Zur mobilen Webseite

Lewis Ritson wird WBA-Herausforderer nach Sieg über Robbie Davies Jr.

Bildquelle: Danielaarceo123 CC BY-SA 4.0 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Am Samstagabend gab es im Sky Sports Livestream Boxen aus der Newcastle Arena in England zu sehen. Das Ganze unter dem Stern der beiden Hauptkämpfe des Abends. Die Undercard hielt dagegen wenig Zwingendes bereit. Dort gab es unter anderem eine Begegnung im Boxen Schwergewicht zu sehen. Martin Bakole Ilunga (13-1) aus der Republik Kongo gegen den (wie man mittlerweile leider sagen muss) abgehalfterten Journeyman Kevin Johnson (34-15-1) aus den USA.

Zehn Jahre ist es her, dass Johnson mit Vitali Klitschko die Distanz ging. Der nun 40-Jährige hatte im Vorfeld sieben seiner letzten zehn Kämpfe verloren. Auch wenn er nach wie vor nur zweimal in 50 Kämpfen ausgeknockt worden war. Dennoch war klar, dass er nur noch um den nächsten Scheck kämpft. Nach fünf Runden und einem dritten Karriere-KO gegen sich durfte er diesen auch abholen.

 

Als Co-Main Event diente ein Boxkampf im Superweltergewicht. Es ging um die britische Meisterschaft in dieser Boxen Gewichtsklasse. Der amtierende Champion Ted Cheeseman (15-1-1) traf auf den ungeschlagenen Scott Fitzgerald (13-0). Die erste Runde war sehr taktisch und verhalten. Cheeseman zirkulierte außen und wollte erst mal einen guten Blick auf seinen Gegner werfen und in diesen Kampf kommen. Das Ganze jedoch auf Kosten davon, dass Fitzgerald mit wenigen Schlägen die Runde stehlen konnte.

Es folgte jedoch eine wesentlich bessere zweite Runde von Cheeseman, der nun selbst zu Werke ging. Weiterhin von außen. Fitzgerald etwas zu statisch mit seinem Oberkörper, sodass Cheeseman einige gute Treffer unterbringen konnte. Runde drei konnte sich Cheeseman abermals über gute Bewegungen sichern. Konstant war er nach rechts oder links am Kreisen, bot kein ruhendes Ziel und hatte Erfolg mit seinem Jab. Fitzgerald konnte ihn zwar berühren, doch fast immer nur mit der Laufrichtung von Cheeseman. Insofern war nicht viel dahinter.

Kontroverses Punkturteil

Auch in der Vierten wurde Fitzgerald dem agil auftretenden Cheeseman nicht Herr. Insbesondere seine Schläge zum Kopf sah Cheeseman gut kommen. Oft traf Fitzgerald einfach nur Leder, da Cheeseman diszipliniert blockte und auswich. Cheeseman indes mit dem Jab und folgenden Kombinationen erfolgreich. Fitzgerald musste hier eine taktische Reaktion zeigen, denn er schlug zu viel fehl und ließ Cheeseman den Platz, den er brauchte. Diese Reaktion kam in Runde fünf. Fitzgerald hörte auf, den Halleluja-Haken zu suchen und nahm die taktische Textur in diesem Boxkampf an. Er brachte nun seinerseits den Jab unter.

Doch schon eine Runde später ging es wieder zurück auf Los für Fitzgerald. In den folgenden Runden machte er eher den Fehler, Cheeseman noch mehr Platz zuzugestehen. Dass Ganze, weil Fitzgerald zu viel Zeit in der Ringmitte verbrachte und dort auf seinem Standbein rotierte. Erst ab der Neunten öffnete sich der Kampf wieder ein wenig. Allerdings eher, weil Cheeseman es zuließ und sich zumindest hier und da auf Schlagabtausche im Nahbereich einließ. Doch wann immer Cheeseman in Bewegung blieb, schlug Fitzgerald weiterhin wahnsinnig viel fehl. Die Elfte und Zwölfte gingen jedoch auf alle Fälle an Fitzgerald, da Cheeseman sich zwar weiterhin viel bewegte aber wenig schlug. Er schien konditionell nun etwas geschwunden. Die Körpersprache von Fitzgerald weiterhin energisch.

Das Punkturteil ging letztlich an Fitzgerald. Etwas großzügig, gemessen daran, dass es nur vier Runden gab, die man ihm klar geben konnte. Im Gegenzug hatte Cheeseman seine Runden doch immer nur sehr minimalistisch gewonnen. Dennoch war Fitzgerald hier gut bedient worden.

 

 

Es geht gleich zur Sache zwischen Davies Jr. und Ritson

Zeit für den Hauptkampf im Boxen Superleichtgewicht: Lewis Ritson (19-1) gegen Robbie Davies Jr. (19-1). Der Kampf ein Title-Eliminator. Der Gewinner würde Pflichtherausforderer für die WBA-Boxweltmeisterschaft werden. Ritson, der Mann aus Newcastle, mit den Sympathien des Publikums auf seiner Seite. Hier ging es gleich in der ersten Runde zur Sache. Beide übersprangen die Abtastphase und trafen sich in der Mitte. Insbesondere zum Ende der Runde klare Treffer von beiden.

Dabei zeigte vor allem Davies Jr. ein Kinn, denn sein Kopf wurde ein paar Mal klar getroffen, doch er feuerte sofort dagegen! Leichter Vorteil für Ritson, der die Mehrzahl der guten Treffer zu verzeichnen hatte. Runde zwei ging noch verbissener weiter, als beide einander im In-Fight Stirn an Stirn trafen. Davies Jr. jedoch etwas mehr dabei in seinem Element. Er schob sich seinen Mann an die Seile und grub in der Zwischenzeit immer wieder zum Körper. Diese Runde konnte man ihm zugestehen.

Runde drei wurde sehr eng. Ritson immer dann im Vorteil, wenn der Kampf über die Halbdistanz ausgefochten wurde, da seine Treffer sichtbar mehr Bums hatten. Doch Davies Jr. immer dann erfolgreich, wenn er seinem Mann zu Leibe rücken und diesen im Nahbereich traktieren konnte, wo die Schlagwirkung von Ritson ungleich geringer schien. Beide hatten anteilig Erfolg mit ihren Taktiken in Runde drei. Diese Taktiken sollten auch die folgende Runde prägen. Davies Jr. auf der Suche nach dem In-Fight. Ritson bestrebt, ihn auf dem Weg hinein oder im Break zu erwischen. Das Ganze mit enorm viel Volumen und Aufwand betrieben!

Lewis Ritson setzt sich in Top-Kampf durch

Runde fünf war wieder eng. Beide Boxer fuhren hier konsequent ihre Strategien und schlugen sehr viel. Ein intensiver Kampf, der runterging wie Öl! Eine heldenhafte Abnutzungsschlacht, bei der wohl die Kondition entscheiden dürfte, wenn die Textur des Kampfes solcherart blieb. Runde sechs wurde dann tatsächlich etwas verhaltener, wobei Robbie Davies Jr. jedoch etwas geistesgegenwärtiger wirkte. Ritson schlug nun vermehrt Luftlöcher.

Runde sieben war dann wieder bei Ritson, der sowohl im Break als auch, wenn Davies Jr. auf dem Weg nach innen war, schwere Treffer landen konnte. Davies Jr. dadurch etwas zu verhalten und zögernd, wodurch er genau in der Distanz verblieb, die Ritson zupassekam. In Runde acht fand jedoch Davies Jr. wiederum Erfolg, als er mehrere offene Schlagabtausche annahm und die besseren Hände unterbrachte. Der Kampf wogte hin und her! Runde neun wieder bei Davies Jr., der im Boxring öfters mal die Auslage wechselte, um Ritsons Aufmerksamkeit zu fordern. Später in der Runde ging er wieder dazu über, Ritson im In-Fight an die Seile zu drängen und ihn zu bearbeiten.

Ritson sicherte sich dann wieder die Zehnte, als er sie stark beenden konnte. Davis Jr. musste wieder zurück zu der Strategie, seinen Mann in die Seile zu drängen. Allerdings schien sein Gastank nicht mehr ganz da zu sein, da seine Nase blutete und schon früh im Kampf getroffen worden war. Die Elfte ging an Ritson, hinter dem sich das Publikum lautstark versammelte. Letzte Runde! Beide Männer hauten noch einmal alles raus, was ging, sodass die Runde noch einmal eng wurde. Ritson mit den augenscheinlicheren Treffern, aber Davis Jr. mit mehr Kontrolle und Volumen. Letztlich fiel eine etwas schmeichelhaft deutliche (aber grundsätzlich vertretbare) Punktentscheidung Ritson zu.

Boxen News
ImpressumDatenschutz