Skispringen: Kobayashi gewinnt in Engelberg - Geiger erneut bester Deutscher

DSV-Hoffnungsträger Karl Geiger bestätigt beim Skisprung-Weltcup in Engelberg seine starke Form

Bildquelle: Christian Bier [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Beim Skisprung-Weltcup in Engelberg gab es für die DSV-Adler neben viel Licht auch reichlich Schatten. Zu den positiven Überraschungen ist ganz klar Karl Geiger zu zählen. Zwar verpasste der Oberstdorfer am Sonntag einen Tag nach seinem Senastionssieg das Podium, war aber nah dran und wieder bester Deutscher. Der Sieg ging an Ryoyu Kobayashi aus Japan.

Ryoyu Kobayashi hat schnell in die Erfolgsspur zurückgefunden und seine Vormachtstellung im Skispringen untermauert. Nachdem der 22-Jährige am Samstag noch schwächelte und nur Siebter wurde, schlug er am Sonntag auf der Gross-Titlis-Schanze im Schweizerischen Engelberg eindrucksvoll zurück.

Mit Flügen auf 144 und 137 Meter und 294,4 Punkten holte Kobayashi seinen vierten Saisonsieg und hat damit seinen Vorsprung im Gesamtweltcup weiter ausgebaut.

Mit dem ersten Sprung konnte der Träger des Gelben Trikots zudem den Schanzenrekord des Slowenen Domen Prevc einstellen und wird nun als absoluter Topfavorit zur Vierschanzentournee, die das erste große Saison-Highlight ist, reisen. Das Podium vervollständigte das polnische Duo Pjotr Zyla (285,1) und Kamil Stoch (278,6).

Geiger verpasst Podium haarscharf

Bester Deutscher am zweiten Wettkampftag in Engelberg wurde erneut Karl Geiger, der nun der großer Hoffnungsträger aus dem DSV-Lager für die Vierschanzentournee, die am kommenden Samstag (29.12.) mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnt, ist und auch zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen ist. Am Samstag gelang Geiger mit seinem ersten Weltcupsieg überhaupt noch ein absoluter Coup, 24 Stunden später reichte es immerhin für einen sehr guten 4. Platz. In der Endabrechnung fehlte dem formstarken 25-Jährigen lediglich ein halber Meter, um das dritte Mal in seiner Karriere eine Top-3-Platzierung zu schaffen. Doch von Enttäuschung keine Spur. „Insgesamt war es ein grandioses Wochenende. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf Weihnachten“, erklärte Geiger, der es in allen sieben Saisonspringen jeweils unter die besten Zehn schaffte.

Eisenbichler & Leyhe mit guten Ergebnissen

Auch bei Markus Eisenbichler zeigt die Formkurve nach oben. Der Siegsdorfer, der sich am Samstag nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren konnte, wusste mit zwei soliden Sprüngen über 135 und 137 Meter zu gefallen und schob sich im Finaldurchgang noch vom 10. auf den 6. Platz. Stephan Leyhe überzeugte ebenfalls bei der Generalprobe vor der Vierschanzentournee und wurde am Ende Elfter.

Wellinger & Freund weiter auf Formsuche

Für die anderen DSV-Adler lief der zweite Wettkampftag beim Skisprung-Weltcup in Engelberg derweil ernüchternd. Olympiasieger Andreas Wellinger kam nicht über den 24. Platz hinaus und befindet sich weiter auf Formsuche. Am Vortag wurde der Ruhpoldinger 14. David Siegel belegte indes den 25. Rang.

Überhaupt nicht Schwung kommt Severin Freund, der auch am Sonntag den zweiten Durchgang deutlich verpasste und nur 47. wurde. Tags zuvor reihte sich der 30-Jährige auf dem 50. Platz ein und muss somit nach seiner Rückkehr nach zwei Kreuzbandrissen weiter auf ein Top-Ergebnis warten. Das geht nicht spurlos am ratlos wirkenden Freund vorbei: „So ist es manchmal im Leben und so ist es manchmal auch im Skispringen. Es kann manchmal sehr blöd sein und sehr bitter.“ Von Bundestrainer Werner Schuster erhielt Freund angesichts seiner derzeit schwachen Verfassung auch lediglich für die ersten beiden Tournee-Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen eine Einsatzgarantie.

Freitag fehlt wegen Hüftproblemen

Richard Freitag fehlte derweil am Sonntag. Der Sachse, der am Samstag den Sprung in den zweiten Durchgang knapp verpasste, hat aufgrund von Hüftproblemen auf eine Teilnahme verzichtet. Nach Angaben des DSV handelt es sich dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um dessen Teilnahme an der Vierschanzentournee nicht zu gefährden. Freitag konnte am Samstag im Probedurchlauf einen Sturz nach der Landung dank artistischer Einlage gerade noch verhindern, klagte im Anschluss aber über starke Schmerzen an der Hüfte. Diese hatte er sich vor rund einem Jahr bei einem Sturz bei der Tournee in Innsbruck lädiert und erst vor zwei Wochen stürzte der 27-Jährige in Nischni Tagil in Russland bei der Landung. Noch ist es ungewiss, ob Freitag bei der Vierschanzentournee mitwirken kann.


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