Handball: EM-Aus für Deutschland – Kritik nach Spanien-Pleite

Handball: Deutschland bei EM krachend gescheitert – 27:31-Pleite gegen Spanien

Torwart Andrres Wolff fand nach dem EM-Aus klare Worte

Bildquelle: By Sven Mandel (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Der Traum von der Titelverteidigung bei der Handball-EM 2018 in Kroatien ist für die deutsche Nationalmannschaft laut geplatzt. Im entscheidende Hauptrundenspiel gegen Spanien setzte es für die DHB-Auswahl eine verdiente 27:31-Pleite gegen Spanien. Vor allem eine desolate 2. Halbzeit kostete Deutschland das Halbfinalticket.

Aus und vorbei: Titelverteidiger Deutschland hat bei der Handball-EM das Minimalziel verpasst und muss bereits nach der Hauptrunde die Segel streichen. Torwart Andreas Wolff zeigte sich nach dem schwachen Auftritt schockiert und ging mit seiner Mannschaft am ZDF-Mikrofon hart ins Gericht: „Wir wissen, dass Spanien eine gute Mannschaft hat. Aber Spanien ist hier nicht so aufgetreten, dass man dieses Spiel verlieren muss. Wir haben die Bälle einfach weggeworfen. Wir spielen eine insgesamt enttäuschende Europameisterschaft.“

Der erste Durchgang gestaltete sich noch offen, vor allen auf die Rückraumspieler Weber und Kühn war Verlass, die zuverlässig trafen. Aus deutscher Sicht ging es beim Stande von 13:14 nur mit einem Tor Rückstand zum Pausentee. Aber nach dem Wechsel lief bei den „Bad Boys“ überhaupt nichts mehr zusammen.

0:8-Lauf - DHB-Team bricht nach Wechsel auseinander

Die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop leistete sich zahlreiche technische Fehler, aber auch Spanien strauchelte. Dennoch nutzten die Iberer die Phase besser und konnten sich schnell wieder stabilisieren. Anders das DHB-Team das binnen zehn Minuten die Partie förmlich hergeschenkt. Deutschland leistete sich gleich sieben Ballverluste in neun Angriffen (!), was Spanien eiskalt mit einem 8:0-Lauf ausnutzte und dabei zu leichten Toren kam, da die DHB-Auswahl auf die taktische Variante mit dem siebten Feldspieler setzte und somit bei eigenem Ballbesitz ohne Torwart spielte.

„Die Körpersprache war schlecht, wir haben uns aufgegeben. Wir haben keinen kühlen Kopf bewahrt. Wir haben wie eine Schülermannschaft vorne die Bälle ins Aus geworfen und drei Treffer ins leere Tor bekommen“, beschrieb Wolf den enttäuschenden Auftritt im zweiten Durchgang.

Spanien im Halbfinale gegen Frankreich

Satte zwölf Minuten blieben die Deutschen ohne eigenen Treffe, bis Häfner der katastrophalen Durststrecke ein Ende bereitete. Doch sein Treffer zum 16:23 in der 46. Minute kam zu spät, zumal Spanien auch in der Schlussphase die bessere und überlegenere Mannschaft war. So hieß es am Ende 27:31 und während Deutschland die Heimreise antreten muss, bekommt es Spanien im Halbfinale mit Frankreich zu tun. Zudem streiten sich Schweden und Olympiasieger Dänemark um das zweite Endspiel-Ticket.

Das Turnier-Debüt von Neu-Nationaltrainer Christian Prokop ging somit gründlich in die Hose. Deutschland hat nur zwei der sechs Spiele bei der Handball-EM in Kroatien siegreich gestaltet und das Minimalziel Halbfinale kläglich verpasst. An einen Rücktritt denkt Prokop aber nicht und will mit den deutschen Handballern bei der Heim-WM in einem Jahr Wiedergutmachung betreiben.