Handball: BM Atletico Madrid bestätigt Rückzug


Rückzug von Atletico Madrid vom Handball

Beim spanischen Klub BM Atletico Madrid sind die Lichter ausgegangen. Der dreimalige Champions League Sieger hat bestätigt, dass sich der Klub mit sofortiger Wirkung vom Handball zurückzieht und aufgelöst wird. Neben dem Trainer stehen auch zahlreiche Star-Spieler auf einmal ohne Job da und die ersten Klubs haben schon ihr Interesse bekundet. Auch aus der Bundesliga.

Am Dienstag hat BM Atletico Madrid das Aus offiziell bestätigt. In einer Pressemitteilung erklärten die Spanier, dass alle Aktivitäten sofort eingestellt werden. "Der Handball-Club CB Neptuno teilt allen Anhängern und Unterstützern von Atlético de Madrid mit, dass die Gesellschaft wegen der aktuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten entschieden hat, ihre sportlichen Tätigkeiten nicht fortzusetzen“, heißt es auf der Klub-Homepage.

Laut spanischen Medienberichten hat der Spitzenklub, der 2006, 2008 und 2009 unter dem Vereinsnamen BM Ciudad Real die Champions League gewonnen hat, finanzielle Probleme. Demnach hat BM Atletico Madrid knapp 500.000 Euro Steuerschulden. Club-Präsidenten Domingo Díaz de Mera Lozano gibt in seiner Stellungnahme den Führungskräften die Schuld. „Das Fehlen von Sponsoren und der Mangel an logistischer Unterstützung von öffentlichen Institutionen, gepaart mit der Unfähigkeit seitens der Führungskräfte des Vereins, nach den bisherigen Verlusten weitere Gelder in den Club zu stecken, haben ein Überleben des Vereins unmöglich gemacht.“

Ciudad Real war erst vor zwei Jahren wegen hoher Schulden unter das Dach des Namens- und Geldgebers Atletico Madrid gewechselt. Doch nun hat es auch den Nachfolgeklub erwischt. Trainer und Spieler bleiben natürlich nicht verschont und müssen sich jetzt einen neuen Verein suchen.

Zahlreiche Stars von Atletico Madrid kostenlos im Schaufenster

Auch wenn es für den Spitzenklub ein schwarzer Tag ist, wird die Vereinsauflösung für einen ordentlichen Schwung auf dem Transferkarussell und große Augen bei einigen anderen Vereinen sorgen. Denn neben dem Star-Trainer Talant Duschebajew hatte Atletico Madrid einige hochkarätige Spieler in seinen Reihen – die sind jetzt alle ablösefrei zu haben. So zum Beispiel Kreisläufer Julen Aguinagalde, Rückraumspieler Xavier Barachet, auf den der THW Kiel ein Auge haben soll, oder Spielmacher Ivano Balic, der mit den Füchsen Berlin in Verbindung gebracht wird. Zudem stand auch Joan Canellas bei Atletico Madrid unter Vertrag, dessen Wechsel zum HSV Hamburg Handball für 2014 bereits feststeht. Sehr wahrscheinlich wird der spanische Weltmeister schon im Sommer zum Bundesligisten wechseln.

Mit Christian Dissinger, der just von den Kadetten Schaffhausen zu den Spaniern wechselte, ist auch ein deutscher Nationalspieler vom Atletico-Aus betroffen. Die deutsche Rückraum-Nachwuchshoffnung ist ebenfalls ein heißer Kandidat für einen Wechsel in die DKB Bundesliga.