Pferdesport: Galopprennbahn Frankfurt wegen DFB vor dem Aus


Galopprennbahn Frankfurt wegen dem DFB kurz vor dem Aus

Der DFB ist auf der Suche nach einem Standort für das neue Leistungszentrum sowie für die Zentrale fündig geworden. So soll der DFB künftig auf dem Areal der Frankfurter Galopprennbahn im Niederrad seinen neuen Hauptsitz haben, was vor allem dem dort ansässigen Renn-Klub 2010 ein Dorn im Auge ist, da ein Aussterben des Pferderennsports befürchtet wird.

Auch der ehemalige Profi-Kicker Markus Münch, mittlerweile im Pferdesport aktiv, kämpft für den Erhalt der Rennbahn.

 

Pferde vs. Fußball, Renn-Klub 2010 vs. DFB: In der Diskussion um den geplanten Standort der neuen Zentrale und künftigen Kompetenzzentrums des DFB herrscht zwischen beiden Seiten alles andere als ein Konsens. Denn, während der Renn-Klub 2010 gerne auch in Zukunft Pferderennen weiter auf der traditionsreichen Rennbahn in Niederrad, die im vergangenen Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feierte, stattfinden lassen will, will die Stadt Frankfurt dem DFB für sein Bauvorhaben 15 Hektar des insgesamt 45 Hektar großen Areals zur Verfügung stellen.

Hierfür müssten die jetzigen Stallungen weichen, zumal neben verschiedenen Gebäuden auch fünf Fußballplätze geplant sind. Die sich im Norden des Geländes befindlichen Stallungen könnten zwar bestehen bleiben, doch die klassischen Galopprennen würde es nicht mehr geben.

Manfred Hellwig, Präsident des Renn-Klubs 2010, hofft, dass es nach dem Umbau eine Co-Existenz zwischen Galoppern und Fußballern geben wird: „Der DFB braucht doch nur ein Drittel der Fläche. Wir könnten parallel existieren.“ Andernfalls sind die Aussichten für den Pferderennsport düster, zumal Niederrad die einzige Rennbahn in ganz Hessen ist. „Wenn wir weg sind, ist dieser Sport hier endgültig erledigt“, befürchtet Hellwig.

Einigung zwischen Stadt und Galopprennbahnbetreiber in weiter Ferne

Ob es zu solch einem Kompromiss kommt, darf durchaus bezweifelt werden, zumal die Stadt Frankfurt von einem Negativtrend im Pferderennsport berichtet. So gibt es in Niederrad pro Jahr nur noch sieben statt über 20 Renntage, außerdem wird von 300.000 Euro Mietschulden gesprochen, die die Hippodrom GmbH, Pächter des Geländes, haben soll. Dem widerspricht Hellwig, der zugleich auch Präsident der Hippodrom GmbH ist. So gäbe es weder Mietschulden und zudem sei auch keine Kündigung für den bis 2014 laufenden Pachtvertrag eingegangen.

Ex-Fußballprofi Markus Münch, der mittlerweile in Niederrad als Pferdetrainer tätig ist und auch als Vorstandsmitglied fungiert, setzt sich selbstredend für den Erhalt der Galopprennbahn ein. Zumal „die Talfahrt gestoppt“ wurde. Denn laut Münch gibt es zwar weniger Renntage als früher, doch dafür habe man auf „Klasse gesetzt“. Zudem wird eine Umsatzsteigerung von bis 20 Prozent erwartet und 2014 sollen voraussichtlich 1,7 Millionen Euro mehr an Preisgeldern bezahlt werden.