Spanien-Rundfahrt: Chris Horner siegt mit fast 42 Jahren


Spanien-Rundfahrt durch Chris Horner gewonnen - Er schreibt Geschichte

Nach der Tour de France und dem Giro d’Italia ist die Vuelta a España, in Deutschland besser bekannt als Spanien-Rundfahrt, das drittwichtigste Etappenrennen der Welt. Auf den diesjährigen 21 Etappen hat sich der US-Amerikaner Chris Horner am Ende durchgesetzt und zugleich Radsport-Geschichte geschrieben.

Wie erwartet ließ sich Horner seine Führung auf der letzten Etappe nach Madrid nicht mehr nehmen und konnte so den größten Erfolg seiner langen Karriere feiern. Mit 41 Jahren und 327 Tagen gewann Horner als ältester Radprofi aller Zeiten eine der drei großen Länder-Rundfahrten und hat damit ab sofort seinen Platz in der Historie des Radsports sicher, worüber sich der Routinier sichtlich freute: "Dass ein Kerl in meinem Alter eine Grand Tour gewinnt, wird man vielleicht nie wieder sehen. Daran werde ich mich das ganze Leben lang erinnern. Es ist einfach unfassbar."

Bei der 68. Spanien-Rundfahrt verwies der für das Team RadioShack-Leopard fahrende Horner den Italiener Vincenzo Nibali mit 37 Punkten Vorsprung auf den zweiten Platz. Dritter wurde der spanische Lokalmatador Alejandro Valverde mit einem Rückstand von einer Minute und 36 Sekunden.

Australier Michael Matthews letzter Tagessieger

Am Sonntag konnte Horner entspannt in die letzte Etappe starten, war die Entscheidung zu seinen Gunsten doch bereits am Samstag gefallen. In einem überaus unterhaltsamen Duell schaffte es der US-Amerikaner auf der vorletzten Etappe sämtliche Angriffe von Astana-Kapitän Nibali abzuwehren und seinen Vorsprung zu behaupten. Nach dem Rennen und der so gut wie sicheren Entscheidung ließ Horner durchblicken, dass gerade der Schlussabschnitt der bis zu 23,5 Prozent steilen, vorletzten Etappe intensiv war: "Es kam mir vor, als hätte Nibali auf den letzten zwölf Kilometern 10- oder 20-mal attackiert.“ Weil Horner seinem Kontrahenten aber auf Augenhöhe begegnete und immer wieder konterte, genügten am Sonntag vergleichsweise entspannte letzte 110 Kilometer im Hauptfeld für den Gesamtsieg. Den letzten Tagessieg fuhr zeitgleich der Australier Michael Matthews ein.

Nibali, bis zum Freitag Spitzenreiter im Roten Trikot, blieb letztlich nichts anderes übrig, als seinem Kontrahenten zu einem starken Rennen zu gratulieren: “Mehr ging nicht, ich habe alles versucht. Das war eine große Schlacht.“