachsen nach starker Aufholjagd knapp mit 26:25 durch und verbuchten den dritten Sieg in Folge.

Kurz nach Anwurf gab es aber einen Schreckmoment für die Füchse, bei denen Nationalspieler und WM-Akteur Paul Drux ohne gegnerische Einwirkung wegrutschte und sich das Knie verdrehte. Doch der 26-jährige Rückraumspieler hatte Glück im Unglück und kehrte nach langer Behandlung noch in der ersten Halbzeit zurück aufs Parkett. Dort lief es für die Hauptstädter zunächst auch besser.

„Recken“ drehen Spiel in 2. Halbzeit

In der Schlussphase des ersten Durchgangs zogen die Füchse davon und gingen mit 15:10 und einem beruhigenden Fünf-Tore-Polster in die Kabine. Doch Hannover legte nach Wiederbeginn forsch los.

Angetrieben von ihrem umsichtigen dänischen Weltmeister Morten Olsen (3 Tore) und DHB-Akteur Kai Häfner (6 Tore) sowie den heimischen Fans brachten die „Recken“ den Rückstand schnell zum Schmelzen. In der 40. Minute fiel der Ausgleich zum 17:17. Der TSV hatte das Momentum auf seiner Seite und wusste mit unbändigem Siegeswillen zu überzeugen.

In den letzten Sekunden hatte Fabian Wiede für die Füchse Berlin noch die große Möglichkeit zumindest einen Punkt aus Niedersachsen mitzunehmen, doch sein Wurf landete am Innenpfosten. Damit war der etwas glückliche aber durchaus verdiente 26:25-Heimsieg von Hannover besiegelt, die sich in der Tabelle auf den 11. Platz (18:26 Punkte) vorschoben. Berlin bleibt mit 28:16 Zählern Fünfter.

„Wichtig war, dass wir immer wieder schnell zurückgekommen sind. Am Ende haben wir nur einmal im Spiel geführt und dann auch gewonnen“, sagte der starkhaltende TSV-Keeper Martin Ziemer nach der Partie.

Wetlar & Erlangen stoppen Pleitenserie

In den weiteren beiden Begegnungen am Donnerstag konnten die HSG Wetzlar und der HC Erlangen ihren Negativlauf stoppen. Nachdem beide Teams zuvor drei Pleiten in Serie verdauen mussten, fuhren sie wieder Siege ein. Die Mittelhessen aus Wetzlar triumphierten in eigener Halle mit 31:27 gegen den TSV GWD Minden. Erlangen putzte - ebenfalls daheim - den Aufsteiger Bergischer HC deutlich mit 26:18.


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