Ist SG Flensburg-Handewitt der Titel noch zu nehmen? Analyse zum Titelkampf

Absoluter Titelfavorit: Die SG Flensburg-Handewitt bei einer Besprechung

Bildquelle: Kuebi = Armin Kübelbeck [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Die SG Flensburg-Handewitt befindet sich in der DKB Handball Bundesliga weiter klar auf Titelkurs. Der Meister hat mit dem jüngsten Sieg im Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und seine weiße Weste verteidigt! Ist Flensburg der Titel überhaupt noch zu nehmen? Eine Frage, die Sport-90 in seinem Roundup auf den Grund gehen wird.

Mit 27:20 fegte die SG Flensburg-Handewitt am Montag die Rhein-Neckar Löwen aus der Halle und erteilte dem Vizemeister allen voran in der zweiten Hälfte eine Lektion, nachdem es zur Pause noch 14.14 stand! Denn das Team von Trainer Maik Machulla zeigte eine wahre Macht-Demonstration und konnte mit hohem Tempo und großer Effektivität den Titelrivalen in die Schranken weisen. Zugleich stand die Defensive einfach überragend. Insgesamt die beste Saisonleistung von Flensburg in dieser Saison.

Flensburg mit eindrucksvollen Startrekord

Damit haben die Norddeutschen ihren eindrucksvollen Startrekord weiter ausgebaut. Die ersten 13 Spiele der laufenden Handball Bundesliga-Saison wurden allesamt gewonnen, entsprechend weist das Konto 26:0 Punkte auf. Saisonübergreifend steht die SG Flensburg-Handewitt nunmehr bei 21 gewonnen Spielen in Serie! Mit einem baldigen Ende der Siegesserie ist nicht zu rechnen, zumal Flensburg im Normalfall auch die noch verbleibenden sechs Ligaspiele bis zum Jahresende und der WM-Pause zu seinen Gunsten entscheiden dürfte. Zudem wurde schon gegen alle Top-Teams gespielt und gewonnen, während es bis zum Ende der Hinrunde noch zu einigen Duellen der direkten Konkurrenten kommt, die sich somit gegenseitig Punkte abnehmen werden.

Darum bleibt der Titelkampf spannend

Da zwängt sich die Frage auf: Ist der SG Flensburg-Handewitt der Titel überhaupt noch streitig zu machen? Das kann mit einem klaren 'Ja' beantwortet werden! Zwar ist das Machulla-Team der absolute Top-Favorit, aber es gibt einige Punkte, die Hoffnung auf ein spannendes Titelrennen machen.  Hierfür reicht allein ein kurze Blick auf die Tabelle. Denn hinter den Flensburgern befinden sich der SC Magdeburg und THW Kiel (beide mit 24:4 Punkten), der mit zuletzt zehn gewonnen Bundesliga-Spielen ebenfalls einen starken Lauf vorweisen kann, in Schlagdistanz. Wenngleich das Verfolger-Duo bereits ein Spiel mehr auf dem Konto. Die Rhein-Neckar Löwen auf Rang vier wurden hingegen mit 5 Punkten distanziert, allerdings haben die Mannheimer noch ein Spiel in der Hinterhand. Somit dürfen sich die Top-Vier im Kampf um den Meisterastschaft allesamt noch berechtigte Hoffnungen machen und die Verfolger werden wohl noch ein ordentliches Wörtchen mitreden.

Flensburg mit schweren Gastspielen in der Rückrunde

Darüber hinaus muss Flensburg in der Rückrunde durch die Bank bei den direkten Titelkonkurrenten wie Kiel, Magdeburg und eben auch den Löwen auswärts antreten. Zudem müssen die Spiele gegen die vermeintlich schwächeren Gegner auch erst noch gewonnen werden. Hier kann allen voran die wiedererstarkte MT Melsungen verwiesen, die zuletzt vier Siege in Folge feierten und sich auf den 5. Platz verbessert haben. Am 6. Dezember gastiert Flensburg in Melsungen.

Flensburg längst nicht immer dominant & konstant

Zudem sollte man sich nicht allzu sehr von der Erfolgsserie der SG Flensburg-Handewitt blenden lassen. Schließlich wurden gleich fünf Liga-Siege nur hauchdünn mit einem Tor Differenz siegreich gestaltet. Viele Auftritte waren längst nicht so dominant, wie es die eindrucksvolle Punkteausbeute vermuten lässt. Noch hat sich das neuformierte Team der Flensburger, bei denen es im Sommer jeweils sechs Zu- und Abgänge gab, nicht auf absoluten Spitzenniveau stabilisiert. Das zeigen auch die Auftritte in der Champions League, wo fünf der bisherigen acht Partien verloren wurden.

Nur Rhein-Neckar Löwen leistete sich Patzer

Die Hauptkonkurrenten aus Magdeburg und Kiel haben sich derweil auch nicht allzu viele Patzer geleistet. Der SCM musste sich jeweils auswärts in Berlin und Flensburg geschlagen geben, während der THW in fremder Halle bei Flensburg und Magdeburg den Kürzeren zog. Diese Niederlagen sind durchaus zu verkraften. Etwas anders sieht es bei den Rhein-Neckar Löwen aus. Der Pokalsieger hat vor heimischer Kulisse bereits 3 Punkte liegen gelassen, die in der Endabrechnung fehlen könnten. Aber abschreiben darf man die Mannheimer noch keinesfalls.

Somit dürfen wir uns weiterhin auf ein spannendes Titelrennen in der Handball Bundesliga freuen, in dem Flensburg aber wie bereits erwähnt den Status als heißester Meisterschaftsanwärter inne hat.


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