EM 2016: Deutschland mit müder Nullnummer gegen Polen - Boateng hadert


Abwehrchef Jerome Boateng ließ nach dem 0:0 gegen Polen Dampf ab

Deutschland musste sich im zweiten Gruppenspiel bei der EM 2016 gegen Polen mit einem torlosen Remis zufrieden geben. Es war die erste Nullnummer dieser Europameisterschaft. Die DFB-Elf bot dabei einen pomadigen Auftritt und blieb vor allem in der Offensive vieles schuldig. Dafür konnte immerhin die Abwehr überzeugen.

Durch das 0:0 gegen Polen hat Deutschland nach dem Auftaktsieg gegen die Ukraine (2:0) nun vier Punkte auf dem Konto und führt punktgleich mit der polnischen Auswahl die Gruppe C an. Dahinter liegt Nordirland, das sich zuvor überraschend mit 2:0 gegen die Ukraine durchsetzen konnte, mit drei Punkten auf dem 3. Platz. Die noch punktlose Ukraine ist hingegen sicher ausgeschieden.

Gegen Polen wechselte Bundestrainer Joachim Löw seine Startaufstellung nur einmal. So durfte der wiedergenesene Mats Hummels an der Seite von Jerome Boateng in der Innenverteidigung auflaufen, während Shkodran Mustafi auf die Bank musste. Die deutsche Elf hatte insgesamt mehr vom Spiel und verbuchte erwartungsgemäß mehr Ballbesitz. Nützte aber nichts, da die Offensive um Mesut Özil, Mario Götze und Co. wenig bis keine Torgefahr ausstrahlten. Wie schon gegen die Ukraine mitunter zu sehen war, fehlte es dem Offensivspiel an Durchschlagskraft. Insgesamt konnte sich der Weltmeister in 90 Minuten nur eine einzige echte Torchance herausspielen, als Özil nach Zuspiel von Toni Kroos zu Beginn der 2. Halbzeit mit einer Direktabnahme von der Strafraumkante am polnischen Schlussmann Lucasz Fabianski scheiterte.

Gerade das Flügelspiel lahmte. Während auf der linke Seite Jonas Hector und Julian Draxler zu bieder agierten, fehlte Thomas Müller auf der rechten Außenbahn ein passender Mitspieler. Dem gelernten Innenverteidiger und Aushilfs-Rechtsverteidiger Benedikt Höwedes fehlen einfach die Qualitäten im Offensivspiel. Boateng war von dem Auftritt seiner Mannschaft alles andere als angetan und war sich nach dem Spiel für deutliche Worte nicht zu schaden, wobei er allen voran die Offensive in die Pflicht nahm: „Wir können froh sein, dass wir 0:0 gespielt haben. Wir müssen mal zum Abschluss kommen. Wir spielen bis zum letzten Drittel gut, dann kommen wir nicht am Gegner vorbei und sind nicht gefährlich. Das muss sich verbessern, sonst kommen wir nicht weit.“

Der 27-jährige Abwehrchef wurde übrigens zum „Man of the Match“ gewählt, was schon einiges über die Offensivleistung der DFB-Elf aussagt. Die deutsche Abwehr zeigte sich zumindest stabil, wobei auch Hummels eine starke Vorstellung ablieferte. Robert Lewandowski kam nicht einmal zum Abschluss und Manuel Neuer musste nicht einen Schuss aufs Tor abwehren. Darauf lässt sich aufbauen, wenngleich Deutschland zweimal Glück hatte, als Arkadiusz Milik in aussichtsreicher Position das Leder nicht richtig traf bzw. um Zentimeter verpasste.

Deutschland im Fernduell mit Polen um Gruppensieg

Unterm Strich war es ein verdientes Unentschieden. Beide Mannschaften agierten recht vorsichtig. Das extrem kompakt agierende Polen lauerte auf Konter, Deutschland fand hingegen gegen den dichten Abwehrriegel keine Lücke und ging kein unnötiges Risiko ein. Im abschließenden Spiel der Gruppe C bei der EM 2016 trifft Deutschland am Dienstag um 18.00 Uhr im Prinzenpark von Paris auf Nordirland, wobei es zu einem Fernduell mit Polen um den Gruppensieg kommt.

 

Bildquelle

von Michael Kranewitter (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons (Bild bearbeitet)

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