DTM: Wittmann nach Spielberg-Sieg klar auf Titelkurs


Wittmann gewinnt DTM-Rennen in Spielberg

Marco Wittmann ist dem Titelgewinn in der DTM einen großen Schritt näher gekommen. Der BMW-Pilot feierte im österreichischen Spielberg seinen dritten Sieg und baute die Führung in der Gesamtwertung deutlich aus. Während mit Augusto Farfus, Timo Glock und Martin Tomczyck noch drei weitere BMW-Fahrer auf den Plätzen zwei bis vier landeten, erlebte Mercedes einen rabenschwarzen Sonntag.

Beim sechsten DTM-Rennen der Saison profitierte Marco Wittmann von einer Disqualifikation von Robert Wickens. Der Kanadier, der sich am Samstag die Pole holte, wurde in Führung liegend disqualifiziert, nachdem er eine Durchfahrtsstrafe missachtete.

Im Mercedes-Lager hatte man für die Entscheidung keinerlei Verständnis, wie sich Wolfgang Schattling, DTM-Verantwortlicher bei Mercedes, nach dem Rennen echauffierte: „Das war eine der krassesten Fehlentscheidungen, die diese Serie je erlebt hat.“ Ein Protest gegen das Rennergebnis wird in Erwähnung gezogen, hat aber wenig Erfolgsaussichten.

Marco Wittmann kann die Aufregung egal sein. Schließlich ist der 24-Jährige dem DTM-Titel jetzt zum Greifen nahe gekommen. In der Gesamtwertung hat er nach sechs Rennen bereits 39 Punkte Vorsprung auf Verfolger Mattias Ekström im Audi, der in Spielberg nur Siebter wurde. Doch eine Kampfansage Richtung DTM-Titel wich Wittmann auch nach seinem Sieg in Österreich nicht über die Lippen und so gibt sich der Franke weiterhin bescheiden. „Nein, ich möchte auch heute noch nicht vom möglichen Titelgewinn sprechen, weil es noch viel zu früh ist“, erklärte Wittmann nach dem Rennen.

BMW erlebte in der Steiermark ein Wochenende wie gemalt. Denn nach dem Dreifach-Erfolg der letzten Saison konnten die Bayern in diesem Jahr einen Vierfach-Sieg bejubeln, da hinter Wittmann mit Augusto Farfus, Timo Glock und Martin Tomczyk auch die Plätze zwei bis vier an BMW gingen.

Robert Wickens disqualifiziert

„Besser hätte es heute für uns nicht laufen können“, lobte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt. Auf dem 5. Platz folgte Ex-Champion Timo im Audi, während es mit Christian Vietoris nur ein Mercedes-Pilot in die Punkte schaffte. Titelverteidiger Mike Rockenfeller wurde in seinem Audi lediglich 13.

Die entscheidende Szene fand zur Rennhälfte statt, nachdem Robert Wickens und Glock zeitgleich zum Reifenwechsel kamen, wäre es fast zu einem Zusammenstoß gekommen. Die Rennleitung befand, dass die Mercedes-Crew Wickens zu früh losgeschickt hat und somit Glock behinderte und einen Crash riskierte. Es wurde eine Durchfahrtsstrafe ausgesprochen, doch der Kommandostand holte den Kanadier nicht rein, sodass es zur Disqualifikation kam. So führten auf einmal vier M4 von BMW das Rennen an und Wittmann hatte leichtes Spiel, die Führung von seinen Markenkollegen zu übernehmen.