Boxen: Sturm-Bezwinger Sam Soliman verliert IBF-Titel gegen Jermain Taylor


Jermain Taylor bezwingt Sam Soliman

Jermain Taylor hat sich den IBF-Weltmeistertitel im Mittelgewicht gesichert. Der US-Amerikaner bezwang Sam Soliman in dessen erster Verteidigung einstimmig nach Punkten und muss den Gürtel, den er Felix Sturm erst im Mai überraschenderweise entrissen hatte, schon wieder abgeben.

Dabei war Soliman von einer Beinverletzung gehandicapt, was der Australier aber nicht als Entschuldigung geltend machen will. Am Ende war es eine klare Sache: Jermain Taylor hat sich in Biloxi im US-Bundesstaat Mississippi zum neuen IBF-Weltmeister gekürt.

 

Gegen den bisherigen Titelträger Sam Soliman setzte sich der Herausforderer souverän nach Punkten durch, wobei die Punktrichter den Kampf mit 116:111, 115:109 und 116:109 eindeutig zugunsten Taylors werten. Kein Wunder, denn dieser schickte Soliman insgesamt viermal auf die Bretter, doch zu einem K.o.-Sieg sollte es am Ende nicht reichen.

Nachdem die ersten sechs Runden ziemlich ereignislosen verliefen, kassierte Soliman nach einem Jab von Taylor seinen ersten Niederschlag. Auch in der 8. und 9. Runde ging Soliman zu Boden, bevor er in der 11. Runde mehr oder weniger nur noch einen K.o. verhindern und sich ins Ziel retten wollte. Das gelang ihm zwar, doch am Sieg von Jermain Taylor gab es nichts zu rütteln.

Soliman hatte erst im Mai in Krefeld gegen Felix Sturm gewonnen und sich erstmals in seiner Karriere zum Weltmeister gekrönt. Doch lange durfte der 40-Jährige den Titel nicht behalten. Dabei war es für Soliman, der zuvor seit zehn Kämpfen ungeschlagen war, die erste Niederlage seit 2008. Der Boxer aus Melbourne ging aber mit einer leichten Knieverletzung in den Titelkampf gegen Taylor, die er sich zuvor im Training zugezogen hatte. Als Ausrede für seine klare Niederlage wollte Soliman seine Blessur aber nicht aufführen.

Taylor jetzt gegen N'Dam?

Für Jermain Taylor war es der fünfte Sieg in Folge, nachdem er nach einer zweijährigen Pause 2011 sein Comeback im Ring feierte. Aber genau wie Soliman haben eigentlich beide Boxer ihren Zenit schon überschritten. Dennoch strotzte Taylor nach seinem WM-Erfolg natürlich nur so vor Selbstvertrauen. „Ich danke Gott und meinem Manager Al Haymon. Wir haben es geschafft! Wir kehren mit dem Gürtel nach Hause,“ jubelte der neue IBF-Champ und fragte: „Wer ist der Nächste?“

Die Antwort dürfte lauten: Hassan N'Dam N'Jimkam. Der 30-jährige Franzose hatte erst vor wenigen Tagen einen eindrucksvollen Sieg gegen Curtis Stevens eingefahren und ist der neue Pflichtherausforderer. Gegen Jermain Taylor wird er als Favorit in den Ring steigen.