Champions League: FC Liverpool folgt Real Madrid trotz 2:4-Pleite gegen Roma ins Finale


Roma-Pechvogel Nainggolan im Spiel gegen Liverpool

Bildquelle: By The original uploader was Wolf at Italian Wikipedia [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Der FC Liverpool hat erstmals nach elf Jahren wieder das Finale der Champions League erreicht. Zwar verlor die Truppe von Jürgen Klopp im Halbfinal-Rückspiel mit 2:4 bei der AS Rom, doch dank des 5:2-Erfolgs im Hinspiel greifen die Reds nun nach dem begehrten Henkelpott. Im Finale am 26. Mai trifft Liverpool auf Bayern-Bezwinger Real Madrid. Dabei hätten die Engländer das Finalticket fast noch verspielt und hatten Glück, dass der Schiedsrichter nicht seinen besten Tag erwischte.

Zwar lässt die 2:4-Pleite des FC Liverpool auf eine enge Partie hindeuten, die es aber nicht war. Schließlich konnten die Römer erst in den letzten Minuten die Treffer drei und vier erzielen. Zuvor hatten die Reds das Geschehen im Stadio Olimpico weitestgehend unter Kontrolle, wenngleich es ein starkes Stück Arbeit war. „Wir haben bisher eine außergewöhnliche Champions-League-Saison gespielt.

Heute mussten wir zum ersten Mal ein bisschen Glück in Anspruch nehmen“, sagte Jügen Klopp nach der Partie am Mikrofon von „Sky“. Sein treffendes Fazit: „Das war fast unser schlechtestes Spiel in der Champions League!

Dabei erwischte der Gast von der Anfield Road einen echten Traumstart und ging bereits in der 6. Minute in Führung. Maßgeblichen Anteil hatte Romas Mittelfeldass Nainggolan, der sich einen folgenschweren Fehlpass im Aufbauspiel leistete. Firmino schaltete blitzschnell, setzte Sadio Mane in Szene und der Flügelflitzer vollstreckte eiskalt zum 1:0. Doch die AS Rom steckte trotz der aussichtslosen Lage nicht auf und brauchte nicht lange für die richtige Antwort. Nach einer Florenzi-Flanke in Liverpools Strafraum schoss Lovren bei seinem Klärungsversuch Mitspieler Milner an, von dessen Kopf der Ball ins eigene Tor sprang (15.). LFC-Keeper Loris Karius war machtlos und es stand 1:1.

Der Ausgleichstreffer hauchte der Giallorossi neues Leben und Mut ein und angepeitscht vom eigenen Anhang schnürten die Italiener Liverpool in deren Hälfte ein. Doch die Gäste blieben dank ihres gefürchteten Umschaltspiel gefährlich und Mane scheiterte aus kurzer Distanz an Alisson (25.). Doch nach dem folgenden Eckball klingelte es erneut im Roma-Kasten, als Dzeko unfreiwillig für Wijnaldum vorlegte, der mühelos einköpfte. Die Hausherren schnupperten vor der Pause am erneuten Ausgleich, allerdings klatschte ein abgefälschter Schuss von El Shaarawy nur an den Pfosten (35.).

Liverpool im Glück: Schiedsrichter verwehrt Roma zwei Elfer

Die zweite Halbzeit begann munter und mit einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Damir Skomina. In der 49. Minute holte Karius im Sechzehner Edin Dzeko von den Beinen, doch der Referee entschied zuvor zu Unrecht auf eine Abseitsstellung. Nur drei Zeigerumdrehungen sollte der ehemalige Wolfsburg-Stürmer aber zu seinem Tor kommen, als er einen schwach abgewehrten Schuss von Karius zum 2:2 in die Maschen jagte. Die AS Rom legte weiter den Vorwärtsgang ein und hätte in der 63. Minute einen Handelfmeter zugesprochen bekommen müssen, als Alexander-Arnold in bester Handballer-Manier einen Schuss von El Shaarawy aus kurzer Distanz mit der Hand über das Tor lenkte und somit das 3:2 für Rom verhinderte. Allerdings gab es von Seiten der Gastgeber kaum Proteste.

Der FC Liverpool tat mit zunehmender Spieldauer immer weniger fürs Spiel, agierte aber recht routiniert. Die Roma bewies hingegen großes Kämpferherz und wurde in der Schlussphase für ihre Moral zumindest ansatzweise belohnt. Ausgerechnet Unglücksrabe Nainggolan schnürte per wuchtigen Distanzschuss (86.) und verwandelten (unberechtigten) Handelfmeter (90.+4) einen Doppelpack, sodass der Traditionsklub aus der Ewigen Stadt am Ende mit 4:2 triumphierte und dem FC Liverpool die erste Niederlage in der diesjährigen Champions League beifügte.

FC Liverpool verdient im CL-Finale - Kampfansage von Klopp

Am Ende mangelte es der AS Rom – mit Ausnahme an Dzeko – in der Offensive aber an Gefahr. Und es wäre vermessen, den nach 180 Minuten verdienten Finaleinzug des FC Liverpool falschen Schiedsrichter-Entscheidungen zuzuschreiben. Zumal die Reds sowohl im Hin- als auch im Rückspiel zwei späte Handelfmeter gegen sich bekamen, die äußerst strittig waren.

Nun kommt es am 26. Mai in Kiew zum großen Showdown zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid, die sich zum dritten Mal in Folge die Krone Europa aufsetzen wollen. Für die Königlichen hatte Klopp auch schon eine Kampfansage parat: „Sie sind erfahren, wir nicht. Aber wir werden wirklich 'on fire' sein.“