Biathlon: Simon Schempp überzeugt auf ganzer Linie


Schempp beim Gesamtweltcup

Die deutschen Biathleten gehören in dieser Saison eindeutig zu den positiven Überraschungen. Während bei den Herren allen voran Simon Schempp hervorzuheben ist, der sich sogar gute Chancen auf den Gesamtweltcup-Sieg ausrechnen kann, können bei den Damen Franziska Hildebrand, Franziska Preuß oder auch Vanessa Hinz überzeugen. Doch wie lässt sich die neue deutsche Stärke erklären?

Nach den Rücktritten von Magdalena Neuner und Andrea Henkel begann der Abgesang auf den deutschen Biathlon. Nach einer Art Übergangsjahr konnten aber einige DSV-Athleten aus dem großen Schatten der erfolgreichen Neuer und Henkel treten.

Zu den Senkrechtstartern zählt insbesondere Simon Schempp. Der 26-Jährige liegt im Gesamtweltcup mit 657 Punkten ganz knapp hinter dem führenden Superstar Martin Fourcade, der 663 Punkte auf dem Konto hat. Solch eine gute Platzierung hatte Schempp, der zuletzt sechs Mal in Folge auf dem Podium landete, noch nie und seit sieben Jahren war kein anderer Deutscher so weit oben im Gesamtweltcup zu finden.

Schempp, der in dieser Saison deutlich aggressiver in der Loipe ist und in direkten Duellen nicht mehr klein beigibt, darf sich sogar gute Chancen auf den Gesamtweltcup ausrechnen, den zuvor Fourcade dreimal in Folge gewonnen hat. Auch in dieser Saison rechneten alle mit einem Alleingang des Franzosen, bei dem sich aber immer wieder Schwächephasen im Winter eingeschlichen haben. Für seinen ärgsten Konkurrenten hat Fourcade viel Respekt: „Er schießt sehr gut und ist schnell auf den Skiern, daraus macht er derzeit das Beste.“ Beim anstehenden Rennwochenende in Oslo könnte Schempp sogar den Spitzenplatz erobern. Aber auch die anderen deutschen Biathleten wie Erik Lesser (13. im Gesamtweltcup), Andreas Birnbacher (15.), Daniel Böhm (16.) und Arnd Pfeiffer (21.) wissen teilweise mit starken Leistungen zu überzeugen.

Hildebrand stark beim Gesamtweltcup

Ähnlich erfreulich ist auch das bisherige Abschneiden der deutschen Biathlon-Damen. Franziska Hildebrand liegt im Gesamtweltcup auf einem starken 5. Platz, während Franziska Preuß (11.), Vanessa Hinz (13.) und Laura Dahlmeier (18.) zu den besten 20 Athletinnen gehören. Aber wie lässt sich der unerwartete Aufstieg der Deutschen im Biathlon erklären?

Hierfür gibt es eine ganze Reihe an Faktoren. Zum einen die Schießstärke, an der in den letzten Jahren hart gearbeitet wurde und die sich kontinuierlich verbessert hat. Bestes Beispiel ist Dahlmeier, die mit 93 Prozent die zweitbeste Trefferquote im Weltcup hat. Auch Hildebrand (87 Prozent) und Schempp (88 Prozent) konnten am Schießstand zulegen. Zudem lastet auf den Biathleten des DSV kein sonderlich großer Druck und auch der Teamgeist und das Mannschaftsklima gelten als sehr gut.

Freuen wir uns auf ein spannendes Saisonende, indem sich sowohl die Frauen als auch Herren noch einiges ausrechnen dürfen. Im Forum könnt Ihr darüber diskutieren, wie sich die deutschen Starter in dieser Saison schlagen werden!