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Handball WM: Furioses Dänemark souverän zum Titel! Deutschland verspielt Bronze

Bildquelle: Wenflou CC BY-SA 0 [CC BY-SA 0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Dänemark ist zum ersten Mal Weltmeister! Im Finale der Handball-WM im heimischen Herning werden die Dänen ihrer Favoritenrolle gegen Norwegen gerecht und stürmen den WM-Thron mit einer wahren Gala-Vorstellung. 31:22 fegt das Danish Dynamite die chancenlosen Norweger von der Platte! Zuvor hat Deutschland im kleinen Finale mit Frankreich den 3. Platz denkbar knapp verpasst. Die 25:26-Last-Minute-Pleite war allerdings vermeidbar.

Dänemark feiert eine rot-weiße Party und beendet seinen WM-Fluch. Nachdem der Co-Gastgeber der Handball WM 2019 zuvor all seine drei Endspiele einer Weltmeisterschaft verlor, wurde im vierten Anlauf nun endlich der Titel abgeräumt - und wie! Mit einer überragenden Leistung erfüllte sich die Auswahl um Superstar Mikkel Hansen den langersehnten WM-Traum und ließ beim klaren 31:22 (18:11)-Triumph über Norwegen keine Zweifel aufkommen, wer der neuer Titelträger ist.

Mikkel Hansen der Star der WM

Damit haben die Dänen alle zehn WM-Spiele siegreich gestaltet, wobei man nicht einmal in die Gefahr einer Niederlage geriet. Hansen war in einem einseitigen Finale gegen Norwegen mit sieben Treffern erfolgreichster Schütze. Insgesamt verbuchte das Rückraum-Ass von Paris St. Germain 72 Turniertreffer und wurde damit nicht nur WM-Torschützenkönig. Wenig überraschend wurde der 31-Jährige, der dieser WM wie kein Zweiter seinen Stempel aufdrückte, auch zum besten Spieler der Handball WM gekürt. Neben Mikkel Hansen hatte auch Torwart Niklas Landin vom THW Kiel maßgeblichen Anteil am ersten Titeltriumph von Dänemark, der eine überragende Leistung zwischen den Pfosten ablieferte.

Furioses Dänemark wie im Rausch

Schon zur Halbzeit war die Messe so gut wie gelesen. Dänemark hielt dem enormen Erwartungsdruck mühelos stand und spielte sich gegen Norwegen, die am Freitag im Halbfinale Deutschland eliminierten, in einen wahren Rausch. Als der amtierende Olympiasieger nach 14 Minuten mit 9:5 in Führung lag, kochte die Stimmung in der mit 15.000 Zuschauern restlos ausverkauften Arena über.

Die Auswahl von Nationalcoach Nikolaj Jacobsen, der zugleich auch das Traineramt bei den Rhein-Neckar Löwen in der DKB Bundesliga bekleidet, stellte Norwegens Spielmacher Sander Sagosen weitestgehend kalt und schraubte die Führung bis zur Halbzeit auf 18:11. Angesichts dieses komfortablen Vorsprungs und unfassbaren Konstanz der Dänen, bestand bereits zum Pausenpfiff kein Zweifel mehr, wer das Handball WM-Finale gewinnen wird. Entsprechend feierten die Fans in der Halbzeit eine rot-weiße WM-Party.

Und Dänemark, die schon im Halbfinale Titelverteidiger Frankreich beim ungefährdeten 38:30-Erfolg eine Lehrstunde verpassten, ließen im zweiten Durchgang nichts mehr anbrennen. Spätestens mit dem 24:15 (45.) war der Drops endgültig gelutscht. Der Rest der Partie war ein Schaulaufen der neuen, hochverdienten Weltmeister!

Blech statt Bronze für Deutschland

Für Deutschland endete die WM hingegen mit einer bitteren Niederlage. Gegen Frankreich hat das DHB-Team in einer dramatischen Schlussphase die Bronzemedaille förmlich aus der Hand geworfen und unterlag dem Rekordchampion in letzter Sekunde mit 25:26. Damit geht das Warten auf die erste WM-Medaille seit dem Goldmärchen von 2007 weiter. Für die deutsche Handball-Nationalmannschaft war es binnen 48 Stunden und nach der schmerzhaften Halbfinal-Schlappe gegen Norwegen die nächste große Enttäuschung. Dabei wähnte sich das DHB-Team zwischenzeitlich deutlich auf der Siegerstraße.

DHB-Team mit Vier-Tore-Führung zur Halbzeit

Deutschland lieferte im zehnten Spiel innerhalb von zehn Tagen über weite Strecke eine überzeugende Vorstellung ab. Insbesondere die Defensive um Abwehrchef Patrick Wiencek fand wieder zu alter Stabilität und auch Torhüter Andreas Wolff zeigte eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Norwegen-Spiel. Allein im ersten Durchgang wehrte die Nummer eins sieben Würfe der Franzosen ab.

Zwar stotterte dann und wann der deutsche Offensivmotor und Deutschland blieb in den ersten 30 Minuten in einer zwischenzeitlichen Schwächephase 9:11 Minuten ohne eigenen Treffer. Aber mit einer starken Willensleistung und dank eines treffsicheren Uwe Gensheimer, der sich insgesamt siebenmal in die Torschützenliste eintragen konnte, erspielte sich mit 13:9 eine vielversprechende Vier-Tore-Halbzeitführung.

Rot für Wiencek - Karabtic trifft in letzter Sekunde

Aber die DHB-Auswahl ließ sich in der zweiten Hälfte noch die Butter vom Brot nehmen. Wie schon des öfteren im Turnierverlauf tat sich Deutschland im Angriffsspiel schwer. Schwache Abschlüsse und Unkonzentriertheiten, die zu technischen Fehlern führten, hielten Frankreich im Spiel. Und als dann auch noch Wiencek in der 38. Minute beim Stand von 14:15 nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe die Rote Karte sah, riss der Faden im Prokop-Team.

Deutschland steckte zwar nicht auf und konnte sechs Minute vor Schluss durch einen Gensheimer-Treffer den 22:22-Ausgleich bejubeln. Doch in der Schlussphase leistete sich Deutschland einen folgenschweren Fehler: Zehn Sekunden vor dem Ende traf Matthias Musche mit einem Harakiri-Pass auf den gut gedeckten Hendrik Pekeler eine fatale Fehlentscheidung und avancierte zum großen Pechvogel. Im Gegenzug ließ sich Frankreichs Superstar Nikola Karabatic nicht zweimal bitten und netzte eine Sekunde vor dem Ertönen der Schlusssirene 26:25 ein. Schon in der Vorrunde hatten die Franzosen den Deutschen mit einem Treffer in letzter Sekunde zum 25:25 einen schweren Schlag versetzt, doch diesmal sitzt der Stachel der Enttäuschung aber deutlich tiefer.

Der Frust über Blech statt Bronze war gewaltig! „Das ist brutal, das ist bitter. Der Schmerz ist sehr groß“, ließ DHB-Coach Christian Prokop verlauten. Auch der völlig niedergeschlagene Gensheimer war wie die gesamt Handball Deutschland untröstlich: „Anstatt mit einer Medaille um den Hals und einem Grinsen im Gesicht aus der Halle zu gehen, haben wir die letzten beiden Spiele des Turniers verloren.“

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