Garnett und Pierce nach Brooklyn - Celtics starten Neuaufbau


Boston Celtics vor Umbruch

In der NBA haben die Boston Celtics und Brooklyn Nets mit einem acht Spieler umfassenden Monstertrade für Furore gesorgt. Während die Celtics ihre beiden Superstars Kevin Garnett und Paul Pierce sowie Routinier Jason Terry abgegeben, erhalten sie im Gegenzug eher fünf Spieler der Mittelklasse sowie einige Erstrunden-Draftpicks. Ein klares Indiz, dass bei den Celtics die Zeichen auf Neuaufbau stehen, was durch die Trainerwahl untermauert wird. Und die Brooklyn Nets? Das Team von Coach Jason Kidd avanciert zum Titelanwärter.

Für die erfolgsverwöhnten Fans der Boston Celtics wird die kommende Saison kein Zuckerschlecken. Mit Kevin Garnett und Paul Pierce wurden gleich zwei Aushängeschilder der Franchise nach Brooklyn gedraftet und zudem noch mit Jason Terry einen erfahrenen und furchtlosen Schützen hergegeben. Dafür schicken die Nets mit Gerald Wallace, Kris Humphries, MarShon Brooks eine Mischung aus arrivierten sowie talentierten Spielern und mit Keith Bogans und Kris Joseph – bei allem Respekt – ein Duo für das hintere Ende der Bank nach Boston. Als weitere Zugabe gibt es noch einen Erstrunden-Draftpick für 2014, 2016 und 2018.

Brooklyn Nets auf einmal Titelaspirant

Keine Frage, mit dieser geballten Erfahrung, Qualität und talentiertem Kader dürfen die Brooklyn Nets zusammen mit den Indiana Pacers und Chicago Bulls als einer der größten Herausforderer vom amtierenden Champion Miami Heat im Osten angesehen werden. Denn mit Pierce und Garnett sowie Deron William, Joe Johnson und Brook Lopez hat Jason Kidd in seiner Rookie-Saison als Trainer der Brooklyn Nets gleich fünf All-Stars in der Starting Five – was will man mehr. Zudem kann der 40-jährige Coach auf eine beachtliche Kadertiefe zurückgreifen, sodass aus dem ohnehin schon sehr talentierten Team nun ein Anwärter auf die Championship geworden ist.

Auf den ersten Blick ist Brooklyn natürlich der große Gewinner des umfangreichen Tauschgeschäfts mit den Celtics. Und künftige Hall of Fame-Mitglieder wie Garnett und Pierce haben im (Spät-) Herbst ihrer Karriere noch einmal die Aussicht, um den Titel mitzuspielen. Der 37-jährige Garnett erhielt dabei einen Zwei-Jahresvertrag, während der 35-jährige Pierce für ein Jahr unterschrieb.

In Brooklyn hat man alle Hebel in Bewegung, um kurzfristig Erfolge zu feiern. Doch für Kidd ist es sicherlich auch eine große Herausforderung, aus den vielen Egos, ein Team zu formen, da einige Spieler zur Gunst des Teams beispielsweise ihren Punkteschnitt und andere statistische Werte stark nach unten korrigieren müssen. Zudem fehlt es der Superstar-Truppe zugleich an Athletik. Allen voran, wenn man es gegen junge, athletische Teams zu tun bekommt, wird es interessant.

Kein Garnett, kein Pierce - Ende einer Celtics-Ära

Und die Boston Celtics? Nach dem Weggang der alternden Superstars Pierce und Garnett ist kein Spieler vom Meisterteam 2008 mehr übrig. Somit geht eine Ära zu Ende, zumal auch Meistertrainer Doc Rivers sich verabschiedet hat und bei den L.A. Clippers das Zepter übernimmt.

Dessen Erbe tritt nun Brad Stevens an. Damit sorgte General Manager Danny Ainge gleich für die nächste faustdicke Überraschung, denn den 36-Jährigen hatte bis dato keiner auf dem Zettel. Doch Stevens, der zuvor als College-Coach an der Butler University tätig war, gilt als Wunderkind der Basketball-Trainerszene und wird als bester Coach der USA unter 40 angesehen. Zwar ist der Übergang auch für Trainer vom College in die NBA kein leichter, doch Stevens wird Zeit bekommen. Immerhin hat der hoch talentierte Trainer bei den Celtics einen 22 Millionen Dollar schweren Sechs-Jahresvertrag unterschrieben. Genug Zeit, um in Boston wieder eine schlagfertige Truppe aufzubauen, zumal in den Spielertausch mit den Brooklyn Nets auch noch drei Erstrunden-Draftpicks verankert wurden.

Rondo neuer Celtics-Leader

Auf dem Parkett wird aber vorerst Rajon Rondo in die Rolle des Celtics-Anführers schlüpfen. Wobei aus dem Quintett der Brooklyn Nets lediglich MarShon Brooks als Verstärkung werden darf. Der 24-jährige Guard bringt ausreichend Talent mit, um bei den Celtics auch in Zukunft eine (tragende) Rolle zu spielen. Hierfür muss sich Brooks aber noch in der Defense deutlich steigern und zudem seine Arbeitseinstellung verbessern und professionalisieren.

Die kommende Saison darf für die Boston Celtics getrost als Übergangsjahr angesehen werden. Mit etwas Glück reicht es am Ende für die Play-offs, was aber mit dem vorhandenen Kader schon als sehr großer Erfolg gewertet werden dürfte.