2. Liga: Wird Toni Leistner zum Problemfall beim 1. FC Union Berlin?


Wird Leistner zum Problemkind beim 1. FC Union Berlin?

Bildquelle: By Textilvergehen [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

Beim 1. FC Union Berlin scheint man die Euphorie der letzten Saison mit ins Trainingslager mitgenommen zu haben. Der Klub absolvierte die beste Saison ihrer Vereinshistorie und verpasste den Aufstieg in die Bundesliga nur denkbar knapp. Während andere Vereine samt Fans ins Tal der Tränen stürzen, konnte man bei den Eisernen Aufbruchstimmung und Dankbarkeit für solch eine „geile“ Saison erfahren.

Dabei haben die Säulen des Teams in den wichtigen Spielen zum Schluss der abgelaufenen Spielzeit nicht mehr die Leichtigkeit auf den Platz bringen können, wie es noch der Fall war, bevor man überraschend Spitzenreiter wurde. Einer, der seinen Anteil dazu beitrug, war Abwehrchef Toni Leistner. Seit 2014 schnürt sich der gebürtige Dresdner nun die Fußballstiefel für die Köpenicker und wusste dabei oft zu überzeugen.

Nun steht der zweite Versuch an, die Bundesliga zu erreichen. Unter den Fans ist man sich nach dem Saisonfinale einig gewesen, dass man der Mannschaft keinen Groll hegt. Von Traurigkeit war nichts an der Alten Försterei zu spüren, ganz im Gegenteil, denn man war stolz auf das Erreichte. Für Leistner, der stets den Erfolg im Kopf hat, war es sicherlich ein bitterer Moment, ebenso wie für den einen oder anderen Mannschaftskollegen.

Mittlerweile steckt das Team in der Saisonvorbereitung und Toni dürfte sich viele Gedanken zu seiner Zukunft gemacht haben. Sein Wunsch, irgendwann einmal in England zu spielen oder zumindest die Erstklassigkeit zu feiern, überstrahlt vieles. Kürzlich gab es sogar die Gelegenheit für einen Wechsel und so drang der Wunsch nach seiner Freigabe nach draußen.

Union Berlin lehnt 3,5 Millionen Euro von Norwich City ab

Mit Norwich City gab es sogar einen konkreten Interessenten, der rund 3,5 Millionen Euro Ablöse geboten haben soll. Hat man sich zu diesem Zeitpunkt in den Foren und in den sozialen Medien umgeschaut, so war das Lager zweigeteilt. Die einen würden ihren „Fußballgott“ nicht ziehen lassen wollen, während die anderen meinen, dass er schon für den einen oder anderen Bock gut wäre.

Zudem würde man sicherlich für 3,5 Millionen Euro einen adäquaten Ersatz bekommen. Der Wechsel fand bekanntlich nicht statt und genau das könnte nun zum Problem für den 1. FC Union Berlin werden. Die Situation wird nicht besser, nachdem Helmut Schulte seine Kontakte spielen ließ und den Deal mit Christoph Schösswendter einfädelte. Nun bekommt Leistner auch noch einen weiteren Konkurrenten vor die Nase gesetzt.

 

 

Schösswendter sorgt für Konkurrenzkampf im Abwehrzentrum

Schösswendter (29) wird unterschätzt, denn auch wenn er drei Jahre älter ist als Leistner (26), so verfügt der Österreicher über internationale Erfahrung, die Leistner nicht aufbieten kann. Ebenso zeigte er in Österreich, dass er zu den Besten zählt, wenn man ihm das Vertrauen schenkt. Christoph Schösswendter ist dazu für einen Verteidiger auch noch recht torgefährlich. In 22 Spielen schoss er 4 Tore für Rapid Wien. Leistner ist ein anderer Spielertyp, schießt vergleichsweise nicht so viele Tore, sorgte dafür aber für Stabilität in der Defensive. Das kann nun aber auch der Österreicher leisten.

Bisher war auf Leistner meistens verlass, das kann sich ganz schnell ändern, wenn der Dresdner zum Problemfall avancieren sollte. Dem Wechselwunsch schob Dirk Zingler einen Riegel vor. Bereits beim Foto-Shooting für das Mannschaftsfoto zeigte sich Leistner recht lustlos. Absicht oder war es nur der prallen Hitze geschuldet? Auffällig war, dass er immer wieder aufgefordert werden musste, mitzuwirken.

 

 

Leistner mit dem Kopf in England?

Und auch die Kollegen frotzelten, ob er „arrogant sei“, wie der Berliner Kurier berichtete. Man kann nun auch zu viel hineininterpretieren, aber es wäre nicht das erste Mal, dass sich ein Spieler lustlos im Training präsentiert. Die Folge wäre auch ein frustrierter Spieler, der eigentlich zu den Eckpfeilern der Mannschaft zählt, aber seine Leistung nicht mehr abruft. Vor allem mit dem Hintergrund, dass sein Vertrag nur noch ein Jahr Gültigkeit besitzt.

Noch hat Cheftrainer Jens Keller ausreichend Zeit, um die Situation um Toni Leistner zu bewerten, denn das Transferfenster schließt erst zum 31. August. Allerdings darf man mit einem eventuellen Verkauf Leistners nicht zu lange warten, denn die Saison beginnt bereits in 9 Tagen mit dem Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Absteiger Ingolstadt 04.

Bis dahin muss man sich in Köpenick einig sein, was mit Leistner geschehen wird, sollte er England weiterhin im Kopf haben und sich hängen lassen. Sollte er professionell seinen Vertrag erfüllen, dann spricht nichts gegen einen sauberen Abschied am Ende der Saison. Sollte sich Toni aber hängen lassen, dann hat man bei den Eisernen ein ernsthaftes Problem. Die Verantwortlichen bei Union Berlin müssen mit wachsam sein und die etwaigen Launen von Toni Leistner registrieren und dann professionell abwägen, was das Beste für den Klub ist.