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TLC 2019 - Alle Ergebnisse und Bericht - WWE mit schwachem PPV-Event

Bildquelle: Miguel Discart CC BY-SA 2.0 [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Heute Nacht stand ein Weihnachtsgruß von der WWE an. WWE TLC 2019 wurde aufgefahren. TLC stand dabei natürlich für die namensgebenden Tables, Ladders and Chairs. Dieser letzte WWE PPV des Jahres 2019 wurde im Target Center in Minneapolis abgehalten.

Los ging es mit einem Leiter-Match um die Smackdown Tag Team Championship Gürtel. Die amtierenden Champions von The New Day (vertreten in Person von Kofi Kingston und Big E) bekamen es mit ihren Intimfeinden The Revival (Scott Dawson und Dash Wilder) zu tun. Hier verstand es The Revival zunächst gut, immer einen Mann am Boden zu halten, um sich so zu zweit auf den jeweils anderen zu konzentrieren. Es gab einige nette High-Spots zu sehen, bei denen vor allem der in Leiter-Matches sehr erfahrene Kofi Kingston seine Balance unter Beweis stellen konnte. Besonders sehenswert waren zwei Spots. Zunächst einer, bei dem Dash Wilder mittels Splash Big E durch eine eingespannte Leiter zimmerte. Dann einer bei dem sich Big E revanchierte, als er sich Dash Wilder von einer Leiter krallte und aus luftigen Höhen seinen Big Ending Finisher zeigte. Kurz darauf konnte Kofi Kingston die Titel abschnallen. The New Day verteidigten erfolgreich ihre Titel!

Buddy Murphy und Aleister Black mit dem Match des Abends

Darauf folgte eine sehr frische Ansetzung, die zwei aufstrebenden WWE Wrestler gegeneinanderstellte: Buddy Murphy gegen Aleister Black. Beide gingen mit intakten Siegesserien in dieses Match. Nur einer sollte sie behalten. Und der hieß Aleister Black! Er siegte in einem steif geführten Match, das viele innovative Manöver bot und sich vor allem um die Striking basierende Offensive der beiden vielversprechenden Kontrahenten drehte. Aleister Black trug eine blutende Nase davon, was der Dramaturgie des Matches aber nicht gerade schadete. Zweites Match und die Messlatte für das Match des Abends war schon jetzt recht weit oben! In jedem Fall war es eine klasse Demonstration dieser beiden Herren, die beide aussichtsreiche Kandidaten für einen starken WWE-Run bleiben.

Weiter ging es mit einem Match um die RAW Tag Team Championship. Die Viking Raiders (Erik und Ivar) bekamen es mit dem OC (Karl Anderson und Luke Gallows) zu tun. Letztere reagierten auf eine offene Herausforderung der Viking Raiders und brachten auch ihre Trophäe mit zum Ring, die sie sich im Tag Team Turnier in Saudi-Arabien (unter anderem auch gegen die Viking Raiders) gesichert hatten. Tag Team Weltmeister gegen die RAW-Champions! The OC überdies die Einzigen, die bislang die Viking Raiders clean besiegen konnten. Doch ein gleichermaßen eindeutiges Resultat sollte diesmal ausbleiben, denn das recht kurzweilige aber ansonsten auch nicht sonderlich bemerkenswerte (weil viel zu kurze) Tag Team Match endete unentschieden, als alle vier außerhalb des Rings ausgezählt wurden.

Damit war der Drops allerdings noch nicht gelutscht. Denn am Ring gab es einen Ehrenplatz für vier Gewinner eines Kentucky Fried Chicken Gewinnspiels. Für sie war ein Tisch angerichtet, sodass sie bei Hähnchenkeule und Co. dem Match beiwohnen konnten. Eben diesen Tisch deckten die Jungs vom OC ab, krallten ihn sich und wollten Erik durchzimmern. Doch nach einem Eingreifen von Ivar war es stattdessen Karl Anderson, der durch den Tisch und einige Dips unbestimmter Sorte ging. Die Viking Raiders hatten also das letzte Wort.

Zwei Expositions-Massaker ziehen die Show in die Länge

Anschließend kam es zu einem TLC-Match zwischen King Corbin und Roman Reigns. Ein Match von überschaubarer Workrate und dadurch mit einigen Längen. Insbesondere weil es wieder zu viele Szenen in dem Match gab, die nur daraus bestanden, dass beide am Boden lagen und ewig lang verkauften, wodurch sich nachfolgende Spots von ganz langer Hand ankündigten. Sowohl Corbin als auch Reigns brauchen jemanden, der sie zu einem guten Match zieht. Und das hat man hier leider gemerkt. Schwaches Brawling gepaart mit tausendmal gesehenen Trademark Manövern. Langweilig! Am Ende siegte Corbin, weil er die No DQ Stipulation ausnutzte und ihm quasi sein ganzer Hofstaat zur Hilfe kam. Dem konnte Roman Reigns nicht dauerhaft etwas entgegensetzen und er wurde nach einer Serie von Finishern von Dolph Ziggler, The Revival und King Corbin gepinnt. Ein Match, das letztlich nichts bewirkte, weil es Reigns nicht schwächer und Corbin nicht stärker aussehen ließ.

 

 

Als Nächstes stand ein Match zwischen The Miz und WWE Universal Champion Bray Wyatt an. Dieser kam jedoch nicht als der Fiend zum Ring, sondern unmaskiert, sodass er als der sadistisch-fröhliche Bray Wyatt aus dem Firefly Fun House auftrat. Es folgte ein sonderbares Squash Match, das nur daraus bestand, dass Wyatt bereitwillig Prügel bezog und sich daran masochistisch ergötzte, ehe er The Miz mit zwei Finishern einfach wegputzte. Als er ihn mit einem übertrieben großen Hammer (im Rummelplatz-Look) noch weiter bestrafen wollte, griff der zurückgekehrte Daniel Bryan ein, sehr zum Jubel der Fans, sodass Bray Wyatt mit dem berühmten „Licht in der Arena geht, aus"-Trick sein Heil in der Flucht suchen musste. Ein zweckmäßiges Match, bei dem der Sieger vorher glasklar war.

TLC 2019 endet schwach

Als Co-Main Event diente ein Table Match zwischen Bobby Lashley und Rusev. Bobby Lashley wie üblich in Begleitung von Lana, die Dreh- und Angelpunkt des Konflikts beider Männer war. Die beiden Powerhouse Wrestler operierten hier im Rahmen ihrer Möglichkeiten und nahmen ein paar gute Bumps. Allerdings muss man mittlerweile sagen, dass die Aufeinandertreffen zwischen den beiden nicht ohne Abnutzungserscheinungen sind. Gerade als es so wirkte, als ob Rusev endlich einen Schlussstrich ziehen könnte, fiel ihm Lana in den Rücken, sodass Lashley Rusev durch einen Tisch in der Ecke donnern konnte. Das letzte Wort in dieser Fehde ist wohl also immer noch nicht gesprochen.

Danach standen die WWE Women's Tag Team Championship Gürtel auf dem Spiel. Die Kabuki Warriors (Asuka und Kairi Sane) mussten ihre Titel gegen Becky Lynch und Charlotte Flair verteidigen. Das wirkte so ein bisschen wie ein Verlegenheits-Main-Event, den die WWE kurzerhand aus dem Hut ziehen musste. Was auch nicht half – während dem mit 25 Minuten viel zu langem Match gingen auch noch einige Spots gründlich in die Hose. Es erwies sich später, dass Kairi Sane im Match eine Gehirnerschütterung davongetragen hatte, was nicht spurlos am Match vorbeiging. Viele der Spots, bei denen das Inventar zum Einsatz kam, waren viel zu konstruiert und es wirkte teilweise so dynamisch wie Möbelrücken im OBI. Fast nichts wirkte organisch. Auch dass einige der Aktionen der Damen, die eigentlich ordentlich Bums haben sollten, extrem leichtgewichtig wirkten, half nicht weiter. Letztlich konnte Asuka nach 25 langen Minuten den Sieg festmachen, indem sie die die Leiter erklomm und die Titel vom Haken nahm.

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