HSV Hamburg: Ex-Nationaltorwart Frank Rost ist neuer Geschäftsführer

Nur selten sorgte in der deutschen Handball-Welt eine Personalie für so viel Aufruhr wie die Ernennung von Frank Rost als neuem Geschäftsführer des HSV Hamburg. Die Besonderheit dabei ist sicherlich, dass Rost nicht etwa eine große Karriere als aktiver Handballer hinter sich hat, sondern sich als langjähriger Fußballtorhüter sowohl in der Bundesliga als auch in der Nationalmannschaft einen Namen gemacht hat.

Allerdings ist Rost im Handball kein völliger Neuling, sondern ist mit dem Sport und dem etwas kleineren Ball durchaus vertraut. Denn sowohl Vater Peter als auch Mutter Christina waren als Handballer für die Auswahl der DDR aktiv und feierten große Erfolge. So wurde Peter Rost 1974 Vize-Weltmeister und landete 1980 mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille in Moskau den ganz großen Wurf, ehe er später als Handball-Trainer arbeitete und unter anderem mit dem SC Magdeburg den EHF-Pokal gewann. Christina Rost holte bei Olympia 1976 und 1980 zwar “nur“ Silber und Bronze, darf sich aber dafür seit 1975 Weltmeisterin nennen.

Frank Rost selbst, der als Fußballer zwischen 1995 und 2011 426 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen, den FC Schalke 04 und den Hamburger SV bestritt und es immerhin zu vier Länderspielen brachte, machte schon vor Jahren nie ein Geheimnis daraus, dass ihn seine Eltern besonders geprägt haben. Nun kann er sicherlich auf deren Erfahrung und Know-how bauen, wenn es gilt, Ratschläge für seine neue Aufgabe einzuholen.

Kampfansage an den THW Kiel

Große Ziele hat der 39-Jährige mit dem HSV Hamburg, wie er im Rahmen seiner Präsentation in der vergangenen Woche, zu der acht Kamerateams und rund 30 Journalisten erschienen sind, erklärte: "Wir wollen die Besten sein. Unser Ziel ist es, Titel zu holen. Wir können uns ja nicht hinstellen und sagen: Wir wollen Fünfter werden“, sagte Rost unverhohlen der Nummer eins im deutschen Handball der vergangenen Jahre, dem THW Kiel, den Kampf an.

Rost, der wirtschaftswissenschaftliches Studium abgeschlossen hat, soll sich vor allem um die Akquise neuer Sponsoren kümmern, um den HSV langfristig unabhängig von den Investitionen von Mäzen Andreas Rudolph zu machen, wobei ihm die Schwere der Aufgabe durchaus bewusst ist: "Wir müssen den Spagat zwischen kurzfristigem Erfolg und einem soliden Fundament schaffen."

Mit der Personalie Rost ist dem HSV Erfolg zwar nicht garantiert, doch darf als sicher angenommen werden, dass der schon als Fußballer unbequeme Sachse auch in seiner neuen Funktion kein Blatt vor den Mund nehmen wird.


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