EM 2016: Favoriten im Check - Wer holt sich den Titel?


Großer Check der Favoriten für die EM 2016

Die Europameisterschaft 2016 in Frankreich wirft ihre Schatten voraus: Mit Island, England, Tschechien und Österreich haben neben Gastgeber Frankreich bereits vier Teams ihr EM-Ticket in der Tasche, Deutschland und Spanien brauchen nur noch einen Sieg, um sich zu qualifizieren. Die Euro im nächsten Sommer wird zum ersten Mal mit 24 Teams stattfinden – nur eines wird am Ende jubeln. Wer sind die Favoriten? Wir haben sie durchgecheckt.

Logisch, das erste Team, das zu nennen ist, ist der Weltmeister. Die Truppe von Jogi Löw hat ihr System gefunden, ist eingespielt. Abgesehen von Kapitän Lahm, Torjäger Klose und Abwehrchef Mertesacker sind alle wesentlichen Säulen des Teams von Brasilien noch dabei, wobei der Abgang von Mertesacker sicherlich am einfachsten zu verkraften ist. Im WM-Finale 2014 stand er nicht einmal mehr in der Startelf, mit Boateng und Hummels kann Löw in der Innenverteidigung auf andere Weltklasse-Leute zurückgreifen.

Zur Truppe dazu stoßen wieder Spieler, die die Weltmeisterschaft noch aus Verletzungsgründen verpasst haben, exzellente Fußballer wie Marco Reus oder Ilkay Gündogan etwa. Zudem rücken Talente wie Leverkusens Karim Bellarabi, Liverpools Emre Can oder der Hoffenheimer Kevin Volland nach und erhöhen den Druck auf die Etablierten.

Deutschland: Der Weltmeister kann sich nur selber schlagen

Für Lahms Nachfolger Bastian Schweinsteiger ist das Turnier in Frankreich höchstwahrscheinlich die letzte Chance, noch einmal nach den Sternen zu greifen – er wird sich deshalb, wie schon in Brasilien, noch einmal voll reinhängen. Gleiches gilt für Spieler wie Mario Gomez oder Lukas Podolski, die sich ihre Chancen auf eine Teilnahme allerdings erst einmal durch gute Leistungen im Verein erarbeiten müssen. An der Kaderbreite mangelt es Löw sicherlich nicht, er kann aus dem Vollen schöpfen. Zudem dürfte das DFB-Team sicherlich mit der breitesten Brust aller Teilnehmer anreisen, mit dem Selbstverständnis eines Weltmeisters, der weiß, dass er sich nur selbst schlagen kann.

Bereits für die EM qualifiziert:

  • Frankreich (Gastgeber)
  • Island
  • Tschechien
  • England
  • Österreich

Frankreich: Mit hungrigen Jungstars zum Titel im eigenen Land

Dass die Franzosen Fußball spielen können, haben sie schon bei der WM im letzten Jahr bewiesen. In Brasilien spielte die Truppe um Stürmerstar Karim Benzema stark auf, auch im Viertelfinale gegen Deutschland spielte man auf Augenhöhe, und unterlag nur durch ein Kopfballtor von Mats Hummels knapp mit 0:1. Viele talentierte, junge Spieler wie Paul Pogba, Raphael Varane oder Antoine Griezmann spielten ihr erstes großes Turnier. Sie alle spielen bei internationalen Topklubs und werden bis zur Heim-EM im kommenden Sommer sicherlich nicht schlechter werden. Auch hier drängen noch jüngere nach, zum Beispiel der 19-jährige Anthony Martial, für den Manchester United jüngst 50 Millionen Euro auf den Tisch legte. Mit Frankreich wird also definitiv zu rechnen sein, und das obwohl ein Spieler wie Bayerns Franck Ribéry, der über Jahre hinweg der Fixpunkt im Spiel der Franzosen war, schon seit einiger Zeit aufgrund anhaltender Verletzungsprobleme keine Rolle mehr spielt. Der Linksaußen hat nach der verpassten WM 2014 seinen Rücktritt aus der Équipe Tricolore erklärt. Das Turnier im eigenen Land wird den Franzosen zusätzlichen Aufwind geben. Dass die französischen Fans in der Lage sind, ihr Team zum Titel zu tragen, haben sie 1998 schon bewiesen, als die Mannschaft um Zinédine Zidane und den heutigen Nationaltrainer Didier Deschamps in Paris Weltmeister wurde.

 

 

England: Bei großen Turnieren zuletzt Glücklos

England hat sich bereits für die Europameisterschaft 2016 qualifiziert. In acht Spielen gab es bisher acht Siege und 26:3 Tore. Nach der wieder einmal enttäuschenden WM in Brasilien mit dem Ausscheiden in der Vorrunde trieb Trainer Roy Hodgson den Umbruch voran. Alt-Stars wie Steven Gerrard oder Frank Lampard nahmen ihren Hut und machten Platz für die nächste Generation. Das neue England besteht aus Jungstars wie Sterling, Sturridge, Wilshere oder Henderson. Der neue Kapitän ist Stürmerstar Wayne Rooney, der sich jüngst am legendären Sir Bobby Charlton vorbei an die Spitze der ewigen Torjägerliste der englischen Nationalmannschaft setzte – und das mit 29 Jahren. In Frankreich spielt Rooney schon sein sechstes großes Turnier. Schafft er es, die Jungstars mitzureißen, ist England einer der Top-Favoriten bei der EM.

Wer sich jetzt schon sicher ist, dass die Briten den Titel holen, profitiert noch von guten Quoten bei den Wettanbietern. Für Fußball-Wetten empfehlen die Experten von bestewettanbieter.de generell den Anbieter tipico, weil dort für „für Anhänger des runden Leders zu jeder Tages- und Nachtzeit eine breite Palette an Wett-Events“ angeboten werde. Glaubt man tipico, haben die „Three Lions“ gerade einmal die fünftbesten Chancen auf den Triumph im Nachbarland. Dass sie dabei nicht nur hinter Weltmeister Deutschland und Gastgeber Frankreich liegen, sondern auch hinter Teams wie den in Brasilien enttäuschenden Spaniern oder den Belgiern liegen, überrascht zunächst. Dass die Buchmacher einen Sieg der Engländer am Ende dann doch nicht für besonders wahrscheinlich halten (Quote: 1:12), liegt wohl in erster Linie an deren jüngerer Geschichte – in dieser gab es nämlich gerade bei den großen Turnieren eine ganze Reihe herber Enttäuschungen zu verzeichnen:

  • EM 1988: England scheidet nach drei Niederlagen schon in der Gruppenphase aus
  • WM 1990: England schafft es bis ins Halbfinale, scheitert aber im Elfmeterschießen an Deutschland
  • EM 1992: Ausscheiden in der Gruppenphase ohne einen einzigen Sieg
  • WM 1994: Nicht qualifiziert
  • EM 1996: Ausscheiden im Halbfinale – wieder gegen Deutschland im Elfmeterschießen
  • WM 1998: Achtelfinal-Niederlage – im Elfmeterschießen, diesmal gegen Argentinien
  • EM 2000: Ausscheiden in der Gruppenphase
  • WM 2002: Aus im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Brasilien
  • EM 2004: Aus im Elfmeterschießen gegen Portugal im Viertelfinale
  • WM 2006: Aus im Elfmeterschießen gegen Portugal im Viertelfinale
  • EM 2008: Nicht qualifiziert
  • WM 2010: Aus nach einem 1:4 im Achtelfinale gegen Deutschland
  • EM 2012: Aus im Viertelfinale gegen Italien – im Elfmeterschießen
  • WM 2014: Vorrundenaus

Spanien: La Furia Roja will die Schmach von Brasilien vergessen machen

Auch Spanien sollte man mal wieder auf der Rechnung haben. Die Iberer schieden bei der WM in Brasilien zwar sang- und klanglos in der Vorrunde aus, haben aber trotz der Rücktritte von Xavi Hernández oder Xavi Alonso immer noch mehr als genug Qualität in ihren Reihen, sich in Frankreich besser anzustellen. Etliche Welt- und Europameister aus der goldenen Generation um Andrés Iniesta, Sergio Busquets oder Sergio Ramos werden auch beim Turnier im Nachbarland wieder auf dem Platz stehen. Für Spieler wie Iniesta oder Casillas kann es bereits der letzte Auftritt auf der ganz großen Bühne werden, sie wollen sicherlich noch einmal alles in die Waagschale werfen.

Belgien: Längst nicht mehr nur Geheimfavorit

Die Belgier sind, nach ihren starken Auftritten in Brasilien, mit Sicherheit aus dem Kreis der Geheimfavoriten in den Kreis der echten Titelanwärter aufgerückt. Stars wie Courtois, De Bruyne, Hazard, Fellaini oder Kompany sind prägende Figuren des europäischen Spitzenfußballs. Die zudem mit etlichen Talenten gespickten „Roten Teufel“ von Trainer Marc Wilmots werden in Frankreich sicherlich eine Truppe an den Start bringen, die um den Titel spielen kann.

 

Bildquelle

By Sean MacEntee from Monaghan, Ireland (Germany -v- Ireland Euro 2016 Qualifier) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)