Frauen-EM: Deutschland erneut Europameister


Deutschland ist Europameister

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist zum sechsten Mal in Folge und zum achten Mal insgesamt Europameister. Nach einem eher mauen Start in die in Schweden ausgetragene Frauen-EM holte sich die DFB-Elf am Sonntagnachmittag mit einem 1:0 über Norwegen den Titel und bleibt damit zugleich die Nummer eins im europäischen Frauen-Fußball.

Vor 41.301 Zuschauern in der Friends Arena in Solna begann Deutschland im Vergleich zum Halbfinal-Sieg gegen Schweden wieder mit Celia Okoyino da Mbabi, die nach einer Zerrung rechtzeitig fit geworden war, anstelle von Anja Mittag im Angriff. In den ersten Minuten war der Elf von Bundestrainerin Silvia Neid durchaus ein gewisser Respekt vor den Skandinavierinnen anzumerken, was angesichts der elf Tage zuvor im Gruppenspiel erlittenen 0:1-Niederlage aber auch nicht verwunderte. Nach einem eher zufällig zustande gekommenen Lattentreffer von Nadine Kessler gleich in der zweiten Minute wurde die deutsche Mannschaft erst nach etwa zehn Minuten wieder etwas mutiger und kam über Lena Lotzen, Dzsenifer Maroszan und vor allem Okoyino da Mbabi zu einigen Gelegenheiten, die jedoch allesamt ungenutzt blieben.

In einer trotz hoher Temperaturen temporeichen Partie war aber auch Norwegen stets gefährlich und verzeichnete nach 29 Minuten die größte Chance der ersten Halbzeit. Nach einer Schwalbe von Catherine Dekkerhus entschied Schiedsrichterin Cristina Dorcioman fälschlicherweise auf Elfmeter für die Norwegerinnen, doch Nadine Angerer im deutschen Tor konnte den Schuss von Trine Rönning parieren.

Joker Anja Mittag sticht

Zur Pause entschloss sich Bundestrainerin Neid dazu, die zunächst auf die Bank gerückte Anja Mittag für Lotzen einzuwechseln, was sich schon nach vier Minuten als goldrichtige Entscheidung erweisen sollte. Nach einem perfekt vorgetragenen Angriff über Marozsan, Keßler und Okoyino da Mbabi stand Mittag zentral vor dem Tor richtig und traf eiskalt zum 1:0.

In der Folge boten sich der deutschen Mannschaft gegen offensiver werdende Norwegerinnen Räume zum Kontern, doch verpassten es Okoyino da Mbabi und Co. dabei, für die Vorentscheidung zu sorgen. Stattdessen stand Norwegen nach 61 Minuten dicht vor dem Ausgleich, als Schiedsrichterin Dorcioman erneut auf den Punkt zeigte. Aber wiederum war es die überragende Angerer, die den diesmal von Solveig Gulbrandsen getretenen Strafstoß abwehren konnte und die deutsche Führung nahezu im Alleingang verteidigte.

Norwegen warf weiterhin alles nach vorne, doch gegen eine nun clever verteidigende deutsche Elf gelang dem Team von Trainer Even Pellerud nur noch ein Abseitstor, dem zurecht die Anerkennung verweigert wurde.