Leichtathletik: Obergföll verliert - Harting boykottiert Diamond League


Leichtathletik Diamond League in Stockholm

Beim drittletzten Meeting der IAAF Diamond League für dieses Jahr im schwedischen Stockholm wechselten bei den deutschen Athleten Licht und Schatten. Während Stabhochspringerin Silke Spiegelburg die Enttäuschung von den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau vergessen ließ, musste Speerwerferin Christina Obergföll ihre erste internationale Niederlage in diesem Jahr einstecken. Diskus-Weltmeister Robert Harting verzichtete dagegen gleich komplett auf seinen Start.

Die 27 Jahre alte Spiegelburg, die in Moskau zum dritten Mal in Serie bei einer großen Meisterschaft als Vierte knapp die Medaillenränge verpasste, hat ihre Chancen auf den dritten Gewinn der “Diamond Race“ nacheinander gewahrt. In Stockholm gewann Spiegelburg letztlich das Stechen gegen die Kubanerin Yarisley Silva, die mit einer Höhe von 4,59 Metern Zweite vor Ex-Weltmeisterin Fabiana Murer aus Brasilien und Olympiasiegerin Jennifer Suhr aus den USA wurde. Spiegelburg übersprang 4,69 Meter und verkürzte mit dem Sieg ihren Rückstand in der Gesamtwertung auf Silva auf zwei Punkte.

Speerwerferin Christina Obergföll musste derweil nur vier Tage nach ihrem WM-Triumph in der russischen Hauptstadt einen Dämpfer hinnehmen. Just an ihrem 32. Geburtstag zog die frischgebackene Weltmeisterin gegen ihre Dauerrivalin Maria Abakumowa aus Russland den Kürzeren. Während Abakumowa mit einer Weite von 68,59 Metern sogar einen neuen Meetingrekord aufstellte, musste sich Obergföll mit ihren 62,36 Metern sogar mit dem dritten Platz begnügen, weil auch die deutsche Meisterin Linda Stahl mit 63,75 Metern einen besseren Wurf landete.

Robert Harting vermisst Wertschätzung

Überraschend sagte derweil Diskus-Weltmeister Robert Harting, der als amtierender Europameister und Olympiasieger zweifelsohne das Aushängeschild seiner Sportart ist, seinen Start in Stockholm kurzfristig ab. Der 28-Jährige beschwerte sich laut der Berliner “B.Z.“ dafür bei den Veranstaltern in einem Brief über die mangelnde Wertschätzung, die Diskuswerfern generell entgegen gebracht wird: “Leider werden wir Werfer immer mehr unterdrückt. Wir sind kurz davor, überflüssig zu werden. Diskuswerfen wird nur noch geduldet und nicht mehr gefördert. Aber doping-vorbelastete Athleten werden immer noch eingeladen und bekommen fette Gagen“, klagt Harting, der den Veranstaltern zudem “eine altertümliche Auffassung, was die Stadionunterhaltung betrifft“ vorwarf.

Eine Reaktion auf Hartings gibt es bislang noch nicht. In Abwesenheit des deutschen Sportlers des Jahres 2012 genügten Vize-Weltmeister Piotr Malachowski aus Polen 65,86 Meter zum Sieg.